Orgelsanierung in Augsburg

Die 1972 eröffnete Kongresshalle Augsburg (heute „Kongress am Park„) ist eines der wenigen nichtsakralen Gebäude, das eine eigene Konzertorgel besitzt. Zuletzt lag diese im Dornröschenschlaf; die notwendige Restaurierung des technischen Wunderwerks wurde aus Kostengründen lange aufgeschoben. Wegen ihrer mechanischen Traktur galt die Augsburger Steinmeyer-Orgel seinerzeit als Sensation: Zuvor wurden Konzertorgeln ausschließlich pneumatisch oder elektrisch betrieben. Altersbedingte Ablagerungen krümelnder Dichtungen in Ventilen, Pfeifen und Windladen raubten der Königin der Instrumente im Lauf der Zeit aber die Töne. Sie ist indes integraler Bestandteil des denkmalgeschützten Kongresszentrums. Bei dessen Generalsanierung 2010-12 wurde sie in den Vorruhestand versetzt.

Nun startet ihre Restaurierung durch den Orgelbaumeister Siegfried Schmidt, der in Augsburg bereits die neue Orgel in der Pfarrkirche St. Elisabeth konstruiert hat. Möglich macht es die Philharmonische Gesellschaft Augsburg, die seit 2012 Benefizkonzerte zugunsten der Kongressorgel veranstaltet und Paten für die Orgelpfeifen angeworben hat. Bis das zehn Tonnen schwere Instrument den Zentralsaal im Kongresszentrum wieder beschallen kann, werden allerdings noch Monate vergehen. Solange kann man sich als Moderne-Fan trotzdem erfreuen am ikonischen Ensemble der betonsichtigen, vom Stuttgarter Max Speidel entworfenen Veranstaltungshalle samt dem ebenfalls 1972 eröffneten Hotelturm nach Plänen von Reinhard Brockel und Erich Müller. (db, 17.6.20)

Augsburg, Kongresshalle (Bild: Kongress am Park GmbH Augsburg, CC BY-SA 3.0)