Vor 40 Jahren starb Alvar Aalto

Vor 40 Jahren starb Alvar Aalto

Wolfsburg, Heiliggeistkirche, 1962 (Bild: Zahlenmonster, GFDL oder CC BY SA 3.0)
Wolfsburg, Heiliggeist-Kirche, 1962 (Bild: Zahlenmonster, GFDL oder CC BY SA 3.0)

Alvar Aalto ist weniger ein Name, als vielmehr ein Lebenskonzept. Da gibt es die zeitlose Aalto-Vase (1936, entworfen mit seiner Frau Aino), da sind ungezählte Stühle, Hocker, Teewagen und nicht zuletzt seine Architekturentwürfe, die dem organischen Bauen zugerechnet werden. Geboren wurde der spätere Architekt und Designer 1898 im finnischen Kuortane und studierte bis 1921 in Helsinki. 1923 machte er sich in Jyväskylä selbständig und heiratete 1924 seine vorherige Assistentin Aino Marsio, die für alle Aalto-Entwürfe mit zeichnete.

Vor allem nach dem Zweiten Weltkrieg war Aalto weltweit tätig, von den USA bis nach Österreich. Auch in Deutschland hinterließ Aalto vielbeachtete Spuren: ob das Aalto-Hochhaus in Bremen-Neue Vahr (1958), die Heiliggeist-Kirche in Wolfsburg (1962) oder das Theater in Essen (1988). Vor 40 Jahren, am 11. Mai 1976 starb Alvar Aalto in Helsinki. (kb, 31.7.16)

50 Jahre ICOMOS

50 Jahre ICOMOS

Rathaus, Mainz (Bild: MzMzMz, CC BY-SA 3.0 oder GFDL)
Gründungs- und Tagungsort für ICOMOS – und selbst das beste Beispiel für das Tagungsthema: das Mainzer Rathaus (Arne Jacobsen/Otto Weitling, 1970-74) (Bild: MzMzMz, CC BY-SA 3.0 oder GFDL)

In diesem Jahr feiert der Internationale Denkmalrat ICOMOS sein 50-jähriges Jubiläum. Das (west-)deutsche Nationalkomitee von ICOMOS wurde 1965 in Mainz gegründet.

An seinem Gründungsort nimmt ICOMOS Deutschland gemeinsam mit der Architektenkammer und der Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz die Halbjahrhundertfeier zum Anlass für einen Rückblick auf die Architektur und den Städtebau der letzten fünfzig Jahre – und für einen Ausblick auf die Zukunft dieses jungen architektonischen und städtebaulichen Erbes. In Zusammenarbeit mit der Bundesstiftung Baukultur und unterstützt von der Wüstenrot Stiftung, Europa Nostra, DOCOMOMO, dem Deutschen Kulturrat und dem Bund Heimat und Umwelt in Deutschland, gibt es vom 26. bis 28. November 2015 im Mainzer Rathaus eine internationale Fachtagung zur Denkmalwürdigkeit und Denkmalfähigkeit von Zeugnissen der Spätmoderne und der Postmoderne im europäischen Umfeld: „Denkmal – Bau – Kultur. Konservatoren und Architekten im Dialog“. Im Schnittfeld von Baukultur und Denkmalkultur stellen Experten nicht nur in den letzten Jahrzehnten entstandene Denkmalwerte zur Diskussion, sondern auch aktuelle Beispiele dieser neuen Denkmalschicht. Im Rahmen der Tagung werden auch die Ergebnisse eines studentischen Wettbewerbs zu Bauten der 1960er bis 1990er Jahre vorgestellt. (kb, 19.9.15)

Siehe auch den Bericht zur Taung auf moderneREGIONAL: Zweimal Spätmoderne bitte!

Leerstand in Mainz

Leerstand in Mainz

Mainz, Allianzhaus (Bild: Ralf Roletschek, GFDL oder CC BY 3.0)
Leerstand mit Chancen? Das ehemalige Allianzhaus im Zentrum von Mainz (Bild: Ralf Roletschek, GFDL oder CC BY 3.0)

In der aktuellen Flüchtlingsdebatte wird gerne der Eindruck vermittelt: „Das Boot ist voll“, die Städte sind belegt, es ist kein Wohnraum übrig für Flüchtlinge. Anders sieht es aus, klickt man sich z. B. durch den „Leerstandsmelder Mainz“. Eine Fülle von Bauten wird da von engagierten „Stadthumanisten“ auf einer virtuellen Karte vermerkt. Im Datenfensters heißt es da z. B. zum „Allianzhaus“ (Große Bleiche 60): „Leerstand: teilweise; Leer seit: mindestens 3 Jahren; Eigentümer: öffentliche Hand; Abrissgerüchte: ja; Beschreibung: Zur Zeit teilweise zwischengenutzt durch unterschiedliche Projekte“.

Das sandsteinverkleidete Allianzhaus, lange Sitz eben jener Versicherung, in zentraler Lage neben der unübersehbaren Barockkirche St. Peter gehört neuerdings der Mainzer Aufbaugesellschaft. Diese möchte den weitgehend leergezogenen, nachkriegsmodernen Komplex abreißen und durch einen Neubau ersetzen. Doch bis dahin bemühen sich Kreise wie der Mainzer Verein „Schnittstelle 5. Raum für Stadtentwicklung und urbane Projekte“, der eben jenen Leerstandsmelder betreibt, um eine kulturell-soziale Zwischennutzung: Da gibt es den Kulturclub „Schon Schön“ (dem immer mal wieder die Schließung droht), das „café blumen“ und Diskussionen über eine Unterbringung von Flüchtlingen in den darüberliegenden Wohnungen. Platz gäbe es also im städtischen Boot. Wie war das noch: Kinder und Flüchtlinge zuerst? (kb, 17.9.15)