Münstereifel baut

von Wilma Ruth Albrecht

Das Städtchen Münstereifel ist viel mehr als sein mittelalterlich-pittoreskes Image. Nach dem Zweiten Weltkrieg profitierte es von der Nähe zur Bundeshauptstadt Bonn und zur Metropole Köln. Am 4. August 1955 wurde Münstereifel zum fünften Kneippheilbad der Bundesrepublik. Bereits 1961 kamen 7.600 Kurgäste und 3.500 Gäste ohne Kuranwendungen für rund 145.000 Übernachtungen – verteilt auf vier Kurhäuser, 27 Kurheime, drei Hotels, vier Erholungsheime und 138 Privatzimmer. Ab Oktober 1967 schließlich durfte man hier den Titel „Bad Münstereifel“ führen. So wundert es nicht, dass die Kurstadt bis heute zahlreiche sehenswerte Bauten der 1950er Jahre vorzuweisen hat.

 

Eine Kurstadt im Aufwind

Das Jahr 1952 markierte den Aufbruch in die Wirtschaftswunderzeit. Eingeweiht wurden die Jugendbildungsstätte der Bergmannsjugend am Radberg (Architekt: Hanns Bökels, 2002 umgenutzt zu Wohnzwecken), das Kneippkurhaus Josefsheim am Nöthener Berg (später Residenz Nöthener Tannen, zurzeit Leerstand) und das Haus Sonnenhof im Schleidtal. 1954 folgten die Jugendherberge Rodert (Architekt: Wilhelm Denninger) und 1955 das Kneipp-Sanatorium Dr. Schumacher-Wandersleb (später Ambienta-Hotel, derzeit geschlossen).

Der Astropeiler Stockert (Technische Gesamtleitung: Pederzani, Telefunken) von 1956 wurde 2010 im Eigentum der NRW-Stiftung als Museum und Bildungsstätte wiedereröffnet. In den kommenden Jahren erweiterete man die schulische und touristische Infrastruktur: 1958 mit der Rechtspflegerschule im Schleital (Architekt: Josef Bischof, später Verwaltungsfachhochschule NRW), 1960 mit dem Kurhotel VierJahreszeiten (lange Bildungsstätte von Versicherungen, heute Leerstand), mit dem Kurhotel/Sanatorium Jungmühle in der Unnaustraße (2014 Umbau vorgesehen), mit dem Kurhotel Herrenbusch (1971 umgewandelt zur Bildungsstätte der Friedrich-Ebert-Stiftung, heute Privatklinik) und mit dem Mädcheninternat/-pensionat der Ursulinen (Architekt: Wilhelm Rudolf Koep). Am Übergang zu den 1960er Jahren stehen drei kirchliche, 1962 vollendete Bauprojekte: das Schwesternheim der Augustinerinnen „Maria Königin“ (heute heilpsychologische Einrichtung), das Internat der Ursulinen im Ottertal (Architekt: Wilhelm Rudolf Koep, heute genutzt von den „Legionären Christi“) und das Pfarrhaus der evangelischen Kirche Langenhecke (Architekt: Heinz Kleinert).

 

Elegante Gäste- und Privathäuser

Wie elegant die 1950er Jahre in Münstereifel aussehen konnten, ist beispielhaft an einem der prominenten Gästehäuser ablesbar: Das Kneipp-Kurhotel Berghof entstand 1960 nach Entwürfen des Architekten Friedrichs aus Horrem (Bauleiter: Delor). Das weit auskragende Vordach, das zugleich als Balkon dient, wird von einem V-Träger (Pilotis) gestützt. Auch die geschwungen verglaste Hotelempfangshalle mit Tür- und Fensterprofilen aus goldfarben eloxiertem Aluminium verweist ebenso in die 1950er Jahre wie der Naturstein-Bodenbelag, die Holzvertäfelungen, die nierenförmigen Pflanzbeete und die elegant gewundene Treppe ins Obergeschoss. Dieses Zeitkolorit ist nach der Übernahme, Renovierung und Erweiterung durch die Betriebsgenossenschaft weiterhin klar ablesbar.

