Heute offener Eiermann

Der “Eiermannbau” in Apolda zählt zu den modernen Höhepunkten der Stadt. Eine 1907 errichtete Textilfabrik wurde 1938/39 vom damals noch unbekannten Egon Eiermann im Auftrag der Total AG Feuerlöschgerätewerke umgebaut und erweitert. 1994 wurde die Produktion eingestellt, danach wartete der Bau auf neue Nutzer. Im Mai 2018 zog die Internationale Bauausstellung (IBA) Thüringen ein, das Gebäude wird sukzessive saniert und wiederbelebt: Seitdem war das Areal unter anderem Zeltlager, Tischtennisarena und Gemeinschaftsküche, aber auch Büro, Werkstatt und temporärer Ausstellungsor. Doch soll an diesem Ort dauerhaft eine neue Art von Fabrik entstehen – offen für kreative Nutzungen aller Art: die “Open Factory” , entwickelt durch die IBA Thüringen. Sie versteht sich dabei als Lern- und Versuchsort einer Gesellschaft der Nachhaltigkeit. Unternehmen, Start-ups, Kreative und Forscher:innen mit dem Fokus auf lokale Rohstoffe und regionale Wertschöpfung finden hier Raum.

Der Nachhaltigkeitsschwerpunkt in der Umprogrammierung führt zu einer neuen Produktivität und Identität des Standorts und soll auch zum Impuls für die Kreisstadt Apolda werden. Wie diese hohen Ansprüche konkret in Planung und Bau umgesetzt werden, erfahren Sie von den Projektbeteiligten: Anhand der drei zentralen Konzeptbausteine zur Entwicklung der Open Factory – dem Ressourcenschutzkonzept, dem Freiflächenkonzept und dem Umbaukonzept des Eiermannbaus – stellt die IBA-Organisation “das Sorgetragen für das Vorhandene, die breite Perspektive auf den Ressourcen- und Energieverbrauch bis zum Wertschätzen und konzeptionellen Weiterentwickeln der biologischen Vielfalt des Standortes vor” (O-Ton). Kurz gesagt: Das Projekt wird in allen Schwerpunkten erläutert. Und zwar heute, am 5. April, ab 17.00 Uhr online via Zoom. Denn derzeit wird der Eiermannbau bis 31. Oktober 2022 umgebaut und ist für Veranstaltungen geschlossen. (db, 5.4.22)

Apolda, Eiermannbau 2009 (Bild: NatiSythen, CC BY-SA 3.0)