Jovis-Verlag

Entwurf für eine Bergstation in Salève bei Genf - mit Hotel, Restaurant und Luftseilbahn - vom Architekten Maurice Braillard aus dem Jahr 1931 (Bild: Jovis Verlag)

Trendsetter der Moderne

Auffallen sollten sie, ein Erlebnis versprechen: Cafés, Hotels und Restaurants bildeten in der heraufziehende Moderne die perfekte Bühne für die bürgerliche Selbstdarstellung. In den wachsenden Metropolen der Welt entstanden so Orte des Genusses und der Freizeit – aufsehenerregend in Architektur und Ausstattung. Hier war die große Geste erwünscht, versprach sie doch hohen Komfort für eine fortschrittsgläubiges Publikum.

Mit ihrem Band „Trendsetter der Moderne“, erschienen im Jovis Verlag, widmet sich Franziska Bollerey dieser besonderen Bauaufgabe. Die Cafés waren kreative und soziale Räume zugleich. Hier trafen sich bildende Künstler und Literaten, Revolutionäre, Geschäftsleute und Liebespaare. Im Hotel kamen die unterschiedlichesten Schichten zusammen, vom Gelegenheitsreisenden bis zum routinierten Touristen. Und für die kleinen Auszeiten, für das lustvoll inszenierte Speisen, hatten die Franzosen das Restaurant „erfunden“, das bald auch in anderen Städten nicht mehr aus dem gesellschaftlichen Leben wegzudenken war. (kb, 9.12.18)

Bollerey, Franziska, Trendsetter der Moderne. Cafés, Hotels, Restaurants, Jovis Verlag, Berlin 2017, Hardcover, 21 x 25,5 cm, 256 Seiten, 309 Farb- und Schwarz-Weiß-Abbildungen, Deutsch/Englisch, ISBN 978-3-86859-483-6.

Titelmotiv: Entwurf für eine Bergstation mit Hotel, Restaurant und Luftseilbahn aus sem Jahr 1931 (Bild: Jovis Verlag)

Bauen für die Massenkultur

Bauen für die Massenkultur (Bild: Jovis-Verlag)
Bauen für die Massenkultur (Bild: Jovis-Verlag)

Schon im 19. Jahrhundert sollten die Architekten mit der Stadt- und Kongresshalle gute Räume schaffen für ein Massenpublikum. Insbesondere nach dem Zweiten Weltkrieg hatte dieser Bautyp in ganz Europa Konjunktur – vor allem als Zeichen eines kulturellen Neubeginns. Doch welchen Wert besitzen diese überwiegend in den 1960er und 70er Jahren entworfenen Kulturbauten heute? Kann ihre architektonische Qualität und Denkmalwürdigkeit wirklich bewahrt werden? Sollen sie doch zugleich einem aktuellen Nutzungsbedarf, wirtschaftlichen Überlegungen und energetischen Standards entsprechen.

Mit seiner Publikation „Bauen für die Massenkultur“ widmet sich der Herausgeber Olaf Gisbertz daher sowohl der Geschichte als auch der Zukunft dieser weit verbreiteten Baugattung. Dabei richtet sich der Blick auf die ästhetische Qualität der Architektur sowie soziale und politische Hintergründe für die Entwicklung der Stadt- und Kongresshalle. Nach einem Einführungsbeitrag kommen Fachautoren zu Wort. Sie beleuchten sowohl prägnante Einzelbeispiele – von der Liederhalle in Stuttgart über die Kongresshalle in Augsburg bis zum ICC Berlin – als auch übergreifende Themen – vom Kulturhaus in der DDR über Dachtragwerke von Kongresshallen bis zu denkmalpraktischen Perspektiven. (kb, 12.4.15)

Gisbertz, Olaf (Hg.), Bauen für die Massenkultur. Stadt- und Kongresshallen der 1960er und 1970er Jahre, Jovis-Verlag, 2014, broschiert, 272 Seiten, mit ca. 150 Abbildungen, 16,5 x 24 cm, ISBN 978-3-86859-306-8.

Nachkriegsmoderne kontrovers

Essaysammlung zu einer pauschal abgewerteten Architekturepoche. Bild: Jovis-Verlag
Essaysammlung einer allzuoft abgewerteten Architekturepoche (Bild: Jovis-Verlag)

Schon in der späten 1960er Jahren wurde die Ablehnung der großformatigen Nachkriegsbauten salonfähig. Die kleinteiligen, gewachsenen Städte schienen vielen wieder als Idealbild. Gleichwohl baute man „groß“ weiter, der Ruf der Moderne war jedoch ramponiert. Die Bauten der 1960er und 1970er Jahre haben es bis heute schwer, Anerkennung zu finden – in ihren Konzepten, in ihrer Ausführung und mittlerweile auch als Baudenkmale.

Das Netzwerk Braunschweiger Schule hat zur ungeliebten Moderne diesen Essayband, herausgegeben von Olaf Gisbertz, erstellt. Er bietet eine Auswahl von Texten der vorangegangenen fächerübergreifenden Tagungen „Nachkriegsmoderne Kontrovers“ (2010) und „N.K. 2.0“ (2011). Für den Essayband über eine allzuoft pauschal abgewerteten Epoche konnten Autoren aus der Theorie und Praxis der Architektur, den Bauingenieurswissenschaften und der Denkmalpflege gewonnen werden. Wolfgang Pehnt, Astrid Hansen, Jürgen Engel u. v. m. eröffnen Einblicke in das Spannungsfeld zwischen Bestandsschutz und kreativem Weiterbauen. (db, 18.9.14)

Gisbertz, Olaf (Hg.), Nachkriegsmoderne Kontrovers, hg. für das Netzwerk Braunschweiger Schule, Jovis-Verlag, 2012, 208 Seiten, 16,5 x 24 cm, ISBN 978-3-86859-122-4.