2 x Corbu

In keinem Überblickswerk der Architekturmoderne darf die Villa Savoye (1930) von Le Corbusier fehlen. Die Bauherren des Landhauses „Les Heures Claires“ waren Eugénie und Pierre Savoye. Ihr Enkel berichtet in der Neuerscheinung „Die sonnigen Tage in der Villa Savoye“ aus der Sicht der Bewohner. Der Illustrator Jean-Philippe Delhomme fasst dazu in Bilder, wie die Architekturikone errichtet wurde, den Krieg überstand, als Scheune genutzt und vor dem Abriss gerettet wurde.

Ein zweiter Le-Corbusier-Bau, die Villa le Lac (1925) am Genfer See, wird in diesem Jahr ebenfalls mit einem eigenen Buch gewürdigt. Dabei folgt die Publikation der Originalausgabe, in der Le Corbusier die Geschichte des Gebäudes dokumentiert hat: mit Fotos, Skizzen und einem poetischen Text. Der Band trägt den Titel „Ein kleines Haus“ – für das Haus, das er für seine Eltern errichtet hat, verwendete Le Corbusier auch den Begriff „Wohnmaschine“. (kb, 31.3.20)

Le Corbusier, Ein kleines Haus, Neuauflage, hg. von der Fondation Le Corbusier, Birkhäuser-Verlag, Berlin 2020, broschiert oder eBook, 16 x 12 cm, 100 Seiten, 72 Abbildungen, ISBN DE 978-3-0356-2067-2.

Delhomme, Jean-Philippe/Savoye, Jean-Marc, Die sonnigen Tage der Villa Savoye, Birkhäuser-Verlag, Berlin 2020, gebunden oder eBook, 17 x 22 cm, 60 Seiten, 9 Abbildungen, ISBN 978-3-0356-2060-3, eBook ISBN 978-3-0356-2062-7.

Titelmotiv: Delhomme, Jean-Philippe/Savoye, Jean-Marc, „Die sonnigen Tage der Villa Savoye“ (Bild: Buchcover, Birkhäuser)

Welterbe kompakt: Le Corbusier

Was haben der Speyerer Dom, die Essener Zeche Zollverein und das Doppelhaus von Le Corbusier in der Stuttgarter Weißenhofsiedlung gemeinsam? mR-Lesende kombinieren schnell: Es geht selbstverständlich um die Einstufung als UNESCO-Welterbestätte. Ein kürzlich im Verlag avedition erschienener Sammelband präsentiert nun erstmals die 17 Bauten Le Corbusiers, die 2016 als Denkmäler in die UNESCO-Welterbeliste aufgenommen wurden.

Die Publikation gliedert sich in einen Textteil und einen Katalogteil. Während im Katalogteil die einzelnen Gebäude mit umfangreicher Bebilderung vorgestellt werden, kommen im Textteil Experten verschiedener Disziplinen zu Wort, die sich auch mit der Gegenwart und Zukunft der Wohnmaschinen auseinandersetzen. So schlägt ein Beitrag die Brücke zwischen der Weißenhofsiedlung und der IBA 2027 StadtRegion Stuttgart. Außerdem geht es um den langen Prozess bis zum Welterbe und um einen möglichen Kandidaten für eine Erweiterung der Welterbestätte. (mk, 22.2.20)

Gschwind, Friedemann (Hg.), Le Corbusier. Sein internationales Werk im Welterbe der UNESCO, Stuttgart 2020, avedition Verlag, 144 Seiten, Hardcover, ca. 150 Abbildungen, ISBN 978-3-89986-317-8.

Poissy, Villa Savoye (Bild: LStrike, CC BY-SA 3.0)

Wohnmaschinen

Für unter den moderneaffinen Weihnachtsbaum ist vorgesorgt, denn im Jovis-Verlag widmet sich eine neue Publikation der guten alten Wohnmaschine: Le Corbusiers Unité d’habitation „Typ Berlin“ enstand 1958 nahe dem Olympiastadion. Was ursprünglich wie die Wohnmaschine in Marseille aussehen sollte, geriet in der Hauptstadt – dank rigider Vorgaben der Auftraggeber – zum eigenständigen Bauwerk. Dieser „Typ Berlin“ nimmt eine „Außenseiterposition“ im Werk des Architekten ein.

Vor diesem Hintergrund haben sich Autoren aus Architektur, Stadtplanung, Kunstgeschichte und Kulturwissenschaft zusammengetan, um die Entstehungsgeschichte des Kulturdenkmals zu entschlüsseln. Hierfür wird die Entwicklung der klassischen Wohnmaschine von Marseille nachgezeichnet und die besondere Farbgebung ihrer kleinen Berliner Schwester näher untersucht. (kb, 15.12.19)

Högner, Bärbel (Hg.), Le Corbusier: Unité d’habitation „Typ Berlin“, Jovis-Verlag, Berlin 2019, Klappenbroschur, 17 x 24 cm, ca. 256 Seiten, ca. 180 Farbabbildungen, Deutsch/Englisch, ISBN 978-3-86859-563-5.

Berlin, Corbusierhaus (Bild: Jean-Pierre Dalbéra, CC BY 2.0)