Der grüne Mies

Mies van der Rohe schuf mit seinen Villen, was kaum einem Architekten vor ihm so konsequent gelungen war: Ein fließendes Kontinuum, in dem der Außenraum mit dem Innenraum verschmilzt. Eindrückliche Zeugnisse dieser Kunst sind die beiden Fabrikantenvillen Lange und Esters, die in den späten 1920er Jahren in Krefeld entstanden. Mies‘ gute Kontakte zur örtlichen Seidenindustrie brachte weitere Aufträge. Neben den Häusern wurden nach seinen Plänen Industriebauten für die Verseidag errichtet. Bis heute ist alles hervorragend erhalten.

Wer die volle Ladung Krefelder Mies erleben möchte, kann am 10. und 11. Oktober 2019 an der Tagung „Die Garten- und Baukultur der Häuser Mies van der Rohes“, im Mies van der Rohe Businesspark (Girmesgath 5, 47805 Krefeld) teilnehmen. Anlässlich des 100-jährigen Bauhausjubiläums wird hier ein besonderes Augenmerk auf das Außenraumverständnis des ehemaligen Bauhausdirektors gelegt. Bei Führungen durch die beiden Villen kann man sich persönlich einen Eindruck von der Einbettung in die umliegende Gartengestaltung machen. Kommen Sie doch mit auf einen Spaziergang ins Grüne. (jm, 13.9.19)

Krefeld, Haus Lange und Esthers (Bild: Hans Peter Schaefer, reserv-a-rt.de, GFDL oder CC BY SA 3.0, 2015)

Krefeld: Ein Pavillon fürs Bauhaus

Anfang Februar besuchte Bundespräsident Frank-Walter Steinmeiner den „Krefelder Pavillon“, eine Gebäudeskulptur zu Ehren der besonderen Beziehung der Stadt zum Bauhaus: An kaum einem anderen deutschen Ort waren zwischen den 1920er und 1960er Jahren so viele Bauhaus-Meister und -Absolventen gleichzeitig tätig. Die hier ansässige Seidenindustrie und ihre führenden Fabrikanten förderten ein besonderes Interesse an Kunst, Design und Lehre des Bauhaus. Unter den überregional bekanntesten Bauten sind vor allem zu nennen: die von Mies van der Rohe für Krefelder Auftraggeber entworfenen Villen Haus Lange und Haus Esters sowie sein einziger Industriebau, den er für die Verseidag schuf.

Das Projekt MIK (Mies van der Rohe in Krefeld) e. V. widmet sich in diesem Forschungs- und Ausstellungsvorhaben den vielfältigen Verbindungen der Krefelder Seidenindustrie zum Bauhaus und seinen Künstlern. Das MIK-Projekt „map2019 – Bauhaus-Netzwerk Krefeld“ wurde von Nordrhein-Westfalen als „Leuchtturmprojekt“ des Landes in den Bauhaus-Verbund zum Jubiläumsjahr eingebracht. Für diese Projekt schuf der Düsseldorfer Künstler Thomas Schütte mit seinem „Krefeld Pavillon“ einen besonderen Ausstellungsort. Und das große Plus: Schüttes „Krefeld Pavillon“ finden Sie ganz in der Nähe der Museen Haus Lange und Haus Esters, nur einen fünfminütigen Fußweg davon entfernt. (kb, 12.2.19)

Thomas Schütte, Modell für den „Krefelder Pavillon“ (Bild: Luise Heuten)

Bauhaus aus der Luft

Weihnachten ist auch dieses Jahr wieder am 24. Dezember – daher haben wir wieder einen Geschenketipp für Sie: ein saisonaler Wandschmuck mit Luftfotografien zum Thema Bauhaus. Der Fotograf Sebastian Wanke nahm das Jubiläumsjahr 2019 zum Anlass für 13 Luftbilder. So werden die technischen und gestalterischen Entwicklungen in graphischen Schwarz-Weiß-Aufnahmen auf ganz neue Weise erfahrbar. Der Kalender (20 x 30 cm, 330-Gramm-Papier) entstand in Kooperation mit Philipp Specht in einer limitierten Auflage von 200 Exemplaren, die Bestellung ist direkt möglich über selekkt. Ein Plus: In den Kalender wurden schon die wichtigsten Bauhausdaten und die Geburtstage der dortigen Meister eingetragen.

Und, passend zum Jubiläumsjahr, steht auch eine Krefelder Tagung ganz im „Zeichen des Bauhauses“: Im Kaiser-Wilhelm-Museum geht es vom 3. bis 4. Mai 2019 um „Kunst und Technik 1919-2019“. Für diese Jahrestagung der Gesellschaft für Designgeschichte e. V. werden noch Themenvorschläge gesucht – unter dem Motto von Walter Gropius zur ersten Bauhaus-Ausstellung 1923 im Haus Am Horn in Weimar, „Kunst und Technik – eine neue Einheit“. Abstracts (350 bis 400 Wörter und eine Kurzbiografie) für einen thematisch passenden Vortrag sind willkommen bis zum 7. Januar 2019 unter: info@gfdg.org. (kb, 3.12.18)