Dortmund: Abrisspläne für das Westfalenforum

Seit einiger Zeit macht das Dortmunder Westfalenforum eher durch Leerstand Schlagzeilen. Nun soll die Rettung im Abriss liegen. Die Sanierungspläne, die der Eigentümer – die DGC Commercial Center Dortmund GmbH – 2016 vorgestellt hatte, wurden nie umgesetzt. Dabei hat der Bau schon eine längere (Um-)Baugeschichte hinter sich. 1964 als Horten-Kaufhaus errichtet, wurde der Komplex 1998 zuletzt umfassend neugestaltet. Städtebaulich liegt das Einkaufszentrum gut, es erstreckt sich zwischen Kamp- und Hansastraße, erhebt sich nahe RWE-Tower und Museum für Kunst und Kulturgeschichte.

Doch nun plant man einen vollständigen Neubau, genauer gesagt mehrere Einzelbauten mit Freiraum zwischen ihnen. Dieses Projekt wurde im Dezember den zuständigen städtischen Gremien vorgestellt. Ein Architektenwettbewerb ist für 2021 vorgesehen. Natürlich wolle man den jetzigen Mietern die Möglichkeit geben, in den neuen Räumen aktiv zu werden. Wenn für die Eigentümer alles nach Plan geht, könnten die Bauarbeiten 2023 beginnen. Dabei spielt auch der Denkmalschutz mit, da durch die Nähe zum Museum für Kunst und Kulturgeschichte der Umgebungsschutz greift. (kb, 23.12.20)

Dortmund, Westfalenforum (Bild: Gerd Fahrenhorst, CC BY SA 4.0, 2016)

World of Malls

World of Malls

Southdale Center, Victor Gruen, 1954-56, Edina (Minneapolis), USA (Bild: © Gruen and Associates)
Southdale Center, Victor Gruen, 1954-56, Edina (Minneapolis), USA (Bild: © Gruen and Associates)

Die Ausstellung “World of Malls. Architekturen des Konsums” widmet sich einem Bautypus, der erst vor knapp sechzig Jahren erfunden wurde und sich dann weltweit verbreitete, aber gegenwärtig vor einer Krise steht. Viele der Malls stehen leer und müssen umgenutzt werden, während aber zugleich spektakuläre Neueröffnungen in Amerika, Asien, den arabischen Emiraten und Europa angekündigt werden. Wohin geht also die Entwicklung, die mit den Shopping Malls des österreichischen Architekten Victor Gruen im Amerika der 1950er-Jahre begonnen hat und heute für viele Menschen zu urbanen Erlebnisräumen in aller Welt avanciert ist?

Kaum eine Bautypologie wirkt so polarisierend wie diese. Bedeutet die Shopping Mall nun den Tod der Stadt, wie ihre Kritiker behaupten, oder fördert sie eher deren Wiederbelebung, wie es die Politiker gerne versprechen? Als Nicht-Architektur in intellektuellen Kreisen abgewertet, beschäftigen sich dennoch viele der großen Architekturbüros mit dieser Bauaufgabe, deren Weiterentwicklung noch lange nicht abgeschlossen scheint. Die Ausstellung ist vom 14. Juli bis zum 16. Oktober im Architekturmuseum der TU München in der Pinakothek der Moderne zu sehen. Begleitendd erscheint ein Katalog im Hatje Cantz Verlag. (kb, 7.7.6)