Hochhaus

New York, Manhattan, 270-Park-Hochhaus (Bild: Teilnehmer/Team, official-ly cool, CC BY SA 3.0, 2008)

„Höchstes von einer Frau entworfenes Gebäude“

Ein solcher Titel ist – vielleicht vergleichbar mit einem internationalen Hattrick im Kirschkernweitspucken – eine Ehre und auch wieder nicht: Der damit bis 2009 „ausgezeichnete“ Wolkenkratzer wurde 1961/64 von der Architektin Natalie Griffin de Blois (mit Gordon Bunshaft, für das Büro Skidmore, Owings & Merrill) gestaltet. Doch schon lange war er von höheren Bürotürmen umringt. Nur dass diese eben alle von ihren männlichen Kollegen entworfen werden durften. Sprach der Superlativ also eher von einer Gender-Schieflage in der Architektur der Nachkriegsmoderne, handelt es sich dennoch um ein elegantes Bauwerk von 360 Metern und 52 Stockwerken Höhe.

Niklas Maak spricht in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung gar von einem „Meisterwerk“ mit „leichten, filigranen, vom nahen Seagram-Building inspirierten Vertikalen“. Doch das „270-Park-Building“ soll jetzt einem noch höheren Neubau weichen – entworfen wieder von einem männlichen Berufskollegen, von Norman Foster. Eine neue Bauordnung erlaubt seit Kurzem höhere Neubauten. Und nachdem man in den 1960er Jahren zunächst historistische Wohnblöcke zugunsten neuer Bürotürme niederlegte, sollen viele der nachkriegsmodernen Wolkenkratzer nun für noch höhere Wohnbauten Platz machen. Damit wird wohl eine neue Form von Superlativen in Manhattan Einzug halten. (kb, 26.1.19)

New York, Manhattan, 270-Park-Hochhaus (Bild: Teilnehmer/Team, official-ly cool, CC BY SA 3.0, 2008)

Karlsruhe, Badenwerk-Hochhaus (Bild: Gerhard Kabierske)

Karlsruhe: Badenwerk-Hochhaus in Gefahr

Am Eingang zum historischen Karlsruhe steht es (noch): das Badenwerk-Hochhaus. Vom damaligen Energiekonzern Badenwerk in den Jahren 1961 bis 1965 errichtet, dient es heute als Landratsamt. Begleitet wird das Bauwerk mit Aluminium-Glas-Fassade von einem Kasino- und einem Langbau mit Betonwabenfenstern. Die Planung geht zurück auf die Architekten Norbert Schmid und Klaus Möckel. Letzterer hatte bei Egon Eiermann studiert, der damals die Lehre Mies van der Rohes verbreitete.

Am 7. November diesen Jahres berichteten die „Badischen Neuesten Nachrichten“ von einer bevorstehenden Sanierung des eingetragenen Kulturdenkmals für 100 Millionen Euro. Am folgenden Tag wurde in derselben Zeitung von Abbruch gesprochen, und gleich der neue Plan vorgestellt. Die Argumentation: Die Landesdenkmalpflege ziehe die Unterschutzstellung des Gebäudes zurück, sollten die Fassadenelemente erneuert werden. Mit dem Abbruch des Hochhauses, und der angedachten Neubebauung, würde Karlsruhe nicht allein ein prägendes Zeugnis des Internationalen Stils verlieren. Zudem könnte eine noch weitreichend erhaltene Grünflächenplanung zerstört werden. Diese bildete gemeinsam mit dem Badenwerk-Hochhaus 1967 einen symbolischen Abschluss des Wiederaufbaus der Stadt, ein „grünes Band“ zwischen Bahnhof und Schloss – und einen Wegweiser in die neue Zeit der Bonner Republik. (pl, 13.11.18)

Titelmotiv: Karlsruhe, Badenwerk-Hochhaus (Bild: Gerhard Kabierske)

