Kuno Dannien in Lübeck

Man kann ihn mit Fug und Recht einen Lübecker Architekten nennen: Kuno Dannien, 1931 in der Hansestadt geboren, kehrte nach Büromitarbeiten in Konstanz, Frankfurt und Wiesbaden 1961 wieder in seine Heimatstadt zurück und machte sich hier 1971 selbständig. Hier errichtete er Neubauten wie die Wichernkirche in Moisling, machte sich aber ebenso in der Sanierung von Altbauten verdient. Grund genug, ihm an der Trave eine Tagung und eine Ausstellung zu widmen. Das Symposium „Bauen als Zeitgenosse. Kuno Dannien“ findet am 14. September 2018 statt im Gemeindesaal in den Pastorenhäusern (Jakobikirchhof 3). In Kurzvorträgen werden Danniens Wiederauf- und Neubauten zeitgeschichtlich eingeordnet und in einer Podiumsdiskussion auf das heutige Bauen bezogen. Der Eintritt ist frei, um Voranmeldung wird gebeten.

Die parallele Ausstellung zu Danniens Werk unter dem Titel „Bauen in der Zeit und für den Ort“ ist vom 7. bis 9. September 2018 in St. Jakobi (Jakobikirchhof) zu sehen. Die Vernissage wird am 6. September 2018 um 18 Uhr gefeiert, die Finissage am 16. September 2018 (16 Uhr Orgelkonzert, 18 Uhr Abschlussveranstaltung). Der Eintritt ist frei. Führung zu einigen Arbeiten an denkmalgeschützten Bauten von Kuno Dannien in der Lübecker Innenstadt gibt es am 9. September 2018 ab 10 Uhr (Treffpunkt: Mühlendamm am Fuße der Domtürme, der Eintritt ist frei, um Voranmeldung wird gebeten). (kb, 18.8.18)

Lübeck, Berufsbildungsstätte Priwall (Bild: Deltev Klockow, Lübeck)

Heimat auf Trümmern. Lübeck 1942

Dieses Mal ging es nicht um ein hochrangiges militärisches Ziel. Als die Altstadt von Lübeck am 29. März 1942 bombardiert wurde, ging es um die Stadt selbst. Bis heute wird schmerzhaft erinnert und beschrieben, wie die mittelalterliche Marienkirche und das Kaufmannsviertel der Buddenbrocks verloren gingen. Beim Verlag DOM publishers lenkt Jörn Düwel, Prof. für Architekturgeschichte an der HafenCity-Universität Hamburg, nun den Blick auf die weniger bekannten Opfer des Flächenbombardements.

Mit ausgewählten Quellen und Abbildungen beleuchtet Düwel in seiner Publikation „Heimat auf Trümmern“ den Lübecker Städtebau von 1942 bis 1959. Gezeigt werden nicht allein die Planungen für den Wiederaufbau der Altstadt. Düwel untersucht ebenso die lange unbeachteten Orte an den Rändern der Hansestadt: die Lager der Zwangsarbeiter, Vertriebenen und Flüchtlinge. (kgb, 3.6.14)

Jörn Düwel, Heimat auf Trümmern. Städtebau in Lübeck 1942-1959 (Grundlagen 20), DOM publishers, 2013, 280 Seiten, 23 x 21,2 cm, ISBN 978-3869221144.

Nichts war für Lübeck so einschneidend wie das Flächenbombardement von 1942 (Bild: DOM publishers)