Initiative Kerberos

Ausstellungsaufbau von "Underground Architecture" in der Berlinischen Galerie (Bild: Initiative Kerberos, 2019)

Berlin: Kerberos ist da!

Da wurde das Unterste zuoberst gekehrt: Ab sofort ist in der Berlinischen Galerie die Ausstellung „Underground Architecture“ zu sehen. Die Schau bringt die Berliner U-Bahnhofsarchitektur der 1950er bis 90er Jahre ans Tageslicht – genauer: in drei Ausstellungsräume des Berliner Landesmuseums für moderne Kunst. Neben bauzeitlichen Fotografien der Bahnhöfe stehen vor allem Skizzen und Zeichnungen aus den jeweiligen Entwurfsphasen im Mittelpunkt. Zu sehen gibt es Werke der U-Bahnhofsarchitekten Bruno Grimmek, Ralf Schüler, Ursulina Schüler-Witte und Rainer G. Rümmler, außerdem aktuelle Architekturfotos von Chris M Forsyth. Blickfang der Ausstellung dürfte der Kopf der Kerberos-Skulptur sein, die der Bildhauer Waldemar Grzimek Anfang der 1970er Jahre für den U-Bahnhof „Rathaus Steglitz“ entworfen hat.

Die Schau ist bis zum 20. Mai in Berlin zu sehen und bildet damit Auftakt und Nachklang für die internationale Tagung „Underground Architecture revisited“, die vom 20. bis 23. Februar ebenfalls in der Berlinischen Galerie stattfindet. Die Ausstellung wurde kuratiert von Ulla Müller und Kati Renner (Berlinische Galerie) mit wissenschaftlicher Beratung durch Ralf Liptau, Verena Pfeiffer-Kloss und Frank Schmitz (Initiative Kerberos). Die Tagung wird organisiert von ICOMOS Deutschland, dem Landesdenkmalamt Berlin und der Initiative Kerberos. moderneRegional ist Medienpartner beider Projekte. (rl/vp/rs, 16.2.19)

links: Berlin, U-Bahnhof „Schloßstraße“, 1974 (Bild: © Berlinische Galerie); rechts/oben: Ausstellungsaufbau (Bild: Initiative Kerberos)

Bonn, U-Bahnstation Heussallee (Bild: Initiative Kerberos, 2017)

Rettung für die Bahn des Bundes?

Während die Modernisten noch die Tage bis zur großen U-Bahn-Tagung-Ausstellung in Berlin zählen, denkt die Initiative Kerberos schon weiter: an die U-Bahn in Bonn. In einem Offenen Brief (voller Wortlaut hier) wenden sich die U-Bahnretter an den Oberbürgermeister und weitere Verantwortungsträger von Stadt, Land und ÖPNV mit dem Appell „Rettung für die Bahn des Bundes“. Sie wünschen sich „mehr Wertschätzung im Umgang mit den ältesten U-Bahnstationen Bonns“ – ganz konkret „eine zügige Eintragung der Bahnhöfe“ (im „Bonner Tunnel“ von Hauptbahnhof bis Heussallee/Museumsmeile) „in die Denkmalliste und einen schärferen Blick auf Vollständigkeit und Kohärenz des bisher weitgehend erhaltenen Gestaltungskonzepts“.

Zum Hintergrund erläutert Kerberos: „Zwischen Bonn Hauptbahnhof und Heussallee/Museumsmeile wurde 1975/79 die erste U-Bahnverbindung der Bundeshauptstadt Bonn eröffnet, mit der das Regierungs- und Parlamentsviertel an das Stadtzentrum und den Fernverkehr der Bahn angeschlossen wurde.“ Als prominente Köpfe des Architektenteams lassen sich Alexander Freiherr von Branca, das Kölner Büro Peter Busman/Godfried Haberer und die Wiener „Architektengruppe U-Bahn“ nennen. Doch damit aus dieser freudvollen Baukunst kein Frust wird, möchte Kerberos an die – von der Werkstatt Baukultur Bonn 2015 angestoßene – Diskussion anknüpfen und weitere schleichende Veränderungen etwa im Bereich Wegweiser und Beschriftungen verhindern. (kb, 5.2.19)

zum Offenen Brief

mehr über die Bonner U-Bahn

Bonn, U-Bahnstation Heussallee/Museumsmeile, 1975 (Bild: Initiative Kerberos, 2017)

Berlin: U-Bahn-Tagung – das Programm

Die Berliner Konferenz „Underground Architecture Revisited“ (mit Ausstellung), die in der Berlinischen Galerie vom 20. bis 23. Februar 2019 stattfinden wird, verspricht nicht weniger als einen Rundumblick auf die modernen U-Bahnstationen der Welt. Die Tagung von Landesdenkmalamt Berlin, ICOMOS Deutschland, Initiative Kerberos und Berlinischer Galerie wird gefördert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien und von moderneREGIONAL als Medienpartner begleitet.