Mittlere Telli, Aarau (Bild Roland Zumbuehl, CC by SA 4.0)

Sozialraum Hochhaus

In den 1960er Jahren galten Trabantenstädte und Hochhaussiedlungen als Verheißung im Wohnungs- und Städtebau. Die großdimensionierten Wohngebirge, die auf der grünen Wiese vor zahlreichen europäischen Großstädten in die Höhe wuchsen, schienen die passende Antwort auf den wirtschaftlichen Boom und das Bevölkerungswachstum. Mit den 1970er Jahren kam die erste Ernüchterung, das Wohnhochhaus geriet zunehmende in Verruf und viele Siedlungen entwickelten sich zu sozialen Brennpunkten. Eine jüngst erschienene Monografie fragt nun nach der Gegenwart im „Sozialraum Hochhaus“ und nimmt dabei konkrete Beispiele aus der Schweiz in den Blick.

Die Autorin Eveline Althaus richtet den Blick als Sozialanthropologin auf die spezifischen Nachbarschaftsgefüge der Siedlungen Unteraffoltern II bei Zürich und Mittlere Telli bei Aarau. Im Fokus stehen Kontakte, Konflikte und weitere sozialräumlichen Dynamiken sowie die soziale Zusammensetzung der Siedlungen. Die Untersuchung verspricht auch neue Perspektiven auf den zukünftigen Umgang mit entsprechenden Planungen – nicht nur in der Schweiz. (jr, 29.9.18)

Althaus, Eveline, Sozialraum Hochhaus. Nachbarschaft und Wohnalltag in Schweizer Großwohnbauten, transcript Verlag, Bielefeld 2018, ISBN 978-3-8376-4296-4.

Mittlere Telli, Aarau (Bild: Roland Zumbuehl, CC BY SA 4.0)

Köln, Hochhäuser Deutschlandfunk und Deutsche Welle (Bild: Copyright Raimond Spekking, CC BY SA 3.0, via wikimedia commons)

Mit den Riesen auf Augenhöhe

Das Projekt „Mit den Riesen auf Augenhöhe“ porträtiert zehn Großbauten der 1960er und 1970er Jahre in Nordrhein-Westfalen. Gemeinsam ist den „Riesen“, dass sie in den vergangenen Jahren in der öffentlichen Diskussion standen und teilweise sogar vom Abriss bedroht waren. Heute verkörpern sie eine euphorische Epoche und zeigen oftmals architektonische Qualitäten. Im ersten Schritt des Projekts haben Alexandra Apfelbaum, Gudrun Escher und Yasemin Utku die aktuellen öffentlichen Debatten und historisches Material ausgewertet. Die Ergebnisse können als Studie gratis heruntergeladen werden.

Daran knüpft im Herbst 2017 die Reihe „Mit den Riesen auf Augenhöhe“ an. An den einzelnen Veranstaltungsorten werden die Besonderheiten des jeweiligen Bauwerks in Besichtigung und Diskussion erfahrbar. (Die Teilnahme ist jeweils kostenlos, genauere Informationen zu Zeit und Ort sowie die Anmeldung erfolgen über die örtlichen Volkshochschulen). Als Termine sind angesetzt: am 18. September in Duisburg, am 27. September in Dortmund, am 4. Oktober in Bochum, am 11. Oktober in Bonn, am 18. Oktober in Aachen, am 25. Oktober in Dortmund, am 1. November in Paderborn, am 8. November in Essen, am 15. November in Marl, am 22. November in Köln und am 29. November in Gronau. (kb, 17.8.17)

Köln, Hochhäuser Deutschlandfunk und Deutsche Welle (Bild: Copyright Raimond Spekking, CC BY SA 3.0, via Wikimedia Commons)

Bremen, Beck´s-Haus 2016 (Bild: Daniel Bartetzko)

Beck’s-Hochhaus – Verkauf und Denkmalschutz?