Doch auch Privat- und Geschäftshäuser der 1950er Jahre zeugen bis heute von dieser Aufbruchszeit in Münstereifel: an der Bergstraße, im Ochhermen, in der Nöthener Straße, der Willy-Brandt-Straße, im Hennesweg, in der John Wiles-Straße, im Hubertusweg, in der Otterbach und im Uhlenbergweg.

 

Architekten wie Fritz Steinmann

Vor allem eine Architektenpersönlichkeit steht für die ersten Wirtschaftswunderjahre von Münstereifel: Dr. phil. Dipl.-Ing. Fritz Steinmann. 1909 geboren, verbrachte er seine Schuljahre in Münstereifel und Euskirchen. Das Studium der Kunstgeschichte führte ihn von 1927 bis 1939 an den Universitäten Innsbruck, München, Berlin. Nach dem Wehrdienst im Zweiten Weltkrieg wurde Steinmann 1948 zum Dr. phil promoviert, schloss 1951 in Aachen sein Architekturstudium ab und arbeitete in der Folge bis 1955 als Assistent von Prof. Dr. Otto Gruber am Lehrstuhl Baukonstruktion und mittelalterliche Baukunst. Von 1955 bis 1960 wirkte er als freier Architekt, lehrte bis 1965 an der Staatlichen Ingenieurschule für Bauwesen in Köln und verstarb 1970.

Ab den frühen 1950er Jahren wirkte Steinmann in Münstereifel: 1952 gestaltete er die Kur-Lichtspiele in der Werterstraße 12 und das heute verfüllte Schwimmbad Goldenes Tal, 1957 die Marienschule „Volksschule“ (Fresko von Hans-Heinrich Adam, abgerissen in den 1990ern) auf der Windhecke. Für die katholische Filialkirche „Zur schmerzhaften Mutter“ im Stadtteil Rodert erweiterte er bis 1955 eine neugotische Backsteinkapelle, für die Bleiglasfenster konnte der Künstler Paul Weigmann (1923-2009) gewonnen werden. Die evangelische Kirche von Münstereifel hingegen erstellte Steinmann 1956 als reinen Neubau. In die Betonskelettkonstruktion mit einem Raster aus Schwammsteinen fügte der Künstler Hans-Heinrich Adam (1919-2007) eine moderne Glasgestaltung. Der 1998 fertiggestellte Neu- und Anbau mit Gemeindezentrum und Fahrstuhl tritt hinter der Kirche zurück und ist zugleich deutlich als neuzeitliche Zutat erkennbar.

 

Teil des städtischen Lebens

Doch auch im Profanbau ist das Werk von Steinmann in Münstereifel bis heute erlebbar. Von 1954 bis 1955 gestaltete er die Turnhalle des TUS 05 Arloff-Kirspenich. Für den Bau „umklammerte“ er eine Holzbinderkonstruktion u-förmig durch massiv aufgemauerte Giebelseiten. Mit dem Wohnhaus der Familie L. konnte Steinmann von 1958 bis 1959 sein Können auch im privaten Bereich unter Beweis stellen. Der Stampf- und Stahlbetonbau mit Schwemmstein-Trennwänden und einem asymmetrischen Satteldach steht im Hang, gesichert durch eine Stützmauer. Hier verschmilzt die Formensprache der 1950er Jahre aufs Beste mit der bei Kurgästen wie Einheimischen so beliebten naturnahen Umgebung von Münstereifel. (1.11.18)

 

Literatur (Auswahl)

Hürten, Toni, Chronik Bad Münstereifel. Band II. 1816-1970, Köln 1975, S. 134-139.

Bollenbeck, Karl Josef, Neue Kirchen im Erzbistum Köln 1955-1995, Köln 1995, S. 104, 381-382.

Birmanns, Jürgen, Die Geschichte des Kneipp-Heilbades Bad Münstereifel von den Anfängen bis zur Gegenwart unter besonderer Berücksichtigung der Heilpersonen und -institutionen, die sich der Kneippschen Heilweise widmeten und widmen, Diss., RWTH Aachen, 2000, S. 109.

Renn, Renn, Vom Fremdenverkehrsort zum Kurheilbad und zu Bad Münstereifel, in: Das Münster in der Eifel 2004, S. 130-137.

