Futura lockt nach Mainz

Futura lockt nach Mainz

Futura (Bild: Gutenberg-Museum Mainz)
In Futura gestaltete Broschüren könnten viele Kartons füllen (Bild: Gutenberg-Museum Mainz)

2017 wird die legendäre Schrifttype Futura 90 Jahre alt. Das Mainzer Gutenberg-Museum möchte in den Geburtstag reinfeiern und eröffnete kürzlich die Sonderausstellung „FUTURA. DIE SCHRIFT“. Bis zum 30. April 2017 erzählen hier zahlreiche Exponate vom internationalen Siegeszug der serifenlosen Schriftart. Begleitend zur Ausstellung ist ein umfangreicher Katalog erschienen und eine – selbstverständlich ausschließlich in Futura gehaltene – Website online gegangen.

Die schlichte Type wurde 1927 von Paul Renner in Frankfurt am Main entwickelt und fand in der Gestaltung des Neuen Frankfurt mehrfach Niederschlag. Ihre sachliche Konstruktion aus geometrischen Grundformen vermochte aber weit über die Grenzen der Mainmetropole hinaus zu überzeugen. Zahlreiche Designer bedienten sich in der Folgezeit der Futura, nach dem zweiten Weltkrieg wurde sie zeitweise Teil des Corporate Design international erfolgreicher Konzerne wie VW oder IKEA. 1969 landete sie mit Neil Armstrong sogar auf dem Mond: die Plakette, die der Astronaut auf dem Erdtrabanten hinterließ, war mit einem in Futura gehaltenen Text versehen. (jr, 24.11.16)

„AUF EWIG“ in Mainz

„AUF EWIG“ in Mainz

auf_ewig_ausstellung_dommuseum_mainzZum 21. Oktober 2016 startet im Bischöflichen Dom- und Diözesanmuseum Mainz die Sonderausstellung „AUF EWIG – Moderne Kirchen im Bistum Mainz“. Anhand von fünf ausgewählten Bauten im Bistum wird die ganze Bandbreite der Kirchbaumoderne der letzten 100 Jahre entfaltet: die von Parabelbögen überwölbte Betonkonstruktion Christkönig in Bischofsheim (1926, Dominkus Böhm), die formvollendete Zentralkirche Heilig Kreuz in Mainz (Richard Jörg, 1954), der betonplastische Kubus von St. Marien in Seligenstadt (Gisberth Hülsmann, 1975), das wie ein Dorf um einen Hof gruppierte Ökumenische Gemeindezentrum in Darmstadt-Kranichstein (Rolf Romero und Lothar Willius, 1980) und das fast schon klassisch anmutende kubische Gemeindezentrum „Jesus Christus – Der Gute Hirte“ in Frankfurt-Nieder-Erlenbach (Günter Pfeifer, 2000).

Die Sonderausstellung bildet eine Kooperation des Bischöflichen Dom- und Diözesanmuseums mit dem (vom Deutschen Liturgischen Institut in Trier angestoßenen) Projekt „Straße der Moderne“, das ausgewählte Meisterwerke der Kirchbaumoderne verbindet. Eigens für die Präsentation fertigte der Frankfurter Fotograf Marcel Schawe aktuelle Fotografien. Kuratiert wurde die Ausstellung von Karin Berkemann für die „Straße der Moderne“ in Zusammenarbeit mit dem Dommuseum. Begleitend erscheint bei Schnell und Steiner ein reich bebilderter Katalog. Die Schau ist vom 21. Oktober 2016 bis zum 12. März 2017 in Mainz zu sehen sein – und im Anschluss lohnt eine ausgedehnte Erkundungstour durch die moderne Kirchenlandschaft des Bistums. (db/kb/jr, 8.9.16)

Vor 40 Jahren starb Alvar Aalto

Vor 40 Jahren starb Alvar Aalto

Wolfsburg, Heiliggeistkirche, 1962 (Bild: Zahlenmonster, GFDL oder CC BY SA 3.0)
Wolfsburg, Heiliggeist-Kirche, 1962 (Bild: Zahlenmonster, GFDL oder CC BY SA 3.0)

Alvar Aalto ist weniger ein Name, als vielmehr ein Lebenskonzept. Da gibt es die zeitlose Aalto-Vase (1936, entworfen mit seiner Frau Aino), da sind ungezählte Stühle, Hocker, Teewagen und nicht zuletzt seine Architekturentwürfe, die dem organischen Bauen zugerechnet werden. Geboren wurde der spätere Architekt und Designer 1898 im finnischen Kuortane und studierte bis 1921 in Helsinki. 1923 machte er sich in Jyväskylä selbständig und heiratete 1924 seine vorherige Assistentin Aino Marsio, die für alle Aalto-Entwürfe mit zeichnete.

Vor allem nach dem Zweiten Weltkrieg war Aalto weltweit tätig, von den USA bis nach Österreich. Auch in Deutschland hinterließ Aalto vielbeachtete Spuren: ob das Aalto-Hochhaus in Bremen-Neue Vahr (1958), die Heiliggeist-Kirche in Wolfsburg (1962) oder das Theater in Essen (1988). Vor 40 Jahren, am 11. Mai 1976 starb Alvar Aalto in Helsinki. (kb, 31.7.16)