Wien: Wege der Moderne

Adolf Loos, Schlafzimmer in der Wohnung Lina und Adolf Loos, Wien I., Bösendorferstraße 3, 1903 (Rekonstruktion von Hubmann – Vass, Architekten ZT) (Bild: Peter Kainz/MAK Wien)
Adolf Loos, Schlafzimmer in der Wohnung Lina und Adolf Loos, Wien I., Bösendorferstraße 3, 1903 (Rekonstruktion von Hubmann – Vass, Architekten ZT) (Bild: Peter Kainz/MAK Wien)

Josef Hoffmann (1870-1956) und Adolf Loos (1870-1933) prägten das neue Bauen und Gestalten im Wien der Jahrhundertwende. Für die modernen Konsumenten entwickelten sie zwei gegensätzliche Ansätze: Hoffmann bot Gebrauchsgegenstände und Architektur in immer neuen Designs als ästhetische Produkte an. Adolf Loos hingegen sah diese nicht als Kunstprodukte, sondern als diskreten Hintergrund für individuelle Lebensweisen. Diesen beiden Wiener Gestaltern widmet das MAK Wien noch bis zum 19. April 2015 die Ausstellung „Wege der Moderne. Josef Hoffmann, Adolf Loos und die Folgen“.

Die Ausstellung zeigt in fünf Abschnitten die Vorbedingungen, Hauptwerke und Folgen der Arbeit von Hoffmann und Loos. Nach einem Blick auf die Vorgängergenerationen und frühen Jahren von Hoffmann und Loose, geht es im zentralen Ausstellungskapitel – anhand von Originalzeichnungen, Gebrauchsgegenständen, Möbeln und Modellen – um ihre Arbeiten der Jahrhundertwende. Im Mittelpunkt steht das moderne Stadthaus: das „Looshaus“ am Wiener Michaelerplatz und Hoffmanns Palais Stoclet in Brüssel, deren Schlafzimmer erstmals als Rekonstruktionen gezeigt werden. Zur Ausstellung wird ein Begleitprogramm angeboten und erscheint ein reich bebilderter Katalog. (kb, 19.1.15)

50 Jahre Charta von Venedig

„Der Denkmalbegriff umfasst sowohl das das einzelne Denkmal als auch das städtische oder ländliche Ensemble […] nicht nur […] große künstlerische Schöpfungen, sondern auch […] bescheidene Werke.“ Am 31. Mai 1964 wurde auf dem zweiten „Internationalen Kongress der Architekten und Denkmalpfleger“ die „Charta von Venedig“, die den Denkmalbegriff für die neuen Erfordernisse der Nachkriegszeit weitete. Auf dieser Grundlage konnte bereits 1965 das ICOMOS gegründet werden. Die diesjährige Tagung des Arbeitskreises Theorie und Lehre der Denkmalpflege widmet sich vom 1. bis zum 4. Oktober 2014 im MAK Wien diesem Jubiläum.

Nach Anreise und Kennenlernen startet das Programm am 2. Oktober, mit den Blöcken „Die Charta im historischen Kontext“, „Internationalisierung und Ausdifferenzierung“ sowie „Wirkung Stadt und Raum“. Der Freitag fragt nach der Wirkung auf das Denkmalrecht sowie auf die Praxis von Denkmalpflege und Sanierung. Zuletzt wirft man am Samstag einen Blick in die Zukunft der Charta und lädt zu zwei Exkursionen ein: das Stadtpalais Liechtenstein und das Winterpalais des Prinzen Eugen. Anmeldungen sind noch bis zum 10. September 2014 möglich unter denkmaltagung@bda.at. (kb, 1.9.14)

Wien, Museum für angewandte Kunst (Bild: Gryffindor)