Hilden: Abriss für Wohnprojekt

Die Abrissarbeiten haben Mitte März begonnen: In Hilden wird aktuell St. Johannes Evangelist niedergelegt. Bereits 2015 hatte man die 1965 geweihte, römisch-katholische Kirche geschossen. Während der Arbeiten wurden/werden der Grundstein sowie die Fenstergestaltung des lokalen Künstlers Leo Nienartowicz geborgen. Die Glocken gehen zu St. Petri in Westerstede und zur Auferstehungskirche in Ihausen. Die Bänke und die Orgel gab man nach Polen.

Bis 2021 will die Initiative Trialog auf dem Kirchengrundstück in Erbpacht ein Mehrgenerationenhaus verwirklichen: 28 barrierefreie Wohnungen. Über eine Einlage erwerben die künftigen Nutzer ein lebenslanges Wohnrecht. An den Klimaschutz ist auch gedacht, so soll das Passivhaus in Holzbauweise 317 Photovoltaikmodule erhalten und so seinen eigenen Strom produzieren. (kb, 24.3.20)

Hilden, St. Johannes Evangelist, 2013 (Bild: Kasimix, CC BY SA 3.0)

Mannheim: Abriss nach 90 Jahren?

1930, vor 90 Jahren, wurde St. Peter in Mannheim geweiht. Im Stadtteil Schwetzingerstadt gestaltete der Architekt Hermann Otto Künkel ab 1927 den Bau im expressionistischen Stil. Nach schweren Kriegsschäden erfolgte der Wiederaufbau bis 1952 unter dem Architekten Adam Müller. Im Rahmen dieser Maßnahme wurde der Treppengiebel entfernt, eine Flachdecke eingezogen und die Ausstattung weitestgehend erneuert. Aktuell ist von Abriss die Rede – der Bau sei schlicht zu renovierungsbedürftig. An die Stelle der Kirche könnte ein Caritas-Seniorenzentrum treten. Bislang bewegen sich die Planungen noch auf der Ebene von Konzeptstudien. (16.3.20)

Mannheim, St. Peter (Bild: Immanuel Giel, CC BY SA 3.0, 2010)

Geht St. Johannes an den Alpenverein?

Die Betonwaben schichten sich in Wiesbaden-Rambach formvollendet den Hang empor. Als die Kirche St. Johannes 1963 eingeweiht wurde, hatte die Architektengemeinschaft Ludwig Ey, Edmund Häußer und Erich Husar den Standort optimal ausgenutzt: oben der liturgische Raum, unten Platz für die Jugendarbeit. Doch inzwischen ist die Zukunft des Baukunstwerks ungewiss – aus den bekannten Gründen: zu wenig Gottesdienstbesuch, zu wenig Priester, zu wenig Geld. Daher erwog die Gemeinde die Umgestaltung zur Kindertagesstätte. Doch die Stadt sah keinen Bedarf.

Nun zeichnet sich eine neue Nutzungsalternative ab. Gestern meldete der Wiesbadener Kurier, dass ein Verkauf der Kirche kurz bevor stehen könne: Der Deutsche Alpenverein, genauer gesagt seine Wiesbadener Sektion, sei sehr interessiert. Geplant seien Büroräume und eine Bibliothek. Im Außenbereich soll alles beim Alten bleiben. Begründung: Die Kirche steht unter Denkmalschutz. Was könnte einem Alpenverein auch Besseres passieren als diese Silhouette? Am 8. März 2020 lädt die Gemeinde um 15 Uhr zu einer Informationsveranstaltung zu den künftigen Plänen mit dem Bauwerk. (kb, 28.2.20)

Wiesbaden-Rambach, St. Johannes (Bild: akira, via mapio.net)