Treffpunkt Einkaufszentrum

Der nächste Teil der Veranstaltungsreihe „MODERNE Strukturen und Ideen im Wandel“, bei der moderneREGIONAL Medienpartner ist, widmet sich dem Miteinander: „Komm‘, wir gehen ins … Einkaufszentrum?“ – wenn man Großwohnsiedlungen als neue Städte auffasst, musste dort öffentlicher Raum geplant und geschaffen werden. Seit Beginn des Baus solcher Siedlungen ist dies ein Thema, und scheint aktuell brennender denn je: Ist es gelungen, den in der europäischen Stadt prägenden öffentlichen Raum in den neuen Siedlungen zu reproduzieren? Konnte man das Versprechen einlösen, Begegnungs- und Aufenthaltsräume, soziale Angebote und Konsum zu verbinden? Wie werden Missstände reguliert? Die Beiträge dazu kommen aus historischer, architektonischer und denkmalpflegerischer Sicht, aber auch aus dem Stadtteilmanagement und aus der Sozialraumkoordination. Los geht es am 18. November um 16 Uhr online via Zoom.
 
Florian Mayr (Münchener Gesellschaft für Stadterneuerung) stellt die Entwicklungen in Neuperlach dar, hier vor allem die aktuelle Stabilisierung des Zentrums aus Sicht des Stadtteilmanagements. Heinz Tibbe (PLANWERK, Berlin) gibt einen Überblick über drei Berliner Projekte seit den 1990er Jahren: die Marzahner Promenade, die „Helle Mitte Hellersdorf“ und die Siedlung Neu-Hohenschönhausen in Lichtenberg. Jascha Braun (LVR-Amt für Denkmalpflege im Rheinland, Brauweiler) vergleicht die Zentren in Berlin-Marzahn und Köln-Chorweiler aus historischer und denkmalpflegerischer Sicht. Benjamin Stieb (Leiter der Sozialraumkoordination im Bürgerzentrum Köln-Chorweiler) berichtet über die sozialen Verhältnisse und Projekte in der dortigen Großwohnsiedlung. Die Veranstaltungsreihe findet online via Zoom statt, eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Der Link: https://rwth.zoom.us/j/99120829780?pwd=NlBKZ2JiTUw2d2pFV1ZFYk9ra1lxZz09, Meeting-ID: 991 2082 9780, Kenncode: 771578. (mR, 15.11.21)

Köln Chorweiler (Bild: Elke Wetzig, CC BY-SA 4.0)

Vom Umgang mit Wohnsiedlungen

Die Veranstaltungsreihe “MODERNE Strukturen und Ideen im Wandel” – in Medienpartnerscbaft mit moderneREGIONAL – beginnt ihre Reise zu Bedeutung und Zukunft der Großwohnsiedlungen der späten 1960er bis zu den 1980er Jahren ganz klassisch mit einer Bestandsaufnahme: In Nordrhein-Westfalen und Mecklenburg-Vorpommern werfen wir zwei exemplarische Blicke in aktuelle Projekte der Landesdenkmalämter, mit denen der Siedlungsbau erforscht wird. Beide Landesdenkmalämter in NRW arbeiten an den entsprechenden Überblickswerken für ihre Gebiete und müssen nicht nur große, sondern auch viele Siedlungen bewältigen. Die Veranstaltung findet online via Zoom statt, eine Voranmeldung ist nicht erforderlich. Termin ist Donnerstag, den 16. September von 16.00-18.00 Uhr, das Motto der Auftaktveranstaltung: ‚Der‘ Städtebau deutscher Großwohnsiedlungen.

