Blühende Landschaften

Blühende Landschaften

Wien, Wohnpark Alt Erlaa (Bild: Thomas Ledl, CC BY-SA 4.0)
Wien, Wohnpark Alt Erlaa (Bild: Thomas Ledl, CC BY-SA 4.0)

Für zahlreiche städtebauliche Konzepte des 20. Jahrhunderts war neben Architektur und Verkehrsplanung die Gestaltung der natürlichen Umwelt von elementarer Bedeutung. Landschaften und Grünflächen sollten zu einem Teil der modernen Metropolen werden, das vertraten die Verfechter der Gartenstadtbewegung ebenso wie der aufgelockerte Städtebau der Nachkriegszeit. Diesem Themenkomplex widmet sich die 14. Karlsruher Tagung „Das architektonische Erbe“ am 24. Februar 2017 unter dem Titel „Landschaft. Die Konzepte der Moderne und die aktuelle Praxis“. Zentral ist dabei die Frage, welche Chancen es bietet, Landschaft und Bebauung zusammenzudenken.

Neben historischen städtebaulichen Utopien stehen auch aktuelle Planungsansätze und Fragestellungen auf der Agenda der Fachtagung, etwa, inwiefern Ökologie auch in Zukunft im urbanen Raum planbar ist. Die Tagung endet in einer Kurzexkursion nach Frankfurt am Main, wo unter anderem der Ostpark, das Museumsufer und der Westhafen als konkrete Fallbeispiele auf dem Programm stehen. Anmelden kann man sich hier. (jr, 1.2.17)

Naherholung der Nachkriegsmoderne

Naherholung der Nachkriegsmoderne

Bonn, Bundesgartenschau (Bild: Bundesarchiv, B 145 Bild-F056332-0018 / Engelbert Reineke / CC-BY-SA 3.0)
Die Bundesgartenschau in der Rheinaue (Bild: Bundesarchiv, B 145 Bild-F056332-0018, Engelbert Reineke, CC BY SA 3.0)

Der Sommer steht vor der Tür – aber der Urlaub ist noch fern? Kennen wir. Wie wäre es alternativ mit Naherholung im Stile der Bonner Republik? Die Bonner Rheinaue versprüht bis heute den Charme der 1970er und lädt zu einem Trip in die Bundesstadt ein. Und wem der Landschaftspark zu wenig Architektur bietet, der findet in unmittelbarer Nähe das ehemalige Bundestagsgebäude, den langen Eugen oder die monumentalen Kreuzbauten. Als idealer Reisebegleiter bietet sich die Monographie „Die Rheinaue in Bonn“ zur Geschichte der Grünanlage.

Das zentrale Naherholungsgebiet entstand zur Bundesgartenschau 1979, die Bonn ausrichtete. Somit wurde eine Bebauung des bis dahin landwirtschaftlich genutzten Areals im Herzen der Stadt verhindert, das nahe Bundesviertel musste sich anderswo ausbreiten. Die Landschaftsarchitekten Gottfried Hansjakob und Heinrich Raderschall entwarfen stattdessen links und rechts des Rheins ein Ensemble aus Grünanlagen, Spielplätzen, Radwegen und Seen. Auch nach dem Gartenschau-Ende blieb die Rheinaue ein beliebtes Ausflugsziel. Das Sahnehäubchen für Freunde der 70er: der Park ist auch mit Bonns denkmalverdächtiger U-Bahn zu erreichen, die kürzlich ihren 40. Geburtstag feierte! (jr, 31.5.16)

Hansjakob, Gottfried/Hansjakob, Anton, Die Rheinaue in Bonn. Geschichte eines Parks, Marcator Verlag, Duisburg 2014, 162 Seiten, ISBN 978-3-87463-539-4.