Olympic Follies

Friede, Freude, Sport – die olympische Idee hat einmal mit großen Träumen angefangen. Das passte hervorragend zu den utopischen Blütenträumen der Architekturmoderne. Gemeinsam entstanden bemerkenswerte Sport- und Wohnbauten, die heute ein erhaltenswertes kulturelles Erbe bilden – auch und besonders 1972 in München. Doch was wurde aus den Monumenten einer großen Idee, als der Sportrummel vorbei war?

Vor diesem Hintergrund gibt es für den Zeitraum vom 6 bis zum 9. November – im Rahmen der ohnehin schon äußerst sehens- und besuchenswerten ICOMOS-Olympia-Tagung – ein weiteres Highlight anzukündigen: die „Poster Session“ und Ausstellung „Olympic Follies“. Ort ist das Vorhoelzer Forum der TU München (Arcisstraße 21, Institutsgebäude, Raum 5170, Vorhoelzer Forum, 5. Stock). Begleitend zur Ausstellung gibt es im öffentlichen Teil der ICOMOS-Generalversammlung am 9. November 2019 von 13 bis 17 Uhr allerlei thematisch passende Vorträge und einen Sit-In auf Original Sitzgelegenheiten von Olympia 1972. (kb, 4.11.19)

„Olympic Follies“ – Plakatmotiv der Ausstellung in der TU München

Die Zukunft wohnt in Leipzig

Kommen Sie am zweiten Novemberwochenende zur Denkmal Messe nach Leipzig, es wird sich lohnen! Bereits zum zehnten Mal wird hier die Messeakademie ausgerichtet. Unter dem Motto „Entwerfen im historischen Umfeld – Altbau.Umbau.Neubau.“ wurden nach einem studentischen Wettbewerb die besten Konzepte für drei denkmalgeschützte Gebäude prämiert – darunter die ehemalige Textilfabrik „Ernst Engländer“ in Berga/Elster. Die zehn besten Entwürfe werden ausgestellt, am 9. November 2018 präsentieren die drei Preisträger um 11 Uhr ihre Arbeiten im Fachkolloquium der Messeakademie. Ebenso sollten Sie nicht versäumen, vom 8. bis zum 9. November bei der von ICOMOS Deutschland und Russland gestalteten Tagung „A Future for Our Recent Past. Model Projects of Modern Heritage Conservation in Europe“ reinzuschauen.

Für Modernisten könnten sich auch lohnen (alles Halle 2): die Podiumsdiskussion „Rading trifft Schlemmer“ am 8. November ab 11.30 Uhr im Info-Forum, die DNK-Sonderschau der Sharing-Haritage-Projekte am Messestand A42, die Vorstellung des Big-Beautiful-Buildings-Projekts am 8. November ab 13.40 Uhr im Sharing-Heritage-Forum, das Symposion zur deutsch-israelischen Bauhütte in Tel Aviv am 8. November ab 14.30 Uhr im Info-Forum, das tägliche Vortragsprogramm zur Sanierung eines DDR-Typenhauses  am Messestand G02 sowie verschiedene Programmpunkte zum Umbau der Leipziger Philippuskirche. Und nicht zuletzt finden Sie viele Moderne-Initiativen vertreten, u. a. moderneREGIONAL zu Gast am Messestand (IF 10) des Rheinischen Vereins. (kb, 29.10.18)

Leipzig, Messe (Bild: Diezin, CC BY SA 3.0)

Moderne neu denken

Eine Verfolgungsjagd, ein Spion in Kofferraum und eine Geliebte auf der falschen Seite des Eisernen Vorhangs – aus den Zeiten des Kalten Krieges ist uns die ein oder andere unsterbliche kulturelle Chiffre geblieben. In Architektur und Städtebau wurde ebenso mit ideologisch aufgeladenen Stereotypen gekämpft. Der Westen propagierte den klaren Funktionalismus, der Osten – zumindest für einige Jahre – den Rückgriff auf traditionelle Formen. Vor 60 Jahren, zur „Internationalen Bauausstellung Interbau Berlin 1957“ war die geteilte Stadt Schauplatz diesen stilistischen Wettrüstens. Der als Stalinallee begonnenen Karl-Marx-Allee im Osten Berlins wurden die westlich geprägten Interbau-Projekte entgegengestellt. Mit dem Weiterbau der Karl-Marx-Allee bis 1964 entwickelte der Osten dann nochmals eine neue Auffassung von Moderne.

Dieses einmalige Gegenüber von so viel bewegter Architektur- und Städtebaugeschichte veranlasste das Land Berlin, 2013 einen Antrag auf Aufnahme in die Vorschlagliste für das UNESCO-Weltkulturerbe zu stellen. Vom 10. bis zum 12. September 2017 laden die Akademie der Künste Berlin, die dortige Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen und das Landesdenkmalamt sowie ICOMOS Deutschland nun zur Internationalen Konferenz nach Berlin – eine Veranstaltung zum 60. Interbau-Jubiläum und im Rahmen ist das European Cultural Heritage Year (ECHY) 2018. Unter dem Titel „Rethinking Modernity | Moderne neu denken“ soll das Berliner Beispiel um internationale Vergleiche erweitert werden. (kb, 2.8.17)

Titelbild: Plakatmotiv, Fotos: Wolfgang Bittner/Wolfgang Reuss, Landesdenkmalamt