Bühnen-Beistand

Die Städtischen Bühnen Frankfurt bewegen: Der von der Stadt beschlossene Abbruch der 1959-1963 errichteten Bühnen-Doppelanlage (die Reste des historischen Schauspielhauses von 1902 integriert) hat Abrissgegner und Rekonstruktions-Fans mobilisiert. Die Initiative Zukunft Städtische Bühnen Frankfurt plädiert für den weitgehenden Erhalt der bundesweit einmaligen Anlage von ABB Architekten. Am 23. November lädt sie zur Podiumsdiskussion Kulturikone weiterbauen, die via Zoom abgehalten wird. Diametral entgegengesetzt steht die Aktionsgemeinschaft Schauspielhaus Frankfurt: Sie fordert in mehr oder minder offensiven Ton den Wiederaufbau des wilhelminischen Prunkbaus – und hat 23.588 Unterschriften gesammelt, die einen Bürgerentscheid ermöglichen.

Für den Erhalt der denkmalgeschützten Teile der Doppelanlage haben sich nun führende Organisationen der Denkmalpflege in einem offenen Brief starkgemacht: Das Bauwerk sei ein herausragendes Zeugnis der Stadtgeschichte, insbesondere das Foyer stehe wie kein zweites öffentliches Gebäude für den kulturellen, politischen und gesellschaftlichen Aufbruch der Nachkriegszeit. Man appelliert an die Stadt, den Denkmalschutz anzuerkennen und bei Sanierungs- und Umbaumaßnahmen die Substanz zu bewahren. Die durchgeführten Untersuchungen ließen nicht erkennen, dass es andere öffentliche Belange gibt, seien es die Kosten oder die Nutzbarkeit, die einem Erhalt entgegenstehen. Zu den Unterzeichnern des Briefs zählen unter anderem der Verband Deutscher Kunsthistoriker, die Deutsche Stiftung Denkmalschutz, ICOMOS Deutschland und der Rheinische Verein für Denkmalpflege und Landschaftsschutz. (db, 17.11.20)

Frankfurt, Städtische Bühnen um 1970 (Bild: Dontworry, CC BY-SA 3.0)

Olympic Follies

Friede, Freude, Sport – die olympische Idee hat einmal mit großen Träumen angefangen. Das passte hervorragend zu den utopischen Blütenträumen der Architekturmoderne. Gemeinsam entstanden bemerkenswerte Sport- und Wohnbauten, die heute ein erhaltenswertes kulturelles Erbe bilden – auch und besonders 1972 in München. Doch was wurde aus den Monumenten einer großen Idee, als der Sportrummel vorbei war?

Vor diesem Hintergrund gibt es für den Zeitraum vom 6 bis zum 9. November – im Rahmen der ohnehin schon äußerst sehens- und besuchenswerten ICOMOS-Olympia-Tagung – ein weiteres Highlight anzukündigen: die „Poster Session“ und Ausstellung „Olympic Follies“. Ort ist das Vorhoelzer Forum der TU München (Arcisstraße 21, Institutsgebäude, Raum 5170, Vorhoelzer Forum, 5. Stock). Begleitend zur Ausstellung gibt es im öffentlichen Teil der ICOMOS-Generalversammlung am 9. November 2019 von 13 bis 17 Uhr allerlei thematisch passende Vorträge und einen Sit-In auf Original Sitzgelegenheiten von Olympia 1972. (kb, 4.11.19)

„Olympic Follies“ – Plakatmotiv der Ausstellung in der TU München

Die Zukunft wohnt in Leipzig

Kommen Sie am zweiten Novemberwochenende zur Denkmal Messe nach Leipzig, es wird sich lohnen! Bereits zum zehnten Mal wird hier die Messeakademie ausgerichtet. Unter dem Motto „Entwerfen im historischen Umfeld – Altbau.Umbau.Neubau.“ wurden nach einem studentischen Wettbewerb die besten Konzepte für drei denkmalgeschützte Gebäude prämiert – darunter die ehemalige Textilfabrik „Ernst Engländer“ in Berga/Elster. Die zehn besten Entwürfe werden ausgestellt, am 9. November 2018 präsentieren die drei Preisträger um 11 Uhr ihre Arbeiten im Fachkolloquium der Messeakademie. Ebenso sollten Sie nicht versäumen, vom 8. bis zum 9. November bei der von ICOMOS Deutschland und Russland gestalteten Tagung „A Future for Our Recent Past. Model Projects of Modern Heritage Conservation in Europe“ reinzuschauen.

Für Modernisten könnten sich auch lohnen (alles Halle 2): die Podiumsdiskussion „Rading trifft Schlemmer“ am 8. November ab 11.30 Uhr im Info-Forum, die DNK-Sonderschau der Sharing-Haritage-Projekte am Messestand A42, die Vorstellung des Big-Beautiful-Buildings-Projekts am 8. November ab 13.40 Uhr im Sharing-Heritage-Forum, das Symposion zur deutsch-israelischen Bauhütte in Tel Aviv am 8. November ab 14.30 Uhr im Info-Forum, das tägliche Vortragsprogramm zur Sanierung eines DDR-Typenhauses  am Messestand G02 sowie verschiedene Programmpunkte zum Umbau der Leipziger Philippuskirche. Und nicht zuletzt finden Sie viele Moderne-Initiativen vertreten, u. a. moderneREGIONAL zu Gast am Messestand (IF 10) des Rheinischen Vereins. (kb, 29.10.18)

Leipzig, Messe (Bild: Diezin, CC BY SA 3.0)