50 Jahre Evangelische Kirche Bad Münstereifel. Festschrift, hg. von der Evangelischen Kirchengemeinde Bad Münstereifel, Bad Münstereifel 2006, S. 22.

Foxius, Armand, Was bleibt. Zeitungsartikel über Münstereifel für den Kölner Stadt-Anzeiger (1958-1961), hg. von Armin Foxius, Bergisch Gladbach 2013, S. 114f.

Bad Münstereifel, Astropeiler (Bild: Stephan Wershoven, CC BY SA 3.0, 2013)

Die Trinkhalle

von Martin Bredenbeck mit Fotos von Axel Hausberg (18/4)

Wasser ist unentbehrlich. Dass es heute als Grundnahrungsmittel dient, dass international ein Grundrecht darauf gefordert wird, ist eine eher junge Geschichte. Denn bis weit ins 19. Jahrhundert war die Qualität des Wassers oft nicht dazu angetan, es unabgekocht zu genießen. Mit Bier, Wein und Säften war man dagegen auf der sicheren Seite. Allerdings, und das wussten schon die sprichwörtlichen Alten Griechen, kann Wasser auch ein Heilmittel sein. Egal, wie seine Wirkung zu unterschiedlichen Zeiten erklärt wurde: durch chemische Analyse, Molekülresonanz, Mondphasen oder auch durch einfache Magie. Zum Heilen, Vorbeugen und Lindern, zum Wohlbefinden und zur Stärkung nutzen wir Wasser seit Jahrhunderten. Nicht nur baden konnte man in den heißen oder kalten Quellen, sondern die Wässer auch trinken – aus guten Gründen aber als getrennte Vorgänge.

Vom Sehen und Gesehenwerden

Die große Zeit der Heilbäder war das 19. Jahrhundert. In Bad Ems, Baden Baden, Wiesbaden, Karlsbad, Spa und vielen weiteren bekannten Orten Europas kurten, tranken und badeten die adeligen und kulturellen Eliten, bürgerlich begleitet. Ein echtes „shared heritage“, für das auch der Welterbetitel angestrebt wird. Böse Zungen mögen behaupten, dass wie in den Opernhäusern und Museen das Sehen und Gesehenwerden im Mittelpunkt stand. Jedenfalls entwickelte sich rund um die heilsamen Wässer ein gesellschaftliches Leben, das seinen baulichen Ausdruck fand: Kurhäuser, Kurhotels, Trinkhallen, Wandelgänge und weitere historistische Ensembles prägen viele Kurorte bis heute und bilden ihr Kapital.

Aber nun zu Bad Neuenahr. Der berühmte Apollinarisbrunnen, entdeckt von einem Winzer, wurde 1852 im damaligen Wadenheim erbohrt. Vier Jahre später wurden die Heilquellen erschlossen und 1858 ein erstes Heilbad eröffnet, das mit Erlaubnis der Preußischen Regierung den wohlklingenden Namen Neuenahr führen durfte. Aus Wadenheim ging durch Zusammenschluss mit zwei weiteren Orten 1875 die Gemeinde Neuenahr hervor. Im letzten Viertel des 19. Jahrhunderts erlebte sie eine erste Blütezeit. Die 1880 eröffnete Ahrtalbahn sorgte für den Zustrom an Kurgästen, die Infrastruktur wurde weiter ausgebaut. In wenigen Jahren entstanden um 1900 die bis heute stadtbildprägenden Anlagen, darunter das Thermal-Badehaus (1899-1901), das Kurhotel und das Kurhaus (1903-05). Gerade letzterer Bau, heute Spielcasino, steht für den Glanz des Kurortes zu dieser Zeit. Die neubarocke Formensprache zeigt hohen gestalterischen Anspruch und greift auf die Schlossarchitektur zurück. Das Thermal-Badehaus ist ebenfalls reich geschmückt, dieses Mal im Stil des Klassizismus. Im Historismus war eben vieles gleichzeitig möglich.