Mittwoch, 20. Februar 2019

Bereits am ersten Konferenztag, am 20. Februar 2019, starten die Teilnehmer mit einer wohldosierten Portion Inhalt in den wohlverdienten Abendempfang:

  • ab 17.00 Uhr: Begrüßung: Moderation: Christoph Rauhut, Landeskonservator und Direktor Landesdenkmalamt Berlin; Begrüßung: Jörg Haspel, Präsident ICOMOS Deutschland; Thomas Köhler, Direktor der Berlinischen Galerie; Grußworte: Gerry Woop, Staatssekretär für Europa, Berlin; Evelyn Nikutta, Vorstandsvorsitzende der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG)
  • ab 17.30 Uhr: Thematische Einführung: Frank Schmitz, Hamburg, Initiative Kerberos
  • ab 18.00 Uhr, Abendvortrag: „Schnitt durch den U-Bahnraum“, Moderation: Verena Pfeiffer-Kloss, Berlin; Vortragender: Christoph Rodatz, Wuppertal
  • ab 19.00 Uhr: Abendempfang: im Irene-Baumann-Foyer der Berlinischen Galerie

Donnerstag, 21. Februar 2019

An den beiden folgenden Tagen, dem 21. und 22. Februar 2019, reihen sich die Referate und Gespräche nach thematischen Schwerpunkten:

  • 9.30-11.30 Uhr: Moderner U-Bahnbau und historische Stadt: Begrüßung: Birgitta Müller-Brandeck, Verwaltungsdirektorin Berlinische Galerie; Moderation: Christoph Rauhut, Berlin; ReferentInnen: Martin Murrenhoff, Berlin; Verena Pfeiffer-Kloss, Berlin; Venetsanaki Charikleia, Athen; Ralf Liptau, Wien
  • 13.00-14.30 Uhr: U-Bahnbau in der Sowjetunion Moderation: Frank Schmitz, Hamburg; ReferentInnen: Viktoriya Sukovata, Kharkiv/Ukraine; Natalia Dushkina, Moskau/Russische Föderation; Nato Gengiuri, Tiblisi/Georgien
  • 15.00-16.00 Uhr: Auf dem Weg in die moderne Stadt Moderation: Verena Pfeiffer-Kloss, Berlin, ReferentInnen: Sabine Kock, Hamburg; Andreas Putz, München
  • 16.00-16.45 Uhr: Werkstattgespräch: Moderation: Friedhelm Haas, Architektenkammer Berlin; TeilnehmerInnen: Martin Renz, BVG (angefragt), Rainer Fisch, Landesdenkmalamt Berlin; Peter Peternell, Wiener Linien

Freitag, 22. Februar 2019

  • 9.30-11.00 Uhr: Den Untergrund denken. Architektur und Medialität: Moderation: Ralf Liptau, Wien; ReferentInnen: Kerstin Renz, Kassel; Ingo Landwehr, Berlin; Roland Meyer, Cottbus
  • 11.30-13.00 Uhr: Initiativen: Moderation: John Ziesemer, Berlin; TeilnehmerInnen: Initiativen: London: SAVE Britain’s Heritage und Railway Heritage Trust Marcus Binney, London; Bonn: Werkstatt Baukultur Martin Bredenbeck, Bonn; Berlin: Initiative Kerberos Ralf Liptau, Wien
  • 13.00-13.15 Uhr: Auslobung des ICOMOS Studierendenwettbewerbs 60+- U-Bahn- und Verkehrsbauten
  • 14.30-16.00 Uhr: Inventarisierung: Moderation: Frank Schmitz, Hamburg; TeilnehmerInnen: Wiepke van Aaken und Burkhard Körner, München; Bernhard Kohlenbach, Berlin; Philipp F. Huntscha, Bonn
  • 16.30-17.30 Uhr: Podiumsdiskussion: „Wie machen wir das unterirdische bauliche Erbe der Nachkriegsmoderne zukunftsfähig?“, Moderation: Jörg Haspel, Berlin; TeilnehmerInnen: Manfred Kühne, Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen Berlin; Reiner Nagel, Bundesstiftung Baukultur; Christine Edmaier, Architektenkammer Berlin; Uwe Kutscher, BVG (angefragt); Christoph Rauhut, Landesdenkmalamt Berlin; Kai Kappel, HU Berlin
  • ab 19.00 Uhr: Filmabend: „urbanoFILMS #35 – Merci Métro“, urbanophil e. V.; Kurzfilm: Barres, Luc Moullet, 1984, 14min; Spielfilm: Subway, Luc Besson, 1986, 104min; Ort: Centre Francais de Berlin, Müllerstraße 74 (U-Bahn Rehberge)

Samstag, 23. Februar 2019

  • 11.00-16.00 Uhr: Führung durch die Ausstellung „Underground Architecture“ in der Berlinischen Galerie (Eintritt kostenpflichtig) – jeweils zur vollen Stunde: Führende: Ralf Liptau, Verena Pfeiffer-Kloss und Frank Schmitz, Initiative Kerberos

Das Programm als pdf-Download finden Sie hier.

(kb/db, 15.1.19)