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Julian Schieber (Bild: Thomas Rodenbücher, CC BY SA 2.0, 2014)

Fußball-Profi kauft Kirche

Der Profi-Kicker Julian Schieber, der früher beim VfB Stuttgart engagiert war und aktuell bei Herta BSC in Berlin spielt, hat eine Immobilie in der Nähe seiner Heimatstadt Backnang erworben: Die Methodistische Kirche in Oppenweiler entstand 1969 im Ortszentrum als zeltförmiger Baukörper. 2016 sah sich die Gemeinde gezwungen, sich von diesem Standort zu trennen und bot die markante Kleinkirche in bester Lage 2017 zum Kauf an.

Schieber hatte ein Auge auf das Objekt geworfen, um sich einen festen Stützpunkt für seine Heimatbesuche bei der Familie zu schaffen. Für den Zeltbau stehen nun wohl einige Veränderungen ins Haus. „Vor allem soll in die Räume mehr Licht kommen“, erklärte er gegenüber den Presse. Er will den Bau als Einfamilienhaus auf zwei Ebenen mit einem größeren Gemeinschaftsraum nutzen. In diesem Veranstaltungsbereich wären etwa Yoga- und Zumba-Kurse möglich, erläuterte Schieber. Vielleicht bereitet er hier auch seine Zweit-Karriere vor – im nahen Backnang ist er bereits an einem Café beteiligt. (kb, 12.3.18)

Julian Schieber (Bild: Thomas Rodenbücher, CC BY SA 2.0, 2014 – zu einem Bild der evangelisch-methodistische Kirche in Oppenweiler geht es hier)

Wupertal-Vohwinkel, Gemeinde Bekennender Christen, 2007 (Bild: Pitichinaccio, gemeinfrei)

Luftballons zum Abschied

Wuppertal hatte schon immer ein großes Herz für allerlei bunte christliche Gruppierungen. Die Palette ihrer Gottesdiensträume reicht von überaus kunstvoll bis zu überaus charmant. Es wundert bei der allgemeinen Finanz- und Kirchenkrise nicht, dass auch und gerade hier der Baubestand kräftig ausgelichtet wird: In diesen Monaten schließt die Kirche Bremkamp (1959), wurde der Kirchsaal Ackerstraße (1894) verkauft, sucht die Christuskirche (1973) einen neuen Eigentümer, wird der Gemeindesaal Hesselnberg (1963) für Wohnzwecke umfunktioniert, fielen die Michaelskirche (1968) und die Kirche an der Goerdelerstraße (1966).

Da sind natürlich ebenso bewährte Um-/Neunutzungen wie der Klavierhändler in der Trinitatiskirche (1878), Kultur in der Immanuels- (1869) und Wichlinghauser Kirche (1894), Diakonie in der Kreuzkirche (1850), das Fotostudio in der Matthäuskirche (1962) oder Events im Gemeindehaus Ostersbaum (1912). Jüngst verkauften die Hatzfelder Protestanten ihre kubische Kirche (1965, Friedrich Goedeking/Traugott Blasberg) und laden vom 23. bis zum 25. Mai 2017 zum Abschiedsfest. Schon 2014 hatte man den Sonntagsgottesdienst eingestellt, doch stand noch Jugendarbeit auf dem Programm. Zum Ende dieser Restnutzung gibt es Rudelsingen, Schrubberhockey und Luftballonsteigenlassen. Es dürfte für Wuppertal nicht der letzte Kirchenabschied sein. (kb, 15.5.17)

Titelmotiv: Wupertal-Vohwinkel, „Gemeinde Bekennender Christen“ im Jahr 2007, der Raum dient seit 2014 als Auto-Schausalon (Bild: Pitichinaccio, gemeinfrei)