Bad Neuenahr startet in die Moderne

Für Erholung an der frischen Luft sorgten die reizvolle Landschaft und der von Peter Joseph Lenné geplante Kurpark. Daneben wuchsen Pensionen und Hotels in die Höhe, auch gehobene Wohnhäuser und Villen. Leider sind viele Vertreter gerade des Bautypus Hotel mittlerweile der Substanzerneuerung zum Opfer gefallen. Die Stadt erfreut sich regen Zuzugs von Senioren, und entsprechende Wohnungen werden angeboten. Ihre gestalterische Qualität lässt freilich zu wünschen übrig, doch das ist eine andere Geschichte.

Die staatliche Anerkennung des Heilcharakters der Neuenahrer Quellen erfolgte erstaunlich spät, erst 1927. Seitdem darf sich die Gemeinde Bad Neuenahr nennen. In diesen Zusammenhang gehört ein einzigartiges Bauvorhaben, das zu seiner Zeit wenige Parallelen hat. 1927 schrieb die Kur AG den Wettbewerb für einen neuen Kurkomplex aus. Auch der Kurgartenbereich sollte umgestaltet werden, in seinem Kern eine neue Trinkhalle. Die alte gusseiserne Trinkhalle wurde abgerissen und sogar der Verlauf der Oberstraße verlegt. Damit wollte man die relevanten Einrichtungen zu einer Einheit zusammenzuschließen. Der Wettbewerb hatte deutschlandweit hohe Resonanz. Das Preisgericht setzte sich aus der deutschen Architektur-Avantgarde der 1920er Jahre zusammen – genannt sei nur Ernst May, der zwei Jahre zuvor als Stadtbaurat das Neue Frankfurt ausgerufen hatte.

Unter Bauhauseinfluss

Die Wahl fiel auf die Entwürfe von Hermann Weiser. Zu seiner Zeit zählte er durchaus zu den bekannten Architekten. Als Meisterschüler von Peter Behrens, dem Mitbegründer des Deutschen Werkbunds an der Schwelle zur Moderne, war Weiser geprägt von den damaligen Debatten um eine zeitgemäße Architektur.

Ursprünglich plante Weiser einen Komplex, den Kunst- und Reiseführer heute zweifellos unter „Bauhauseinfluss“ verbuchen würden. Er verzichtete auf traditionelle Stilmittel, wählte stattdessen kubische Formen, große Glasflächen und Flachdächer. Kein Bauhaus, aber doch im Geist des Neuen Bauens. Die Ausführung verzögerte sich bis in die 1930er Jahre, begann 1933 und wurde erst 1937 abgeschlossen. Nun fielen die Bauten markant traditioneller aus: Die Gliederung mit Gesimsen und Pfeilern ist eher ein abstrahierter Klassizismus, sogar nahe an Vorstellungen von Behrens aus den 1910er Jahren. Dadurch wird die Nachbarschaft zum klassizistischen Thermal-Badehaus aber umso interessanter!

Von seltener Liebenswürdigkeit

In dieser Form ist die Anlage bis heute erhalten, ergänzt in den 1970er Jahren um einen Cafétrakt. Die Große Trinkhalle erhielt eine graphische Deckengestaltung aus abgehängten Betonelementen. Die großen Glasflächen, mit ihrem Ausblick auf den Kurgarten, wurden ausgetauscht. Dabei gerieten die Profile der neuen Kunststoffrahmen natürlich breiter.

Doch unbeschadet solcher zeittypischer Veränderungen spricht auch heute viel vom Geist der Neuen Sachlichkeit. Die Anlage steht in einer Reihe mit einigen wenigen deutschen Ensembles, darunter Bad Mergentheim und Bad Elster. Zwar wurden viele Heilbäder in den 1920er und 1930er Jahren modernisiert, aber derart umfangreiche Neubauten blieben die Ausnahme. In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts entstanden dann wieder zahlreiche, auch sachlich gestimmte Kuranlagen. Für seine Zeit aber darf Bad Neuenahr – in Qualität und Umfang – eine an Einzigartigkeit grenzende Besonderheit beanspruchen. Die drehbare Konzertmuschel, die nach innen wie nach außen – zum Freiluftkonzert – gerichtet werden kann, ist dabei ein Detail von seltener Liebenswürdigkeit.

