München: Der Toaster hat ausgedient

Das Klinikum Großhadern in München wurde 1977 nach Plänen der Architekten Schwethelm, Schlempp und Eichberg fertiggestellt. War bis dato noch jede Fachklinik in einem eigenen Gebäude untergebracht, wurde Großhadern als zentralistisch organisierte Krankenhausmaschine entworfen. Das Herzstück der Klinik bildet das 13-geschossige Bettenhaus mit dem Spitznamen „Toaster“. Über 20 Jahre betrug die Bauzeit für das seinerzeit größte Bauvorhaben des Freistaats. Rund 40 Jahre später soll der Komplex nun abgerissen werden.

Die Entscheidung des Planungswettbewerbs für einen Neubau fiel im Februar auf die Architektengemeinschaft HENN, C. F. Møller und Sinai. In mehreren Abschnitten sollen die Bestandsgebäude sechs neuen Klinikzentren weichen. Die Großstruktur wird demnach wieder in ihre einzelnen Bestandteile zerlegt, was der zeitgemäßen Typologie eines Krankenhauses entspricht. Mit der Fertigstellung des neuen Megaprojekts wird erst Ende der 2040er Jahre gerechnet. Folglich fragt man sich, ob nach diesem beträchtlichen Zeitraum die Konzeption des Neubaus nicht schon wieder veraltet sein wird – damit könnte der Neubau demselben Schicksal erliegen wird wie heute der „Toaster“. (re, 16.4.21)

München-Großhadern, Klinikum (Bild: Kingofears, GFDL. oder CC BY SA 3.0, 2010)