Leopold Wiel

Alles Gute, Leopold Wiel!

Bis 2017 soll der Umbau des Dresdner Kulturpalastes abgeschlossen sein (Bild: Florian S.)
Der Dresdner Kulturpalastes ist eng mit dem Namen Leopold Wiel verbunden (Bild: Florian S., CC-BY-SA 3.0)

In Dresden stand dieser Tage ein runder Geburtstag an: Der Architekt Leopold Wiel feierte am 14. Mai seinen 100. Geburtstag. Als Professor an der TH Dresden bildete er 1951 bis 1981 Generationen von Architekten aus, sein Lehrbuch „Baukonstruktionen des Wohnungsbaus“ erfuhr 11. Neuauflagen und gilt bis heute als Standardwerk. Wiel verfolgt das Baugeschehen in Dresden auch im Ruhestand sehr genau. Auf die Pläne zum Umbau des Dresdner Kulturpalastes reagierte er 2012 mit einem offenen Brief an die Oberbürgermeisterin, in dem er sich gegen den Ausbau des Mehrzwecksaals wandte.

Der Kulturpalast stellt ein zentrales Werk in Wiels Laufbahn als Architekt dar. Die SED träumte 1959 von einem Turmhaus, das die Stadt überragen und von der Überlegenheit der sozialistischen Kultur künden sollte.  Wiel entwarf dagegen einen modernen, viergeschossigen Bau mit gläserner Fassade – und fing sich harsche Kritik der Partei ein. Nach der Intervention der Moskauer Architektenschaft revidierte sie jedoch ihre Meinung und schickte den 1. Sekretär der SED-Stadtleitung zu Wiel nach Hause, um sich bei ihm zu entschuldigen und um Unterstützung beim Bau des zentralen Kulturhauses zu bitten. Der Turm war vom Tisch, stattdessen beauftragte man Wolfgang Hänsch mit dem Bau des Kulturpalastes, der sich an den Planungen Wiels orientierte. (jr, 16.5.16)

Dresden: Der „Kulti“ wurde entkernt

Bis 2017 soll der Umbau des Dresdner Kulturpalastes abgeschlossen sein (Bild: Florian S.)
Bis 2017 soll der Umbau des Dresdner Kulturpalastes abgeschlossen sein (Bild: Florian S.)

In Dresden geht der Umbau des Kulturpalastes voran. 2017 soll das Bauwerk seine Pforten wieder öffnen und der Dresdner Philharmonie, dem Kabarett Herkuleskeule und der städtischen Bibliothek eine neue Heimat bieten. Hierfür wird der Festsaal zu einem reinen Konzertsaal für weniger Zuschauer umgebaut. Der „Kulti“, wie die Dresdner ihren Palast nennen, ist nun komplett entkernt. Man berät gerade über die künftige Bestuhlung des großen Saals.

Der Kulturpalast wurde nach Plänen von Leopold Wiel gebaut und 1969 eröffnet. Er befindet sich am Neumarkt, im Zentrum der im Zweiten Weltkrieg zerstörten Dresdner Altstadt. Seit 2008 steht der Palast unter Denkmalschutz. Dem Umbau ging eine heftige Kontroverse voraus, in der auch ein Abriss des Baus nicht ausgeschlossen wurde. Wer den Kulturpalast in seinem entkernten Zustand erleben möchte, dem sei ein Besuch des Dresdner Stadtfests am 16. und 17. August angeraten: Der Förderverein Dresdner Philharmonie bietet an diesen Tagen um 10.00, 11.30, 14.00 und 15.30 Uhr gegen Spenden für eine neue Orgel Baustellenführungen an. Anmelden kann man sich hier. (jr, 11.07.2014)