Von Lenné bis Beton

In Bad Neuenahr ergibt sich der besondere Reiz, die Entwicklung der Badekultur vom 19. Jahrhundert bis in die Gegenwart ablesen zu können: von den Höhen der Gartengestaltungskunst eines Lenné bis hin zu den Beton-brut-Ergänzungen der jüngeren Vergangenheit. Bislang mag sich die Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler noch nicht so recht zu diesem kulturellen Erbe bekennen. Dabei liegen dessen herausragende Eigenschaften schwarz auf weiß vor. Zahlreiche bundesweite Denkmalorganisationen haben einen Appell zur Bewahrung dieses Erbes unterzeichnet. Die Stadt, welche die Anlagen vor einigen Jahren von der Kur AG übernahm, argumentiert verständlicherweise mit Modernisierungsbedarf. Ein Erhalt sei aus technischen Gründen nicht möglich. Hier ist noch Überzeugungsarbeit zu leisten. Wichtig ist letztlich die Perspektive. Technische Gutachten könnten prüfen, was machbar ist. Wenn sie freilich als Schlechtachten möglichst viel Schaden nachzuweisen suchen, wird es für das Kulturerbe nicht leichter. Das sind bekannte Prozesse, die sich auch in Bad Neuenahr werden regeln lassen.

Modernisieren mit Verstand

Klar ist, dass das Kuren (modern auch: Wellness) heute anderen Abläufen folgt als im 19. Jahrhundert. Schon die 1970er Jahre sind für unsere Ansprüche keine Referenz mehr. Andere Angebote werden heute erwartet. Solche Modernisierungen im Bestand zu ermöglichen, ist aber gerade der Kerngedanke der Denkmalpflege. Sie will nicht museal, sondern lebensbezogen bewahren und – neu – nutzen. Insofern ist hier immer auch Bereitschaft zu Veränderungen und angemessenen Weiterentwicklungen gegeben. Und wenn wirklich einmal gar nichts mehr geht, ist auch eine qualitätvolle Neugestaltung denkbar.

Ob dann allerding eine echte Architekturqualität zu erwarten ist, sei dahingestellt. Die Architektur der Gegenwart entsteht allzu oft als virtuell ansprechende Animation, deren handwerklich-materielle Umsetzung stark zu wünschen übrig lässt. Einem Gropius wäre es jedenfalls nicht eingefallen, Fallrohre mitten über ornamentlose weiße Wandflächen zu führen – wie es allzu oft in unseren Neubauten „Typ Bauhaus“ zu sehen ist. Hinzu kommt, dass in Bad Neuenahr natürlich auch mit einer Verdichtung durch größeres Bauvolumen zu rechnen ist. Damit käme der Ensemblecharakter aus dem Gleichgewicht. Und natürlich würde ein Abriss und Neubau auch für die Parkanlage einigen Stress bedeuten.

Weitertrinken!

Ein bisschen Stress, das sei hinzugefügt, ergibt sich schon jetzt: 2019 kommt das Bauhaus-Jubiläum. Ein Jahr lang wird national und international die Avantgarde des frühen 20. Jahrhunderts gefeiert, der eben auch die Neuenahrer Bauten nahestehen. Müsste man hieraus nicht Kapital schlagen? 2022, und das ist quasi übermorgen, richtet Bad Neuenahr die Landesgartenschau aus. Sind dann die Bauten im Kurgarten denkmalgerecht ertüchtigt und strahlen in alt-neuem Glanz, als Schmuckstücke von Seltenheitswert? Oder sind sie zumindest als Schau-Baustelle noch in Renovierung, was sich didaktisch ansprechend vermitteln ließe? Die Unterzeichner des genannten Appells hoffen, dass die Bauten stehenbleiben und eine gute Lösung gefunden wird.

Denn unbeschadet aller heute möglichen angenehmen Alternativen, kann in der Großen Trinkhalle dann die Devise gelten: Weitertrinken!

P. S.: Jüngst beschäftigte sich die Jahrestagung der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Kur- und Bädermuseen mit Bad Neuenahr. Auch hier ermunterte man die Stadt zur Bewahrung und Inwertsetzung des Kulturerbes. Das zeigt einmal mehr die Wertschätzung für die Anlagen und soll die Stadt ermutigen, damit konstruktiv-kreativ umzugehen.

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