Leipzig und die Industriekultur

Leipzig und die Industriekultur

A1-Plakat-TIK-2016Vom 11. bis 14. August 2016 finden in Leipzig die 4. Tage der Industriekultur statt. Ziel ist es auch in diesem Jahr, die traditionsreiche Messestadt von ihrer besonderen Seite zu zeigen. Dafür haben die Veranstalter verschiedene Themenrouten zusammengestellt. Hinter dem Motto “Offenes Werktor” warten beispielsweise Besichtigungen, Führungen und Vorträge zu sonst verschlossenen Produktionsstätten – von der Edelstahlgießerei über das Kugel- und Rollenlagerwerk bis zum Kraftwerk.

Auch Themenmuseen – darunter das Stadt- und Waagenmuseum Oschatz oder das Museum für Druckkunst – zeigen ihre Schätze. Im Rahmen der Veranstaltungsreihe wird im Deutsches Museum für Galvanotechnik zudem die “III. Internationale Plakatausstellung des plakat-sozial e. V.” eröffnet. Die Tage der Industriekultur werden ehrenamtlich organisiert vom Industriekultur Leipzig e. V. (kb, 18.7.16)

Industriekulturelles Erbe

Industriekulturelles Erbe

Bochum, Bergbaumuseum, Schachtgerüst "Germania" (Bild: Desertcristal, CC BY SA 3.0)
Zeugen einer vergangenen Industriekultur werden zum Identitätssymbol: das Schachtgerüst “Germania” im Bochumer Bergbaumuseum (Bild: Desertcristal, CC BY SA 3.0)

Seit den 1970er und 1980er Jahren führte die De-Industrialisierung in Westeuropa und Nordamerika zu wirtschaftlich-gesellschaftlichen Verwerfungen. Auch Mittel- und Osteuropa wurden davon mit den politischen Umbrüchen der 1990er Jahre getroffen. Diese Veränderungen versuchte die Politik z. B. durch wirtschaftliche Impulse und neue Bildungseinrichtungen abzufedern. Dem entsprachen kulturell die “postindustrielle Landschaftsreparatur” und die “Musealisierung industrieller Hinterlassenschaft”, die neue Orte der Erinnerung für eine post-industrielle Identität schufen.

Vom 27. bis 29. April 2017 will die Tagung “Authentizität und industriekulturelles Erbe – Identitäten, Grenzen, Objekte und Räume” in Freiberg/Sachsen “Prozesse der Authentisierung” des industriekulturellen Erbes im europäischen und internationalen Vergleich ergründen – mit einem Schwerpunkt auf ehemaligen Montanrevieren. Die Tagung wird im Rahmen des von der RAG-Stiftung geförderten Projekts “Vom Boom zur Krise: Der deutsche Steinkohlenbergbau nach 1945“ veranstaltet und vom Leibniz-Forschungsverbund Historische Authentizität unterstützt. Historiker, Kulturwissenschaftler sowie Kollegen aus benachbarten Disziplinen sind eingeladen, Abstracts zu folgenden Themenfeldern einzureichen: Industriekultur, Räume des Authentischen, Grenzen des Authentischen, Authentizität und Identität sowie Authentizität und (Bau-)Denkmal. Themenvorschläge (Abstract von max. 500 Wörtern) mit einem kurzen CV können als zusammenhängendes pdf bis zum 31. August 2016 eingesendet werden an: jana.golombek@bergbaumuseum.de und torsten.meyer@bergbaumuseum.de. (kb, 24.6.16)

Moderne 2.0

Moderne 2.0

Ingenieur, Zahnräder betrachtend, Chemnitz, 1951 (Foto: Seidel, Bild: Bundesarchiv Bild 183-12173-0001, CC BY SA 3.0)
Spaß sieht für jeden anders aus: Ingenieur, Zahnräder betrachtend, Chemnitz, 1951 (Foto: Seidel, Bild: Bundesarchiv Bild 183-12173-0001, CC BY SA 3.0)

“Wie sollten wir die Essenz der Moderne wahrnehmen?” Dieser großen Frage stellt man sich in Chemnitz ganz praktisch und schaut während des Workshops “Moderne 2.0” vom 10. bis zum 11. September 2016 auf die beiden Berufsgruppen, welche die Moderne besonders geprägt haben: Zum einen gibt es den Ingenieur, der in seinem Wesen strukturiert, orientiert an Anforderungen, oft gemessen an der Effizienz seines erstellten Produktes. Zum anderen ist da der Künstler, befreit vom richtig oder falsch, vom Nachweis seiner Behauptungen, oft bewertet nach der Ästhetik seines Werks.

Dem Chemnitzer Workshop, der sich selbst als “interdisziplinärer Experimentalraum für Künstler und Ingenieure” versteht, geht es um den Dialog und Austausch dieser so unterschiedlichen Denk- und Arbeitsweisen. Die Präsentation der Ergebnisse, Beobachtungen und Erkenntnisse des Workshops erfolgen auf dem “RAW Festival” im Rahmen der 7. Tage der Industriekultur vom 23. bis 25. September 2016 im ehemaligen Reichsbahnausbesserungswerk Chemnitz. Es sind ca. 16 Workshop-Plätze zu vergeben, die Teilnahme ist kostenfrei, Interessierte werden gebeten sich mit ein paar Informationen (Name, Alter, Beruf, was reizt an diesem Workshop und was ist das Werkzeug?) zu bewerben bei: Bettina Hofmann, 0371/690 68-16hofmann@cwe-chemnitz.de. (kb, 20.6.16)