„Der Versuch, große zusammenhängende Arbeitsflächen durch höhenversetzte Geschosse zu verteilen und sie in ihrem räumlichen Wert zu steigern, wird anerkannt.“ Mit dieser geradezu euphorischen Begründung wurde das Bremer Verwaltungshochhaus der „AB InBev“ (damals noch Beck’s Brauerei) 1978 mit dem BDA-Preis ausgezeichnet. Gestaltet wurde das wabenförmige 51-Meter-Gebäude 1975 vom Architekten Ewald Brune. Nachdem vor einigen Jahren das vertraute Beck’s-Logo weichen musste, stehen nun weitere Änderungen an: Die weltgrößte Brauereigruppe „Anheuser-Busch InBev“, in deren verschlungenen Zusammenhängen Beck’s nach 2002 aufging, möchte das Verwaltungshochhaus verkaufen. Mutmaßlich, da der Raumbedarf nach weiteren Umstrukturierungen künftig geringer ausfallen dürfte. Kolportierter Verkaufspreis: 20 Millionen Euro.

Befürchtungen, das markante Spätmoderne-Gebäude könnte durch einen Umbau entstellt werden, kann man aber zumindest derzeit zerstreuen: Das Bremer Landesamt für Denkmalpflege plant, es unter Schutz zu stellen. Der Leiter Georg Skalecki sieht im Beck´s-Bau „eine kleine architektonische Ikone, mit Raffinesse entwickelt“, wie er Radio Bremen sagte. Dass in einer Facebook-Umfrage des Senders die Mehrheit der Kommentare ablehnend waren, kann Skalecki verstehen, aber: „Keine Dekade darf zeuglos bleiben.“ Die Denkmalschützer näherten sich aber nun einer Zeitperiode, deren Ästhetik nicht in der breiten Bevölkerung anerkannt sei. „Aber das darf uns nicht abschrecken. Wir müssen unsere Entscheidungen vermitteln.“ Also uns gefällt’s … (db, 7.8.17)

Bremen, Beck’s-Hochhaus (Bild: Daniel Bartetzko)

Siegen, Hochhaus Landesstraßenbauamt (Videostill Youtube)

Landesstraßenbauamt Siegen verkauft

Hat es das Mailänder Pirelli-Hochhaus ins Siegerland verschlagen? Nein – diese Sechziger-Jahre-Perle ist das ehemalige Landesstraßenbauamt in Siegen. 2012 wurde es wegen Schimmelbefall geräumt und steht seitdem leer. Der nordrhein-westfälische Bau- und Liegenschaftsbetrieb (BLB) wollte sich angesichts Sanierungskosten im Millionenbereich von der Immobilie trennen, Begehrlichkeiten waren schnell geweckt: Das Studentenwerk beabsichtigte, das Hochhaus abreißen zu lassen und an seiner Stelle ein Wohnheim zu errichten. Als das Vorhaben bekannt wurde, wurde das Gebäude 2014 unter Denkmalschutz gestellt. Das Gezerre setzte sich fort, bis weitere Interessenten für den Bau auf den Plan traten: Die Investoren Kenan Dema und Naser Dervishi ersteigerten ihn im Frühjahr 2017 in einem offenen Bieterverfahren, Mitte Juli wurde der Kaufvertrag nun notariell bestätigt.

Damit ist der travertinverkleidete Zwölfgeschosser gerettet: Die neuen Eigner wollen den 1962 nach Plänen von Herbert Kienzler errichteten Bau sanieren. Der Grund für seine Unterschutzstellung ist kurioserweise ein Abriss: Der Landschaftverband Westfalen-Lippe (LWL) hatte ihn 2003 nur deshalb als nicht denkmalwert eingestuft, da es seinerzeit in Siegen noch ein ähnliches Gebäude gab: Das Krupp-Haus im Stadtteil Geisweid. Dieses ist mittlerweile dennoch abgerissen, und so wurde das Kienzler-Haus doch in die Liste aufgenommen. Damit ist zumindest ein Hochhaus der 1960er gesichert, zahlreiche weitere Spätmoderne-Bauten gibt es in Siegen aber noch (wieder-) zu entdecken. (db, 29.7.17)

