Aalto-Wohnung anyone?

Zugegeben, von außen wirkt es erst einmal nicht sonderlich aufregend – seinen Reiz entwickelt das Hochhaus im Luzerner Schönbühl-Quartier nahe des Vierwaldstätterseesern erst innen: Egal, welche Wohnung man betritt, bietet sich ein grandioses Alpen-, See- oder Stadtpanorama, denn der Bau ist fächerförmig angelegt. Und für große Ideen sind oft auch große Architekten verantwortlich. So auch hier, denn der Entwurf des 1968 errichteten Solitärs stammt vom Finnen Alvar Aalto. 50 Jahre nach dem Bau wurde das Gebäude nun unter Erhalt vieler bauzeitlicher Details grundsaniert. Doch noch sind etliche Wohnungen frei, obwohl die Mietpreise von 2000 bis 3400 Franken für eine 3,5-Zimmer-Wohnung (je nach Etage und Ausrichtung) für Schweizer Verhältnisse bestenfalls im oberen Mittelfeld rangieren.

Nicolas von Schumacher von der Besitzerfamilie der Liegenschaft sprach gegenüber der Luzerner Zeitung von einem Überangebot an mittelpreisigen Wohnungen in der Region Luzern. Dennoch rechne man nach der endgültigen Fertigstellung nun mit einer steigenden Nachfrage. Interessanter Fakt am Rande: Für Aufregung im Vorfeld der Wiedereröffnung sorgte die Nachricht, dass Mieter im Aalto-Hochhaus für einen Zweirad- (Velo) Parkplatz 25 Franken pro Monat bezahlen sollen. Das wurde zwar auch zuvor schon so gehandhabt, sorgt in Zeiten des anstehenden städtischen Mobilitätswandels aber für Diskussionen. (db, 10.9.19)

Luzern, Alto-Hochhaus (Bild: Arlewo AG)

Kann man das wegwerfen?

Kann man das wegwerfen?

Polaroid 900 (Bild: Jean-Jaques MILAN)
Als die Fotografie schnell wurde, produzierte sie auch einen wachsenden Bestand potenzieller Archivalien: die Polaroid 900 (Bild: Jean-Jaques MILAN)

Aus dem 19. Jahrhundert sind Hunderttausende von Fotografien überliefert, aus dem 20. Jahrhundert viele Millionen. Manche dieser Aufnahmen sind einzigartige Kostbarkeiten, andere sind banal. Aber alle gehen kaputt – und zwar immer schneller, von alten Glasplatten bis zu Farbdias, Polaroids und Bilddateien. Was muss gerettet werden? Was darf weg? Und was kostet das? Dieser Frage folgt die Tagung „Kann man das wegwerfen? Fotografie, Gedächtnis, Ökonomie“ in der Universität Luzern (Frohburgstrasse 3, Raum 4 B.55), zu der das Kulturwissenschaftliche Institut/Historische Seminar der Universität Luzern (mit freundlicher Unterstützung der Stiftung Lucerna und der Forschungskommission der Universität Luzern) vom 24. bis 25. September 2015 einlädt.

Die Tagung bringt Spezialisten für Fotogeschichte ins Gespräch mit Praktikern aus Archiven und Firmen. Die Themen der Vorträge reichen von „Photographie zwischen Wegwerfobjekt und Kulturgut“ über „Kommerz-Geschichte. Die Herstellung, Erzählung und Haltbarkeit von fotografierter Geschichte“ oder „Das fotografische Sofortbild zwischen Unmittelbarkeit und Entzug“ bis hin zu „Die Bibliothek in der Handtasche: Die Geschichte des Mikrofilms (1920–1950)“ oder „Wollen wir das behalten? Fortsetzung folgt“. Ergänzend wird ein Abendvortrag des Schriftstellers Nicholson Baker angeboten. Die Tagung ist öffentlich; für die Teilnahme wird ein Unkostenbeitrag von CHF 20.- erhoben; für Studierende und Dozierende der Universität Luzern ist die Teilnahme kostenlos. Anmeldungen sind bis zum 11. September 2015 möglich über ein Online-Formular möglich. (kb, 3.9.15)