Hamburger Stadträume online

An Online-Buchvorstellungen mussten wir uns in Pandemie-Zeiten gewöhnen. Plattformen wie Youtube haben dadurch durchaus einen intellektuellen Schub erfahren – auch heute Abend lohnt es sich, dort hineinzusehen: Die Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen Hamburg stellt die mit Olaf Bartels entwickelte Publikation Hamburg – Positionen, Pläne, Projekte 1: Stadträume bauen vor, die im Jovis-Verlag erschienen ist. Deutschlands größte Hafenstadt bereitet sich darauf vor, bis 2030 etwa zwei Millionen Einwohner:innen zu zählen. Um ihnen Raum zu geben, setzt man unter anderem auf „innere Stadtentwicklung“; Neubauten am nördlichen Elbufer, die HafenCity oder der „Sprung über die Elbe“ stehen für großteilige Strategien. Im Kontext des internationalen Diskurses über Stadtentwicklung präsentiert der Band ausgewählte Projekte aus Architektur, Stadtplanung und Landschaftsgestaltung. Der Architekturhistoriker und BauNetz-Redakteur Alexander Stumm widmet sich zudem in einem Beitrag den Themen Wiederaufbau, Abriss, Neubau und Weiterbauen. Hier spielt unter anderem auch das Brandshof-Areal eine Rolle.

Moderiert wird die Buchpräsentation, die von Katja-Annika Pahl, vorgesehen sind zwei Hauptteile. Zunächst führt ein virtueller Stadtspaziergang zu vielen relevanten Projekten, neben Vorhaben in der Hamburger Innenstadt sind auch die Stadtrandsiedlungen der 1950er bis 1970er Jahre Thema. Anschließend findet eine Frage- und Gesprächsrunde statt, bei der Roger Diener von Diener & Diener Architekten (Basel), Doris Kleilein (Jovis Verlag), die Präsidentin der hamburgischen Architektenkammer Karin Loosen, der Mitautor Olaf Bartels und der Hamburger Oberbaudirektor Franz-Josef Höing Rede und Antwort stehen. Die Zuschauer*innen des Livestreams können Fragen während der Übertragung live stellen. Beginn ist heute, am 3.5.21 um 19.30 Uhr. (db, 3.5.21)
 

Hamburg, Kontorhaus am Brandshof (Bild: Dirtsc, CC BY-SA 4.0)

Folgt dem Genesepfad

Glaubt man dem Klappentext dieser neuen Publikation, die in diesem Monat im Jovis-Verlag erscheint, dann zeigen heutige Hochhäuser eine „typologische Erschöpfung“. Ganz anders sieht der Karlsruher Architekt Falk Schneemann die Vielfalt dieser Baugattung in den Nachkriegsjahrzehnten der Bundesrepublik. Unter dem Titel „Das Hochhaus als Gewebe von Gestaltung und Technik“ wagt er zunächst einen Überblick über die Entwicklung vom frühen 20. Jahrhundert bis 1930 in den USA und in Deutschland.

Im Hauptteil der Publikation präsentiert Schneemann 100 Beispiele der Jahre 1945 bis 1980 – sortiert nach Gestaltungsmerkmalen von „Brikettgrundriss“ bis „Treppe“. Dank „technikphilosophischer und technikgenetischer“ Ansätze will er dabei Entwicklungsschübe, Brüche und Gemeinsamkeiten aufzeigen. Am Ende leitet er daraus einen „Genesepfad“ ab, der dabei helfen soll, aktuelle Tendenzen im Hochhausbau besser einzuordnen. (kb, 21.2.21)

Schneemann, Falk, Das Hochhaus als Gewebe von Gestaltung und Technik. Bauten und Projekte in Westdeutschland zwischen 1945 und 1980, Jovis-Verlag, Berlin 2021, Broschur, 16,5 × 22 cm, 304 Seiten, ISBN 978-3-86859-655-7, Deutsch.

Titelmotiv: Skyline (Bild: PD, via pixabay.com)

Architektur-Buch digital

Vergessen Sie Sicherheitskontrollen und Menschengedränge (gut, um Kekse und Gespräche ist es schon etwas schade): Das Deutsche Architekturmuseum (DAM) hat sich in diesem Jahr digital mit Verlagen zusammengetan, um über besondere Publikation zur Baukunst ins Gespräch zu kommen. Gleich heute (!) startet die Veranstaltung „Reading Architektecture/Architektur lesen!“, die vom 14. bis zum 16. Oktober digital für Besucher bereitsteht. In einem messeähnlichen Online-Format will man nicht allein Bücher, sondern auch deren Themen und Autoren vorstellen – überragen live auf dem DAM-Youtube-Kanal.

Beteiligt sind die Verlage adocs, av edition, Birkhäuser, DAV, DETAIL, DOM publishers, gta Verlag, Jovis, M Books und Spector Books. Am Mittwoch stehen ab 16.30 Uhr, moderiert von David Kasparek, internationale Phänomene und Persönlichkeiten im Mittelpunkt. Für den Donnerstag sind – moderiert von Katrin Voermanek – ab 15 Uhr Publikationen mit einem mal politischen, mal didaktischen Gemeinschaftsbezug geplant. Am Freitag startet das virtuelle Programm – moderiert von Friederike Meyer – bereits um 14.30 Uhr, um am Ende den „Architectural Book Award“ zu verleihen. Das vollständige Programm mit den Links zu den einzelnen Elementen kann online abgerufen werden. (kb, 14.10.20).

Frankfurt, Deutsches Architekturmuseum, Auditorium (Bild: privat)