2 x 50

In diesem Jahr werden gleich zwei Großsiedlungen 50: das DDR-Vorzeigeprojekt Halle-Neustadt und als kapitalistisches Gegenstück das Märkische Viertel im Westen Berlins. Für Halle plante der ehemalige Gropius-Assistent Richard Paulick die “Stadt der Chemiearbeiter”, für die 1964 der Grundstein gelegt wurde. Zu diesem Anlass bekommt Halle-Neustadt nun ein breitgefächertes Veranstaltungsprogramm, darunter mehrere Ausstellungen. Bis zum 2. November schlägt die Schau “Heimat Halle-Neustadt” mit zwei Ausstellungsorten eine Brücke von der Alt- (Stadtmuseum) zur Neustadt (Ladengeschäft in der Neustädter Passage 13). Studierende der Kunsthochschule Burg Giebichenstein präsentieren Alltagsobjekte, Beschilderungen und Souvenirs aus 50 Jahren Stadtgeschichte.

Das Berliner Märkische Viertel wurde von 1963 bis 1974 errichtet, geplant von rund 35 Architekten – darunter Namen wie Werner Düttmann oder Oswald Mathias Ungers. 1964 zogen die ersten Bewohner ein, 50 Jahre später erklärt die Wohnungsbaugesellschaft Gesobau das ganze Viertel zur Ausstellung. Unter Schlagworten wie “Abenteuer”, “Heimat” oder “Kulturen” werden prägende Teile des Viertels vorgestellt. Hinter “Moderne” verbirgt sich – von der Kirche St. Martin bis zum Heizkraftwerk – die Baugeschichte. Darüber hinaus werden Stadtrundgänge vorgeschlagen oder ein “Soundwalk” durch die großstädtische Landschaft als Download angeboten. (kb, 1.9.14)

Halle-Neustadt, 1967 (Bundesarchiv Bild-Nr. 183-F0607-0013-001, Foto: Horst Sturm, CC BY SA 3.0)

50 Jahre Märkisches Viertel

Zum 50. gab es ein neues Logo, eine Homepage und Straßenfeste. Die erste Westberliner Großwohnsiedlung der Nachkriegszeit ist inzwischen mehr als erwachsen geworden. Errichtet wurde die Satellitenstadt von 1963 bis 1974, geplant von rund 35 Architekten – darunter Namen wie Werner Düttmann oder Oswald Mathias Ungers. Als die ersten Bewohner 1964 einzogen, waren sie stolz auf ihre neue moderne Wohnung. In den folgenden Jahren kippte das Image des Märkischen Viertels hin zum sozialen Brennpunkt. Erst rund um das 40. Jubiläum wurden die Qualitäten des Quartiers wiederentdeckt.

Heute schätzen die Berliner wieder die gute Infrastruktur – vom Einkaufs- bis zum Kirchenzentrum – und vielfältigen Grün- und Wasserflächen im Märkischen Viertel. Und das 50. Jubiläum des Erstbezugs nimmt die Wohnungsbaugesellschaft GESOBAU zum Anlass, dem Image ihrer Häuser einen frischen Anstrich zu verpassen. Das bunte “Viertel” im Kreis steht für die Vielfalt der Kulturen und Bewohner. Ein Reichtum, der diesen Sommer weiter mit verschiedenen Veranstaltungen gefeiert und bekannt gemacht werden soll. (kb, 7.6.14)

Im Sommer 1964 zogen die ersten Bewohner in das neue Berliner Märkische Viertel (Bild: Gesobau)