Philosophicum: vorerst kein Verkauf

Die Institutsgebäude von Ferdinand Kramer, der zwischen 1952 und 1964 Universitätsbaumeister in Frankfurt am Main war, stehen vor einer ungewissen Zukunft. Die Universität ist größtenteils auf den Campus Westend umgezogen. Auf dem bisherigen Areal im Stadtteil Bockenheim plant man eine Mischung aus Wohnen, Büros und Kultur. Die teils denkmalgeschützten Kramer-Bauten sollen soweit möglich Teil des neuen “Kulturcampus” werden.

Das ungewöhnlichste und radikalste Gebäude Kramers ist das 1959/60 gebaute Philosophicum, um dessen Verbleib seit langem gerungen wird. Schon die Unterschutzstellung des streng funktionalistischen Stahlskelettbaus gelang vor 15 Jahren nur gegen Widerstände aus dem hessischen Kultusministerium. Nun ist der Verkauf an die Projektgruppe Philosophicum, die hier ein Wohnprojekt plante, gescheitert. Die Gruppe konnte die Kaufsumme von 6,1 Millionen Euro zur geplanten Vertragsunterzeichnung am 30.6. nicht aufbringen. Nach dem geplatzten Deal steht der Bau wieder zur Disposition. Schon vor der ersten Einigung mit der Projektgruppe gab es kommerzielle Mitbieter, die jetzt zum Zuge kommen könnten. Zumindest vom Abbruch des in Fachkreisen hoch angesehen Baus redet niemand mehr. (db, 7.7.14)

Frankfurt/Main, Bau des Philosophicums, 1959 (Bundesarchiv B 145 Bild F006599 0004, Foto: Rolf Unterberg, CC BY SA 3.0)

Hochbunker in Frankfurt am Main

Manche wurden zum Museum, andere zum Musikübungsraum, wieder andere zum Luxusloft – und manche stehen immer noch als Zuflucht für alle Fälle bereit. In Frankfurt sind 38 der 43 – zwischen 1941 und 1943 eingerichteten – Hochbunker in den unterschiedlichsten Nutzungen erhalten. So stehen sie bis heute wie kaum eine andere Baugattung für eine prägende Zeitepoche, für die Schrecken und Hoffnungen der Kriegsjahre.

In einer reich bebilderten Bestandsaufnahme dokumentiert Andrea Hampel, Leiterin des Frankfurter Denkmalschutzamts, im Verlag Heinrich Editionen die verbliebenden oberirdischen Luftschutzanlagen. Aufwändig werden die einzelnen Hochbunker in Bild, Plan und Text dargestellt. Teils stechen sie im Straßenzug deutlich hervor, teils fügen sie sich mit Satteldach und Gesims erstaunlich gut in ihre Umgebung ein. Seit 2010 befinden sich viele der Hochbunker durch Verkauf oder Neu-Nutzung im Umbruch. Ein guter Zeitpunkt, sie auch denkmalfachlich neu anzuschauen und zu bewerten. (kgb, 6.6.14)

Andrea Hampel, Hochbunker in Frankfurt am Main (Beiträge zum Denkmalschutz in Frankfurt am Main 17), hg. vom Denkmalamt der Stadt Frankfurt am Main/Denkmalforum Frankfurt, Heinrich Editionen, 2012, 240 Seiten, 350 Abbildungen, gebunden, 30 × 21,5 cm, ISBN 978-3-921606-87-2.

Hochbunker in Frankfurt (Bild: Heinrich Editionen)