Ehemaliges Landesstraßenbauamt Siegen (Bild: Youtube-Still)

Berlin, Steglitzer Kreisel, Umbauplanungen (Bild: Fuchshuber Architekten Leipzig/CG-Gruppe)

Berlin: schöne neue Welt am Steglitzer Kreisel

Es wird alles besser. Und schöner. Soweit zumindest die CG-Gruppe, der in diesen Tagen der „Steglitzer Kreisel“ übergeben wurde. Der Bau des 34-geschossigen Hochhauses wurde 1968 nach Entwürfen der Architektin und Bauunternehmerin Sigrid Kressmann-Zschach (1929-90) begonnen. Die Kosten trugen teils der Berliner Senat, teils die Wohnungsbaugesellschaft AVALON. Durch die Insolvenz der Letzteren kam es 1974 zum Baustopp, die Stadt aber hatte gebürgt und nach einigen juristischen Verwicklungen konnte der Bau schließlich 1980 fertiggestellt werden. Zunächst zog das Bezirksamt Berlin-Steglitz-Zehlendorf ein. Doch als man in den 1990er Jahren Asbest feststellte, folgten Gutachten und 2007 schließlich Räumung und Leerstand.

Nach einem internationalen Bieterverfahren wurde das Ensemble an die CG-Gruppe verkauft, die zuvor schon den Sockel des Hochhauskomplexes erworben hatte. Inzwischen hatte man das ehemalige Bürohochhaus für 18,5 Millionen einer Asbestsanierung unterzogen. Anfang Juli erläuterten die Investoren nun auch ihre Planungen (Fuchshuber Architekten Leipzig) für die Sanierung, die bis 2021 abgeschlossen werden soll: In Sockel und Turm sollen insgesamt rund 350 Wohneinheiten entstehen. Einige werden vermietet, die meisten jedoch verkauft. Es ist die Rede von rund 5.000 bis rund 10.000 Euro Quadratmeterpreis (je höher, desto teurer). (kb, 10.7.17)

Berlin, Steglitzer Kreisel, Umbauplanungen (Bild: Fuchshuber Architekten Leipzig/CG-Gruppe)

Berliner Hochhäuser für Kids

Antaeus-Verlag, Wolkenkratzend (2016), Bild: Verlag
Hoch hinaus in Berlin: mit dem neuen Kinder-Architekturführer kein Problem! Bild: Antaeus-Verlag

Janz Balin is’eene Wolke – und wenn man in deren Nähe gelangen möchte, kann man ja die Stiegen in einem der zahlreichen Hochhäuser der Hauptstadt erklimmen. Doch welches ist eigentlich das höchste Hochhaus in Berlin? Ab welcher Gebäudehöhe spricht man von einem Hochhaus? Und welches war das erste Hochhaus in Berlin? Diese und viele weitere Fragen beantwortet der Antaeus-Verlag mit dem neuen Buch „Wolkenkratzend“. In diesem Architekturführer für Kinder wird eine Auswahl von 20 Berliner Hochhäusern vorgestellt, von der klassischen Moderne (Shell-Haus, 1930-32) bis zu aufstrebenden Glaspalästen der Jahrtausendwende (Bahn-Tower, 1998-2000).

