Düsseldorf: Aus vier mach eins

In Düsseldorf werden in diesem Herbst/Winter gleich drei Kirchen aus der gemeindlichen Nutzung genommen, jede von ihnen mit einem ganz eigenen Schicksal: Zur protestantischen Emmaus-Gemeinde gehören (noch) die Matthäikirche (1931/53), die Christuskirche (1899), die Versöhnungskirche (2009) und die Thomaskirche (1960). Letztere wird am 1. November offiziell entwidmet, um abgerissen und durch Wohnbauten ersetzt zu werden.

Die jüngste unter den betroffenen Predigtstätten, die Versöhnungskirche in Düsseldorf-Flingern, hatte einen 2007 abgerissenen nachkriegsmodernen Vorgänger ersetzt. Nun soll der Neubau selbst aus der gemeindlichen Nutzung genommen und von der Diakonie als Kirche weitergeführt werden. Die neugotische Christuskirche in Düsseldorf-Oberbilk hingegen soll künftig als Jugendkirche dienen. Einzig in der Matthäikirche in Düsseldorf-Düsseltal wird man weiter regelmäßig protestantische Gemeindegottesdienste feiern. (kb, 22.10.20)

Düsseldorf-Oberbilk, Christuskirche (Bild: Wiegels, CC BY SA 3.0 oder GFDL, 2009)

Düsseldorf, Christuskirche (Bild: Wiegels, CC BY SA 3.0 oder GFDL, 2009)

Düsseldorf, Thomaskirche (Bild: Taurus65, CC BY SA 3.0 oder GFDL, 2009)

Düsseldorf, Thomaskirche (Bild: Taurus65, CC BY SA 3.0 oder GFDL, 2009)

Titelmotiv: Düsseldorf, links: Versöhnungskirche (Neubau) (Bild: Wiegels, GFDL, CC BY SA 3.0, 2009), rechts: Matthäikirche (Bild: Jörg Wiegels, CC BY SA 3.0, 2011)

Frankfurt: St. Christophorus soll weg

Jetzt ist es offiziell: Das Bistum Limburg will weitere römisch-katholische Räume in Frankfurt aufgeben. Konkret wird aktuell in der Großpfarrei St. Franziskus gespart. Die Gründe sind altbekannt: weniger Mitglieder, weniger Finanzen, weniger Priester. Bereits seit 2016 wird an einem Immobilienkonzept gestrickt, jetzt sind langsam die Auswirkungen konkret sichtbar. Nach Beratungen in den Ausschüssen sollen nun diese Punkte verändert werden: Im Dornbusch soll das Pfarrhaus von St. Albert (Dornbusch) abgerissen werden. In St. Josef in Eschersheim ist auf Kosten der bestehenden Bauten eine „vergrößerte Kita mit einem verkleinerten Gemeindezentrum“ geplant.

Für St. Christophorus in Preungesheim, 1962 fertiggestellt nach Entwürfen des Architekten Harald Greiner, soll diese Entwicklung besonders einschneidend spürbar werden. Die schiffsartig hochgewölbte Kirche würde gravierende Bauschäden aufweisen. Daher soll das gesamte kirchliche Ensemble abgerissen und durch ein neues Gemeindezentrum mit Andachtsraum und Kindertagesstätte ersetzt werden. Künftig sei in Preungesheim eine liturgische Mitnutzung der evangelischen Nachbarkirche denkbar. Auf den durch das Immobilienkonzept freiwerdenden Flächen könnten in Erbpacht Wohnbauten entstehen, von denen die finanzielle Lage von Gemeinde und Bistum langfristig profitieren soll. Noch müssen Pfarrgemeinderat und Verwaltungsrat zustimmen, dann könnte ab 2021 konkret geplant und 2022 der Abriss vollzogen werden – pünktlich zum 60. Geburtstag der Kirche. (kb, 6.10.20)

Frankfurt-Preungesheim, St. Christophorus (Bild: Gaki64, CC BY SA 3.0, 2013)

Essen: Dreifaltigkeitskirche soll Stadtteilzentrum werden

Erst 2019 wurde die Dreifaltigkeitskirche in Essen-Borbeck-Vogelheim unter Denkmalschutz gestellt, jetzt sucht die Gemeinde nach einer Nutzungsmöglichkeit für den Gottesdienstraum und das angrenzende Gemeindezentrum. Das Ensemble wurde 1957 nach Entwürfen des Architekten Horst Loy fertiggestellt, der auch am Wiederaufbau des dortigen Folkwang-Museums mitwirkte. Nach einem Sturmschaden an den Kirchenfenstern erhielt der Raum 1992 eine neue farbige Glasgestaltung durch den Künstler Henk Schilling. Die Gemeinde entschied sich dabei bewusst für ein Bildprogramm, das auf die gemeinsame jüdisch-christliche Geschichte verweist.

Nach einer Ideenfindung zwischen kirchlichen, kommunalen und bürgerschaftlichen Vertretern im März diesen Jahres hofft die Gemeinde, ihr Ensemble zum Stadtteilzentrum mit generationsübergreifenden Angeboten umnutzen zu können. Die gottesdienstliche Funktion des Kirchenraums soll dabei, so berichtet die Westdeutsche Allgemeine Zeitung, möglichst erhalten bleiben – zumindest teilweise. Ob und wenn ja wie genau sich das baulich für den liturgischen Raum auswirken wird, ist in diesem Stadium der Planungen noch offen. Sicher ist, dass die evangelische Gemeinde mit gut 9.000 Seelen und vier Predigtstätten sich etwas einfallen lassen muss, um für ihre Bauten eine Zukunft zu sichern. Noch werden Ideen gesammelt, Entscheidungen für das weitere Vorgehen sollen Ende 2020 getroffen werden. (kb, 30.3.20)

Essen, Dreifaltigkeitskirche (Bild: Patrick P., 2013, via foursquare.com)