Ingenieurskunst

Recherswil, sog. Kilcherschale, 1965, Heinz Isler (Bild: Хрюша, CC BY SA 3.0, 2009)

Béton Fédérateur

Das Material Beton schuf ab der Mitte des 19. Jahrhunderts länderübergreifend neue Möglichkeiten, die das Bauen vom technischen Umgang bis zur künstlerischen Form verändern und bis ins 21. Jahrhundert hinein bestimmen sollte. Vom 25. bis zum 26. Januar 2019 will der Workshop „Béton Fédérateur“ in der ETH Zürich der Frage nachgehen, wie der graue Kunststein speziell das Gebiet der Schweiz geprägt hat. Der Blick der Veranstalter und Referenten reicht dabei von den ersten Errungenschaften der Ingenieurkunst bis hin zu den heutigen Straßen und Energieversorgungswegen.

Im Besonderen soll herausgearbeitet werden, wie verschiedenartig Strukturen – Dämme, Brücken, Bunker, Lagerhallen und Häuser – im 20. Jahrhundert unabhängig voneinander entstanden. Und wie Infrastruktur-Netzwerke nach und nach die Schweiz überzogen, wie künstliche (Energie, Transport) bis hin zu natürliche (Wasser) Lebensadern die gebaute Umgebung formten. Der Workshop will nationale und internationale Forscher auf den Feldern Geschichte, Architekturgeschichte, Technik- und Sozialgeschichte zusammenbringen. Am ersten Konferenztag sollen methodische Fragen diskutiert werden: beginnend mit internationalen Experten, gefolgt von einer Vorstellung gegenwärtiger Studien. Der zweite Tag will einen Überblick über die wichtigsten themenbezogenen Forschungsprojekte in der Schweiz bieten. Grundsätzlich ist der Züricher Workshop offen für Interessierte, die Zahl der Sitzplätze ist jedoch begrenzt, die Konferenzsprache ist Englisch. (kb, 21.1.19)

Recherswil, sog. Kilcherschale, 1965, Heinz Isler (Bild: Хрюша, CC BY SA 3.0, 2009)

Düsseldorf, Theodor-Heuss-Brücke, 2016 (Bild: joschi71, CC BY SA 4.0)

Bauingenieure im Fokus

Monographien über Architekten gibt es wie Sand am Meer. Egal, ob es sich um klassische Werkverzeichnisse handelt, kritische Biographien oder kunsthistorische Stilanalysen: der Baumeister als Protagonist ist sowohl in Forschungs- als auch Populärliteratur etabliert. Dort, wo seine Arbeit aufhört, schweigen jedoch meist auch die Bücher: Die Tätigkeit von Bauingenieuren ist nach wie vor ein Spezialthema, ihre Namen sind dem breiten Publikum nur in Ausnahmefällen bekannt. In diese Lücke stößt das jüngst erschienene Buch „Die geheime Welt der Bauwerke“ von Roma Agrawal.

Die Autorin, selbst Physikerin und Bauingenieurin, liefert einen umfassenden Einblick in die Welt der Pioniere von Statik und Konstruktion, die auch die gewagtesten Bauten ermöglichen – oder im schlimmsten Fall für ihren Einsturz verantwortlich zeichnen. Anhand bedeutender Bauwerke von der Antike bis zur Gegenwart beleuchtet das Buch die innovative Arbeit von Menschen, deren Name meist hinter dem ungleich bekannteren Baumeister zurücksteht oder gänzlich unbekannt ist. Es bietet einen handfesten Anreiz, das zu ändern. (jr, 14.9.18)

Agrawal, Roma, Die geheime Welt der Bauwerke. Übersetzt aus dem Englischen von Ursula Held, Hanser Verlag, München 2018, ISBN 978-3-446-26030-6.

Düsseldorf, Theodor-Heuss-Brücke, 2016 (Bild: joschi71, CC BY SA 4.0)