KIT reißt Wilhelm-Nusselt-Hörsaal ab

Man möchte glauben, das ist alles nur ein April-Scherz – doch danach sieht es nicht aus. Das Karlsruher Institut für Technologie plant den Neubau eines „Lern- und Anwendungszentrums für Mechatronik“. Was zunächst vielversprechend klingt besitzt aber einen Haken: Der Wilhelm-Nusselt-Hörsaal von 1961 steht dem Vorhaben im Weg. Dessen Fassade wird von einem markanten Beton-Relief des Künstlers Klaus Arnold geprägt. In den 1960er Jahren war Arnold vielfach für Kunst am Bau eingespannt worden und gestaltete unter anderem die Ausstattung verschiedener Sakralbauten in Karlsruhe und Mannheim.

Wie die Badischen Neuesten Nachrichten nun erfuhren, soll im Sommer mit dem Abriss des Hörsaals begonnen werden. Den meisten Studierenden dürfte das Gebäude ohnehin nur von außen bekannt sein, denn es ist bereits seit Jahren aufgrund von Baufälligkeit geschlossen. Bemerkenswert ist, dass das benachbarte Hochhaus der Fakultät für Maschinenbau und Chemieingenieurwesen in den 2000er Jahren saniert wurde, wobei man den Hörsaal nicht ertüchtigte. (mk, 28.03.20)

Karlsruhe, Nusselt-Hörsaal (Bild: karlsruhe.de, PBe, 2013)

Blühende Landschaften

Blühende Landschaften

Wien, Wohnpark Alt Erlaa (Bild: Thomas Ledl, CC BY-SA 4.0)
Wien, Wohnpark Alt Erlaa (Bild: Thomas Ledl, CC BY-SA 4.0)

Für zahlreiche städtebauliche Konzepte des 20. Jahrhunderts war neben Architektur und Verkehrsplanung die Gestaltung der natürlichen Umwelt von elementarer Bedeutung. Landschaften und Grünflächen sollten zu einem Teil der modernen Metropolen werden, das vertraten die Verfechter der Gartenstadtbewegung ebenso wie der aufgelockerte Städtebau der Nachkriegszeit. Diesem Themenkomplex widmet sich die 14. Karlsruher Tagung „Das architektonische Erbe“ am 24. Februar 2017 unter dem Titel „Landschaft. Die Konzepte der Moderne und die aktuelle Praxis“. Zentral ist dabei die Frage, welche Chancen es bietet, Landschaft und Bebauung zusammenzudenken.

Neben historischen städtebaulichen Utopien stehen auch aktuelle Planungsansätze und Fragestellungen auf der Agenda der Fachtagung, etwa, inwiefern Ökologie auch in Zukunft im urbanen Raum planbar ist. Die Tagung endet in einer Kurzexkursion nach Frankfurt am Main, wo unter anderem der Ostpark, das Museumsufer und der Westhafen als konkrete Fallbeispiele auf dem Programm stehen. Anmelden kann man sich hier. (jr, 1.2.17)

Pforzheims Nachkriegsmoderne

Die Innenstadt von Pforzheim in Baden-Württemberg wurde im Februar 1945 bei einem Bombenangriff fast völlig zerstört. Wie in vielen anderen deutschen Städten sahen Planer dies nach Kriegsende als Chance, auf Basis einer tabula rasa ein neues städtebauliches Leitbild umzusetzen: Pforzheim wurde als autogerechte Stadt wiederaufgebaut. Die Ausstellung „Sie bauten eine neue Stadt“ beleuchtet diesen Wiederaufbau bis zum 21. Februar 2016 im Stadtmuseum Pforzheim.

Der Wiederaufbau Pforzheims verlief trotz dem prinzipiellen Ziel der autogerechten Stadt keineswegs linear. Zum 70. Jahrestag der Bombardierung beleuchtet die Ausstellung daher nicht nur historische städtebauliche Konzepte und Prozesse. Sie fragt auch nach der damit einhergehenden Suche nach einer städtischen Identität, die bis heute nicht abgeschlossen ist. Die Schau wird bis zum 31. Juli 2015 durch eine kleinere Fotoausstellung im benachbarten Karlsruhe flankiert. Im Alina café (Alter Schlachthof 39,76131 Karlsruhe) präsentieren unter dem Titel „Stadtfotografie. Architektur anders sehen. Neue Blickwinkel auf Pforzheim“ Studenten des Karlsruher Instituts für Technologie ihren Blick auf die Pforzheimer Innenstadt. (jr, 25.7.15)

Pforzheim wurde nach dem Krieg als autogerechte Stadt angelegt (Bild: Nodbadenser, CC-BY-SA 3.0)