Auf Doppelseiten finden sich Informationen zu je einem Hochhaus und einem bestimmten Aspekt des Hochhausbaus wie Hochhäuser als Zeichen, Höhenrekorde, Namensgebung, Ökologie, Formgebung, Stadtsilhouette. Und zu jedem Gebäude gibt es auch eine kleine Aufgabe oder ein Rätsel. Das Maskottchen „Alex“ – der kleine Fernsehturm – begleitet den Leser dabei durch den Hochhausdschungel. Und weist den Weg, um den Wolken nahe zu kommen. Verantwortlich für das Kinderbuch, das in allergrößten Ausnahmefällen auch Erwachsene mit Genehmigung ihrer Sprößlinge lesen dürfen, zeichnen Arne Winkelmann, Thomas Spier und Alexander Jung. „Wolkenkratzend“ ist der erste Band der Reihe „Typen Deiner Stadt“ für Berlin. (db, 22.10.16)

Berlin: Steglitzer Kreisel wird verkauft

Berlin, Steglitzer Kreisel (Bild: Muns, GFDL oder CC BY 3.0)
Schon während der Bauarbeiten skandalumwittert, später mit Asbestproblemen behaftet: der Steglitzer Kreisel in Berlin (Bild: Muns, GFDL oder CC BY 3.0)

Um mit den Trivia zu beginnen: Das im Folgenden beschriebene Hochhausensemble war Drehort für den Film „Didi – Der Doppelgänger“ mit Dieter Hallervorden. Begonnen wurde der 34-geschossige „Steglitzer Kreisel“ 1968 nach Entwürfen der Architektin und Bauunternehmerin Sigrid Kressmann-Zschach (1929-90). Die Kosten trugen teils der Berliner Senat, teils die Wohnungsbaugesellschaft AVALON. Durch die Insolvenz der Letzteren kam es 1974 zum Baustopp, die Stadt aber hatte gebürgt und nach einigen juristischen Verwicklungen konnte der Bau schließlich 1980 fertiggestellt werden. Zunächst zog das Bezirksamt Berlin-Steglitz-Zehlendorf ein. Doch als man in den 1990er Jahren Asbest feststellte, folgten Gutachten und 2007 schließlich Räumung und Leerstand.

Nun soll – nach einem internationalen Bieterverfahren – das Ensemble an die CG-Gruppe verkauft werden, die zuvor schon den Sockel des Hochhauskomplexes erworben hatte. Nachdem das ehemalige Bürohochhaus für 18,5 Millionen einer Asbestsanierung unterzogen wurde, soll der Verkauf 20 Millionen einbringen – also ein Erlös von 1,5 Millionen für die Stadt. Hier wollen die Immobilienentwickler 184 großzügig geschnittene Wohnungen entstehen lassen, deren Fenster dafür auf Bodenhöhe vergrößert werden sollen. Mit der Komplettsanierung soll Anfang 2017 begonnen werden. (kb, 24.8.16)

Vier neue Hochhäuser für Frankfurt

Frankfurt am Main, Roßmarkt 18, Bild: Mattes, CC BY 2.0.DE
Bald könnte es hier eng werden: das Areal der Deutschen Bank in Frankfurt am Main (Bild: Mattes, CC BY 2.0.DE)

Auf dem Deutsche-Bank-Areal in der Frankfurter Innenstadt sollen vier statt der ursprünglich geplanten zwei Hochhäuser entstehen. Der Magistrat hat die Überarbeitung des bestehenden Bebauungsplans beschlossen, wie die Stadt Ende Juni mitteilte. 2017 wird die Bank ihr Grundstück, das an den Investor Groß und Partner verkauft wurde, räumen. Dann rücken die Bagger an, um Platz zu schaffen für ein neues innerstädtisches (Luxus-) Wohnviertel.

