Was macht die Kunst in Frankfurt/Oder?

Es ist nicht neu, hat aber leider noch nicht ganz den Weg gefunden aus den Herzen der Ostmodernisten in die Köpfe der Entscheider: Kunstobjekte der DDR-Zeit verschwinden im großen Stil aus dem öffentlichen Raum und landen im besten Fall im städtischen Depot. Sie aus diesem unfreiwilligen Winterschlaf wieder hervorzuholen, hat sich die Ausstellung „Was macht die Kunst?“ in Frankfurt/Oder vorgenommen. In Zusammenarbeit mit dem Kultureigenbetrieb der Stadt werden so für einige Zeit wieder Kunstwerke sichtbar, die sonst aktuell nicht der Öffentlichkeit zugänglich sind. Die Objektschau ist Teil einer kleinen Bestandsaufnahme noch vorhandener Kunst im öffentlichen Raum – mit Fotografien von Martin Maleschka.

Dass gerade Frankfurt Oder über einen reichen Schatz baugebundener Kunst verfügte, verdankte man u. a. dem Status als Bezirkshauptstadt mit ihren vielen ostmodernen Neubauten . Der Ausstellungsort selbst bildet einen solchen authentischen Rahmen für die Präsentation: Das zuletzt als Mensa der Viadrina genutzte Nebengebäude des Audimax ist Teil der ehemaligen Bezirksparteischule. In den letzten Jahren nicht mehr zugänglich, bergen die Räume eine großflächige Hinterglasmalerei, die sich in die Ausstellung einreihen wird. Die Vernissage findet am 2. Juli um 18 Uhr statt, im Anschluss ist die Präsentation bis zum 13. August 2017 zu sehen. (kb, 8.6.17)

Frankfurt/Oder, ehemalige Bezirksparteischule, Hinterglasmalerei (Foto: Martin Maleschka) 

Blick zurück nach vorn

Tagung in Berlin: "Blick zurück nach vorn" (Bild: Arbeitskreis Kunst in der DDR)
Tagung in Berlin: „Blick zurück nach vorn“ (Bild: Arbeitskreis Kunst in der DDR)

Am 6. und 7. November 2014 findet in Berlin die fünfte Tagung des Arbeitskreises Kunst in der DDR statt. Der Arbeitskreis, der seit 2008  besteht, ist am kunsthistorischen Lehrstuhl von Prof. Dr. Sigrid Hofer an der Philipps-Universität in Marburg angesiedelt. Jeden Herbst finden Tagungen zu unterschiedlichen Themen statt. Für 2014 steht steht die Veranstaltung unter dem Motto „Architektur und Stadtplanung in der DDR“. Sie wird in Zusammenarbeit mit PD Dr. Christoph Bernhardt vom Leibniz-Institut für Regionalentwicklung und Strukturplanung in Erkner an der Technischen Universität Berlin ausgerichtet.

Die Themen reichen dieses Mal von der Architekturtheorie über sozialistische Zentrumsplanungen und Umgang mit Altbauten bis zu Fragen der Denkmalwürdigkeit und Aneignung. Einer der Höhepunkte dürfte die Podiumsdiskussion sein: Bruchlinien im Städtebau zwischen Alt und Neu. Namhafte Vertreter der Architektur- und Städtebauforschung unterschiedlicher Generationen werden ihre Standpunkte sicher auch streitbar austauschen: Prof. Dr. Thomas Topfstedt, Prof. Dr. Kerstin Wittmann-Englert, Dr. Matthias Lerm und Dr. Andreas Butter. (tm, 1.10.14)

Gestern die Stadt von morgen

Drei Orte, sechs Künstler und eine Frage: Wie leben wir heute mit den baulichen Utopien der 1960er und 1970er Jahre? Die Urbanen Künste Ruhr und das Netzwerk RuhrKunstMuseen finden hierauf bis zum 7. September 2014 eine ganz eigene Antwort. Gerade im Ruhrgebiet ist für die Ausstellungsmacher der Kontrast allgegenwärtig: die optimistische Geste moderner Betonarchitektur auf der einen, der Niedergang der Montanindustrie auf der anderen Seite.

Herausgegriffen werden drei schlagkräftige Beispiele modernen Bauens: das Rathaus von Marl (J. H. van den Broek/J. B. Bakema, 1967), das Forum (City Center) Mülheim (H. H. Lautz, 1974) und die Ruhr-Universität Bochum (Büro HPP, 1963-84). Mit diesen besonderen Orten setzen sich zeitgenössische Künstler durch Interventionen, Installationen, Ausstellungen oder Gesprächsrunden auseinander. Über die öffentlichen Führungen hinaus ermöglicht ein Booklet zum kostenfreien Download, die Stationen auf eigenen Faust zu erkunden. Und zu guter Letzt lädt das Skulpturenmuseum Marl am 7. September 2014 zur Finissage ein. (kb, 27.6.14)

Die Videoproduktion „gestern die stadt von morgen“ von Nico Joana Weber (Bild: N. J. Weber)