Stillgelegt

Stillgelegt

Stillgelegt_Bild_DuMont-VerlagDer DuMont-Bildband „Stillgelegt – 100 verlassene Orte in Deutschland und Europa“ zeigt die ganze Bandbreite der „Lost Places“: ungenutzte Werkhallen und Förderschächte, verfallene Heilanstalten, Kultur-  und Sportstätten, vor sich hin rottende Kriegsdenkmäler, Bunker und Kasernen, die zumeist in den letzten 100 Jahren entstanden. Die Fotografien von Thomas Kemnitz, Robert Conrad und Michael Täger dokumentieren das Schicksal dieser Orte und Gebäude, die aus unterschiedlichen Gründen verlassen und dem Verfall preisgegeben wurden – weil sich politische Konstellationen verändert haben, bestimmte Industriezweige aufgegeben wurden, Orte ihre Bedeutung verloren haben.

Die 100 Orte werden nicht chronologisch, sondern nach ihrer ursprünglichen Nutzung, auf fünf Kapitel verteilt, vorgestellt. Am Ende der Kapitel werden in kurzenTexten die wichtigsten Fragen zu den Objekten beantwortet: Wann und von wem wurden sie gebaut? Für welche Nutzung? Wieso wurden sie verlassen? Wie ist der Zustand heute? Aus Deutschland sind u. a. mit dabei das Kernkraftwerk Rheinsberg, die Deutschen Waffen- und Munitionsfabriken in Lübeck und das Chemiewerk Kapen in Wörlitz. (kb, 2.9.16)

Kemnitz, Thomas/Conrad, Robert/Täger, Michael, Stillgelegt – 100 verlassene Orte in Deutschland und Europa, DuMont-Verlag, 2015, 224 Seiten, 22,8 cm x 27,5 cm, ISBN 9783770188888.

Berlin und seine Industriekultur

Berlin und seine Industriekultur

Berlin, Yorckbrücken (Bild: Kosteletz, CC BY SA 3.0, OTRS ticket #2012082310000071)
Berlin, Yorck-Brücken (Bild: Kosteletz, CC BY SA 3.0, OTRS ticket #2012082310000071)

Der Berliner Senat hat am 2. August 2016 auf Vorlage des Stadtentwicklungs- und Umweltsenators Andreas Geisel diesen Bericht an das Abgeordnetenhaus beschlossen: „Stärkung der Potenziale der Industriekultur in Berlin“. „Der verantwortungsvolle Umgang mit dem industriellen Erbe Berlins ist Verpflichtung und Chance zugleich“, konstatiert darin der Senat. Hierfür müsse das Potenzial ins Bewusstsein gerückt werden.

Mit dem Berliner Zentrum Industriekultur (BZI), einer wissenschaftlichen Einrichtung der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin und der Stiftung Deutsches Technikmuseum Berlin, habe Berlin einen Motor, um „das städtebauliche, wirtschaftliche, touristische wie kulturelle Entwicklungspotenzial auszubauen“. Daher werde das BZI 2016 institutionell gefördert und als „Kümmerer“ etabliert. Denn Berlin besitze wie kaum eine andere Metropole Europas eine viele herausragender Zeugnisse der industriellen Entwicklung: Ob in Wedding oder Tempelhof, in Pankow, Schöneberg, Schöneweide oder Reinickendorf, ob mit der Elektroindustrie, dem Maschinen- und Eisenbahnbau, der Nachrichten- und Funktechnik, der Textil- und Modeindustrie oder selbst mit der Lebensmitteltechnik. Ebenso entstanden  eindrucksvolle Anlagen der Verkehrsinfrastruktur, wie Brücken (z. B. Yorck-Brücken), Häfen oder Bahnanlagen (z. B. der Rundlokschuppen auf dem ehemaligen Bahngelände in Pankow). (kb, 21.8.16)

Leipzig und die Industriekultur

Leipzig und die Industriekultur

A1-Plakat-TIK-2016Vom 11. bis 14. August 2016 finden in Leipzig die 4. Tage der Industriekultur statt. Ziel ist es auch in diesem Jahr, die traditionsreiche Messestadt von ihrer besonderen Seite zu zeigen. Dafür haben die Veranstalter verschiedene Themenrouten zusammengestellt. Hinter dem Motto „Offenes Werktor“ warten beispielsweise Besichtigungen, Führungen und Vorträge zu sonst verschlossenen Produktionsstätten – von der Edelstahlgießerei über das Kugel- und Rollenlagerwerk bis zum Kraftwerk.

Auch Themenmuseen – darunter das Stadt- und Waagenmuseum Oschatz oder das Museum für Druckkunst – zeigen ihre Schätze. Im Rahmen der Veranstaltungsreihe wird im Deutsches Museum für Galvanotechnik zudem die „III. Internationale Plakatausstellung des plakat-sozial e. V.“ eröffnet. Die Tage der Industriekultur werden ehrenamtlich organisiert vom Industriekultur Leipzig e. V. (kb, 18.7.16)