Der Architekturhistoriker Andreas Denk ist verstorben

Der Architekturhistoriker und Journalist Andreas Denk ist verstorben. Geboren 1959 in Dortmund, führte ihn das Studium von Kunstgeschichte, Städtebau und Geschichte, Ur- und Frühgeschichte nach Bochum, nach Freiburg im Breisgau und nach Bonn. In seiner folgenden Berufstätigkeit sollten Bonn, Köln und Berlin zu seinen Lebensmittelpunkten werden. Zunächst ging er von 1989 bis 1991 als wissenschaftlicher Mitarbeiter (Sammlungsbereich Design) an das Haus der Geschichte in Bonn. Überlappend wirkte er von 1987 bis 2003 als ständiger Korrespondent des Kunstforums International, war parallel von 1989 bis 1993 als freier Architekturkritiker aktiv.

Den meisten dürfte Andreas Denk als Autor zahlreicher Fachpublikationen vor allem zu Fragen des Städtebaus und als (Chef-)Redakteur der Zeitschrift “Der Architekt” in Erinnerung bleiben. Er war aktiv in verschiedenen Vereinigungen und Gremien, darunter die Nordrhein-Westfälische Akademie der Wissenschaften und der Künste, die Gesellschaft für Kunst und Gestaltung, die Hans-Schaefers-Stiftung, das Architekturforum Rheinland e. V. im Haus der Architektur und der Bund Deutscher Architekten (BDA). Zudem lehrte er als Professor für Architekturtheorie an der TH Köln. Wie jetzt bekannt wurde, verstarb Andreas Denk am 18. Juni 2021 an den Folgen eines Herzinfarkts. David Kasparek würdigt seinen Lehrer und Kollegen in einem sehr persönlichen Nachruf im “Baunetz” mit den Worten: “So theoretisch und akademisch die wissenschaftlichen Texte aus seiner Feder oder der von ihm kuratierten und ins Heft gebrachten Beiträge mitunter auch gewirkt haben mögen: Stets ging es ihm um eine Ermächtigung der Leser*innen der Zeitschrift, die sich unter seiner Ägide mehr denn je zum ernstzunehmenden Sprachrohr weit über die Mitgliederschaft des BDA hinaus entwickelte.” (kb, 20/21.6.21)

Andreas Denk (Bild: David Kasparek)

Sammelstelle archithese

Die Wiedergeburt des Urbanismus, die Rolle von Bürgerinitiativen oder die Wiedergewinnung des innerstädtischen Wohnraums? In den 1970er Jahren wurde die Zeitschrift und Schriftenreihe “archithese” zur Plattform für eine moderne Baukunst-Debatte. Seit 1971 erscheint die Publikation, die sich der Gratwanderung zwischen Theorie und Praxis verschrieben hat, in Zürich. Das Nidwaldner Museum hat nun die ersten zwanzig Ausgaben an zwanzig zeitgenössische Künstler gegeben. Diese setzten sich unter dem Titel “Sammelstelle archithese” auf ihre jeweils ganz eigene Art damit auseinandergesetzt.

Die vier Kunstschaffenden Katalin Deér (*1965 in den USA, lebt in St. Gallen), Sophie Nys (*1974 in Belgien, lebt in Brüssel und Zürich), Gregor Eldarb (*1971 in Polen, lebt in Wien) und Samuli Blatter (*1986 in Finnland, lebt in Luzern) nutzen die zwischen 1972 und 1976 entstandenen Hefte mit ihren gesellschaftsrelevanten Themen als Projektionsfläche für eigene künstlerische Arbeiten. Damit wollen die Organisatoren der Ausstellung eine Brücke schlagen von den damaligen zu den heutigen Themen, den aktuellen Gehalt alter Diskurse neu erschließen. Vernissage wird am 3. November um 19 Uhr im Nidwaldner Museum Winkelriedhaus (Engelbergstrasse 54a, 6370 Stans, Nidwald, Schweiz) gefeiert, anschließend ist die Präsentation bis zum zu 11. Februar 2018 sehen. (kb, 30.10.17)

Titelmotiv: archithese-Cover der 1970er Jahre