Litfaßsäule

Berlin, U-Bahnhof "Altstadt Spandau" (Bild: Ingolf, CC BY 2.0, 2013)

24 aus 2.548

Nach Verhandlungen mit dem Druckereibesitzer Ernst Litfaß erlaubte der Berliner Polizeipräsident – auch als Zeichen gegen die um sich greifende Wildplakatierung – 1854 1854 das Aufstellen von „Annoncier-Säulen“ – die Litfaßsäule war geboren. Im frühen 20. Jahrhundert wurden sie noch vereinzelt aus Blech gefertigt, vor dem Zweiten Weltkrieg kam bereits verstärkt Beton zum Einsatz. In den letzten Monaten hat sich der Bestand an diesen pittoresken Werbeträgern gelichtet. Das für die Pflege zuständige Unternehmen hat eine Ausschreibung des Senats verloren. Mit dem Ergebnis, dass rund 2500 Exemplare fallen müssen.

Vor diesem Hintergrund hat das Landesdenkmalamt Berlin, wie die Stadt via Pressemeldung bekanntgibt, die amtlich gezählten 2.548 Litfaßsäulen auf ihren Denkmalwert hin überprüft. 24 davon „genießen Denkmalschutz und bleiben als Zeugnisse der Berliner Stadtgeschichte“ erhalten, teilt Landeskonservator Dr. Christoph Rauhut mit. Die Kulturdenkmäler finden sich in Charlottenburg-Wilmersdorf (6), Kreuzberg-Friedrichshain (5), Mitte (4), Pankow (3), Reinickendorf (3), Steglitz-Zehlendorf (2) und Treptow-Köpenick (1) – manchmal gehören sie zu denkmalgeschützten Siedlungen, Wohnprojekten oder Gartendenkmalen, manchmal handelt es sich um ehemalige Transformatorensäulen. Die vermutlich älteste der werbetragenden Denkmäler, eine Blechsäule aus der Zeit um 1900, steht am Hackeschen Markt. Die jüngste, ein historisierender Nachbau von 1987, gehört zum Nikolaiviertels in Berlin-Mitte. (kb, 11.7.19)

Berlin, U-Bahnhof „Altstadt Spandau“ (Bild: Ingolf, CC BY 2.0, 2013)