Für die LWL-Denkmalpflege, Landschafts- und Baukultur inWestfalen (LWL – Landschaftsverband Westfalen-Lippe) berichtet Dr. Hans Hanke vom Projekt „Erfassung von städtischen Siedlungen 1945-1990“, während Dr. Helmtrud Köhren-Jansen vom LVR-Amt für Denkmalpflege im Rheinland (LVR – Landschaftsverband Rheinland) die 2020 erschienenen ersten beiden Bände des rheinischen Siedlungsinventars vorstellen kann. Dr. Jörg Kircher befasst sich bei der Landesdenkmalpflege Mecklenburg-Vorpommern mit den Städtischen Siedlungen und hat erste Ergebnisse mit dem Band „Alles Platte?“ von 2018 vorgelegt. Mit Kommentaren und kritischen Würdigungen melden sich Dorit Baumeister – Architektin, Kunstaktivistin und Baureferentin in Weißwasser – und Prof. Dr. Maren Harnack von der Frankfurt University of Applied Sciences zu Wort. Ihr Zugang zum Thema ist von der Frage der Weiterentwicklung, Inwertsetzung und künftigen Nutzung der Großsiedlungen geprägt: eine Perspektive, die von der Sichtweise der Architektur- und Denkmalerfassung profitiert, aber auch einen Kontrapunkt zu ihr setzen kann. Denn wie gehen wir mit dem um, was als gestalterisch und historisch interessant, womöglich als Denkmal erfasst und bewertet wurde? Zur Diskussion sind natürlich auch alle Teilnehmer:innen eingeladen. Die Moderation übernehmen zwei Mitglieder der Fachgruppe Städtebauliche Denkmalpflege, Prof. Dr. Carola Neugebauer (RWTH Aachen, Initiatorin der Reihe) und Dr. Martin Bredenbeck (LVR-Amt für Denkmalpflege im Rheinland/Verband Deutscher Kunsthistoriker). (mR, 6.9.21)

Der Zoom-Link: https://rwth.zoom.us/j/99120829780?pwd=NlBKZ2Ji
TUw2d2pFV1ZFYk9ra1lxZz09
, Meeting-ID: 991 2082 9780, Kenncode: 771578.

Rostock Evershagen, Rasmus-Hochhaus (Bild: 007ixen, CC0)

Köln: Wohnen in der Mühle

Der Deutzer Hafen ist eines der größten Stadtentwicklungsprojekte in Köln. Teil der Umgestaltung zum Wohngebiet ist die Ellmühle, an der weithin sichtbar der berühmte “Aurorastern” prangt. Die Produktion hat das Unternehmen mittlerweile nach Neuss verlagert. Der mächtige Altbau, eine der größten Getreidemühlen Europas, wird nun bald Wohnungen und Büros beherbergen. Hierzu sollen in die Silosgebäude Fenster eingebaut werden. Nun hat der Kölner Stadtkonservator das Mühlengebäude allerdings vor einiger Zeit größtenteils unter Denkmalschutz gestellt. Hiergegen hatte der neue Besitzer, die “moderne stadt“, bereits geklagt. Pikant dabei: Die moderne Stadt ist eine Tochtergesellschaft der Stadt Köln … Der WDR meldete nun, dass man sich außergerichtlich geeinigt habe: Sechs der elf Silos bleiben erhalten, und die zukünftigen Bewohner dürfen sich dann auch über Fenster freuen.

Neben der Umgestaltung der Bestandsgebäude sind mehrere Neubauten rund um das Hafenbecken geplant, den Masterplan hierfür lieferte das Büro COBE aus Kopenhagen. Die Geschichte der Deutzer Mühle ist lang. 1909 entstanden zunächst zwei Bauten: zum einen die Auer-Mühle, die nach Kriegsschäden 1950 wieder aufgebaut wurde, sowie die in Backstein ausgeführte Walzmühle der Firma Leysieffer & Lietzmann. Sie wurde 1964 in Ellmühle umbenannt. 1975 verschmolzen beide Firmen zur Kampffmeyer-Gruppe, die auch die Auer-Marke “Aurora” weiterführt. (db, 13.1.21)

Köln, Ellmühle 2019 (Bild: Franz-Josef Knöchel/LVR, CC-BY)