Die vier Hochhäuser sollen zwischen 100 und knapp 230 Meter hoch werden. Sie sollen Platz für etwa 600 Wohnungen und rund 1500 Bewohner bieten. Zudem soll eine Kindertagesstätte mit 170 Plätzen entstehen. Abgeräumt wird hierfür unter anderem das 1969-71 vom Wiesbadener Architekten Franz Wilhelm Simon gestaltete „Investment Banking Center Frankfurt“, eines der letzten unberührten Beispiele des International Style in Frankfurts Bankenviertel. Im Bild ist es links hinterm historischen Gebäude Roßmarkt 18 zu sehen, das bestehen bleibt. Diesen denkmalgeschützten Bau hat die Bank im Januar 2015 separat veräußert und langfristig zurückgemietet. Weiterhin sollen zwei geschützte 1950er-Jahre-Fassaden teilweise in die Neubebauung integriert werden. (db, 30.7.16)

SOM – 80 Jahre hoch hinaus

New York, Lever House, Bild: David Shankbone CC BY-SA 3.0
Eines der Meisterwerke der SOM-Ingenieurskunst: das Lever House in New York (Bild: David Shankbone, CC BY SA 3.0)

Im Jahr 1936 gründeten Lewis Skidmore und Nathaniel Owings in Chicago ein Architekturbüro. 1939 stieß John Merrill hinzu, und das Trio SOM wuchs zum Planungs-Konzern, der sich seit 80 Jahren im Zusammenspiel von Architektur und Ingenieurbaukunst insbesondere bei der Konstruktion gigantischer Hochhäuser hervortut. Die Ausstellung und das in der Reihe DETAIL engineering erschienene Buch präsentiert den theoretischen Hintergrund der SOM Structural Group. Beide gehen nicht nur der Frage nach, wie „hoch hinaus“ Architektur gehen kann, sondern greifen auch das Thema Wirtschaftlichkeit für solche Gebäude auf.

Anahnd einer Vielzahl an Projekten werden die Leitsätze des Büros deutlich gemacht: Einfachheit, Klarheit, Ordnungsprinzipien als Grundlage struktureller Ideen, Effizienz und Weiterentwicklung. Ergänzt wird der Blick auf die Bauten – vom James Turrel Skyspace bis zum Burj Khalifa – durch ihre Einordnung in das Gesamtwerk und ihre Verbindung zu den „Klassikern“ wie dem John Hancock Center oder dem Sears Tower. Die Ausstellung „SOM. The Engineering of Architecture“ ist in München (Architekturgalerie München, Türkenstraße 30, 80333 München) noch bis zum 4. März zu sehen. (db, 20.2.16)

Der Sparkassenturm ist ein Denkmal

Wuppertal-Elberfeld, Sparkasse (Bild: Archiv der Sparkasse Wuppertal)
Am vorkragenden 19. Geschoss hängen die darunterliegenden: die Sparkasse im Wuppertal (Bild: Archiv der Sparkasse Wuppertal)

Das gesamte Bauensemble „Sparkassenturm“ in Elberfeld steht nun auf der Denkmalliste der Stadt. Sie würdigt damit ein „Zeugnis für die moderne, von innovativen Konstruktionsprinzipien und Materialien geprägte Architektur der 1960er/1970er Jahre und als Werk eines international renommierten Architekten.“ Der Architekt Paul Schneider von Esleben hat mehrere Gebäude in der Region gebaut, die heute unter Denkmalschutz stehen.

1962 gewann er den offenen Wettbewerb für die Sparkassenzentrale mit einem Entwurf voller innovativer Ideen, die typisch sind für den Geist der Zeit: Es gibt zum Beispiel einen Drive-In-Schalter. Besonders außergewöhnlich ist jedoch der Turm mit seiner Hängekonstruktion: Zunächst wurde der massive Kern des 75 Meter hohen Turms gebaut und anschließend von oben nach unten die Geschossdecken und die Fassade ausgekragt. Die außen sichtbaren Hängesäulen tragen also die darunter liegenden Stockwerke. So wie die Schwebebahn ist der Sparkassenturm jetzt ein modernes Markenzeichen von Elberfeld. „Darauf sind wir sehr stolz“, sagt Sparkassen-Sprecher Jürgen Harmke der Westdeutschen Zeitgung. Noch bis zum 24. Februar läuft im Kundenforum des Gebäudes eine Ausstellung zu Werk und Leben des Architekten Paul Schneider von Esleben. (ps, 25.1.16)