Koepchenwerk: Schriftzug wird saniert

Am Koepchenwerk tut sich was: Nachdem die Stiftung Industriedenkmalpflege Ende 2016 das seit über 20 Jahren stillgelegte Kraftwerk vom Energieversorger RWE erwarb, starten nun erste Sanierungsarbeiten. In Bälde wird der RWE-Schriftzug, der sich in Jahrzehnten zum Wahrzeichen des Hengsteysees bei Herdecke entwickelt hat, demontiert und aufgearbeitet. Dies soll in Eigenleistung in der Zentralwerkstatt der Stiftung geschehen. Die Tragekonstruktion der sechs Meter hohen Lettern muss hingegen vor Ort entrostet und konserviert werden. Auch das Dach des Schieberhauses, auf dem das Logo angebracht ist, erhält eine Grundsanierung. Witterung und Vandalismus haben dem Bauwerk in den vergangenen Jahren stark zugesetzt. Nach Abschluss der Arbeiten soll ein Zaun vor erneuten mutwilligen Beschädigungen schützen.

Das 1927-30 errichtete Koepchenwerk, dessen Name sich von seinem Planer Arthur Koepchen ableitet, ist neben dem Pumpspeicherwerk Niederwartha der zweitälteste deutsche Bau dieser Art. Bereits 1986 wurde es unter Denkmalschutz gestellt, 1994 stillgelegt und neben dem Altbau ein neues Kraftwerk errichtet. Bis vor wenigen Jahren wurde das Koepchenwerk museal genutzt, dann scheute der RWE-Konzern die weiteren Erhaltungskosten und stellte Anfang 2015 Abrissantrag – der Dank des Verkaufs vom Tisch ist. Im Sommer 2018 sollen auch am Hauptgebäude Instandsetzungsarbeiten folgen. (db, 18.7.17)

Koepchenwerk: Schieberhaus mit RWE-Schriftzug (Bild: Radler59, CC BY SA 4.0)

Koepchenwerk auf der Kippe

Über Los Angeles prangt der Hollywood-Schriftzug. Oberhalb von Herdecke, am Rand des Hengsteysees, prangt das RWE-Logo. Es gehört zum Pumpenhaus des Koepchenwerks, längst Wahrzeichen der Ruhr-Stadt. Der 1927-30 errichtete Bau, dessen Name sich von seinem Planer Arthur Koepchen ableitet, ist neben dem Pumpspeicherwerk Niederwartha der zweitälteste deutsche Bau dieser Art. 1986 wurde es unter Denkmalschutz gestellt, seit 1994 ist das Koepchenwerk stillgelegt. Neben dem Altbau wurde ein neues Kraftwerk errichtet.

Bis vor kurzem war das technische Denkmal noch als Teil der „Route der Industriekultur“ zu besichtigen. Nun hat der Besitzer RWE im Januar 2015 einen Abbruchantrag gestellt, die Erhaltungskosten seien zu hoch. Gegen die geplante Zerstörung regt sich Widerstand. Regina Schrader, Großnichte von Arthur Koepchen, will den Abriss verhindern und gründete die Arbeitsgemeinschaft Koepchenwerk – die Gründungsveranstaltung findet am 26. November in Herdecke in der Frühlingsstraße statt (nähere Informationen unter: kontakt@ag-koepchenwerk.de). Zu den Unterstützern gehört auch der in Herdecke aufgewachsene Schauspieler Jörg Hartmann, Kommissar im Dortmunder Tatort. Die „Bild“-Zeitung zitiert ihn mit: „Wer mit dem Argument der Unwirtschaftlichkeit den Abriss eines Denkmals befürwortet, kann den Kölner Dom ja gleich mit abreißen. Das Herdecker Koepchenwerk ist ein bedeutendes Zeugnis unserer Geschichte und sein Erhalt sollte uns einiges wert sein.“ Dem ist nichts hinzuzufügen. (db, 28.10.15)

Stadtwahrzeichen, Industriedenkmal und trotzdem vom Abriss bedroht: das Koepchenwerk in Herdecke (Bild: Thorsten Bachner, CC BY 3.0)