Kassel: Trafohäuschen wird saniert

Die Initiative, die das Trafohäuschen am Lutherplatz von Kassel wieder aus dem Winterschlaf holen wird, heißt passenderweise „Nutzungskonzepte“. Wie die HNA meldet, soll mit dem Kulturverein in Kürze ein Vertrag geschlossen werden. Damit findet das jahrelange Ringen um die Zukunft des heute denkmalgeschützten Gebäudes aus den 1950er Jahren ein gutes Ende. Schon zuvor, bis ins Jahr 2013 hatte der Verein Trafo dem Gebäude eine sinnvolle Nutzung gegeben. An der Ecke Kurt-Schumacher-/Rudolf-Schwander-Straße, die im Ruf einer starken Drogenszene steht, wurden Ausstellungen u. v. m. angeboten.

Doch dann wurden die Türen des Trafohauses geschlossen und durch die Städtische Werken Netz+Service GmbH (NSG) der Abriss vorbereitet. Neben dem Altbau war eine neue Trafostation nach den aktuellen technischen Erfordernissen entstanden. Nun steht fest: Das technische Denkmal wird saniert und wieder einer kulturellen Nutzung zugeführt. Ein Ort, der der Documenta-Stadt sicher gut zu Gesicht stehen wird. (kb, 15.8.18)

Kassel, Trafohäuschen am Lutherplatz (Bild: Reise Reise, CC BY SA 4.0, 2016)

Kassel: 75 Jahre Wiederaufbau

Der 75. Gedenktag der Bombardierung Kassels ist für den dortigen Fachbereich Architektur Stadtplanung Landschaftsplanung der Anlass, um auf die seitdem geführten Diskussionen über den Wiederaufbau zurückzublicken. Gefragt wird nach dem heutigen Stand und der künftigen Entwicklungsfähigkeit wiederaufgebauter Städte wie Kassel. Ziel ist es, auf „das Weiterbauen der Stadt des Wiederaufbaus“ zu schauen. In den Blick kommen vor allem Veränderungen, die städtebauliche Strukturen der Nachkriegszeit in den vergangenen Jahren erfahren haben.

Gesucht werden Beiträge zur für den 22. bis 23. Oktober 2018 geplanten Tagung „75 Jahre Auf- und Weiterbauen in Kassel: Wie entwicklungsfähig ist die wiederaufgebaute Stadt?“. Die Themen sollen entweder direkt die Stadt Kassel oder Räume bzw. Probleme behandeln, die für Kassel fruchtbar gemacht werden können. Die Einsendungen sind willkommen aus der Stadt- und Freiraumplanung, Architektur, Verkehrsplanung, Denkmalpflege, Stadtkultur und Stadtidentität – solange sie gesellschaftliche, kulturelle oder politische Fragen anhand ihrer Spuren im Stadtraum entfalten. Bis zum 30. Mai können an hennecke@uni-kassel gesendet werden: Abstract (max. 2 Seiten, 12pt, 1,5 Zeilenabstand), kurzer Lebenslauf als Fließtext (ca. 10 Zeilen), vollständige Mail- und Postadresse. (kb, 7.5.18)

Kassel, untere Königsstraße im April 1945 (Bild: PD)

Kassel: Wohnhochhaus in Gefahr

In den 1950er Jahren schwang sich die im Krieg stark zerstörte Stadt Kassel mit einem ehrgeizigen Bauprogramm auf, zu einer der modernsten Städte der Bundesrepublik zu werden. Mit der 1953 fertig gestellten Treppenstraße verfügte sie über die erste Fußgängerzone des Landes, im selben Jahr wurde das erste Wohnhochhaus Kassels bezugsfertig. Eben dieser Bau steht nun vor dem Aus: Nach Informationen der Hessisch/Niedersächsischen Allgemeinen beantragte der Inhaber kürzlich den Abriss.

Das Hochhaus in der Sophienstraße wurde nach Plänen Paul Bodes errichtet. Es steht exemplarisch für die Kasselaner Nachkriegsmoderne und dementsprechend unter Denkmalschutz. Eine Sanierung sei aber unwirtschaftlich, argumentiert der Eigentümer, die Kommunale Versorgungskassen Kurhessen-Waldeck (KVK). Unter anderem müsste das Haus aktuellen Brandschutzvorschriften angepasst und eine Betonsanierung durchgeführt werden. Noch ist es bewohnt, nach Plänen der KVK sollen die letzten Mieter das Haus aber im August verlassen haben. Wie es dann weitergeht, ist ungewiss: Die Stadt hat sich noch nicht zum Abrissantrag geäußert. (jr, 22.2.18)

Hochhaus Sophienstrasse Kassel (Bild: Dietmar Walberg, CC B YSA 3.0 Detail)