Von wegen DDR-Grau

Hätte Kandinski in Staubsauger gemacht (oder Fernseher oder Haartrocker), es hätte genau so ausgesehen: In Eisenhüttenstadt hat der Architekt und Fotograf Martin Maleschka die Installation „Wohnmaschine“ aufgebaut, die am 16. Juni 2019 um 13 Uhr in einer dortigen Plattenbauwohnung (Hof Holzwolle 27, Eisenhüttenstadt) mit einer Vernissage eröffnet wird. Die Arbeit in den typischen „Bauhaus-Farben“ Gelb, Blau und Rot versteht sich als erinnerungskulturelle Erweiterung der aktuellen Sonderausstellung des Dokumentationszentrums Alltagskultur der DDR „Alltag formen! Bauhaus-Moderne in der DDR“. Für die Installation kamen Gebrauchssgegenstände der DDR-Zeit aus dem Museumsdepot zum Einsatz.

Maleschka ist selbst ganz in der Nähe des temporären Ausstellungsorts aufgewachsen. Das Plattenbauviertel (Typ P 2) „An der Holzwolle“, damals Otto-Grotewohl-Ring, wurde in Teilen abgebrochen, darunter auch Maleschkas frühere Wohnung. Eines der erhaltenen Apartments wurde für die Ausstellung zum „White Cube“, die Alltagsgegenstände darin funktionsunabhängig arrangiert. Vorbereitet und begleitet wurde die Aktion von einem Schülerprojekt, sie ist zugleich Teil der „Grand Tour der Moderne“. Die Installation ist geöffnet zwischen dem 23. Juni und dem 27. September jeweils sonntags von 13 bis 17 Uhr sowie nach Voranmeldung (03364 417 355, Tickets im Dokumentationszentrum Alltagskultur der DDR, Erich-Weinert-Allee 3, 15890 Eisenhüttenstadt). (kb, 10.6.19)

Eisenhüttenstadt, Installation „Wohnmaschine“ (Bild: Martin Maleschka)

Maleschka goes Erfurt

„Holt die die Wäsche rein, Maleschka kommt in die Stadt!“ Aber nein, wenn der Fotokünstler auch aktuell zum fahrenden Volk zu zählen scheint, sollten die Erfurter lieber die Kulis für die Signierstunde zücken. Denn morgen, am 18. April 2019 eröffnet Martin Maleschka – seit 2014 auf Vermittlung von Volker Nienstedt und Mark Escherich zum zweiten Mal – um 18 Uhr im Speicher Erfurt eine Ausstellung mit ausgewählten Fotografien baubezogener Kunst der DDR. In einem Vortrag zeigt Maleschka am 18. April Positiv- aber leider auch zahlreiche Negativbeispiele im Umgang damit. Bereits seit einigen Jahren arbeitet sich der Architekt und Fotograf mit wachen Augen durch die Architektur der Ostmoderne. Sein aktueller Schwerpunkt liegt in der baugebundenen Kunst, die er in seiner neuesten Publikation bei DOM publishers vorstellt sowie in verschiedenen Ausstellungen und Buchvorstellungen in einzelne ostmoderne Städte bringt. (kb, 17.4.19)

(Bild: Plakatmotiv von Martin Maleschka)

Was bleibt … in Arnstadt

Sie kennen das Problem: Zu viele tolle Ausstellungen und zu wenig Zeit, an all die spannenden Orte zu fahren. Da haben wir eine gute Nachricht: Martin Maleschka reist mit seinen wundervollen Fotografien der Ostmoderne quer durch die Republik, und damit sehr sehr wahrscheinlich irgendwann auch in ihre Heimatstadt. Dieses Mal macht er in Arnstadt Station unter dem Titel „Was bleibt ist die Kunst. Kunst am Bau der DDR“.

Der Cottbuser Fotograf dokumentiert schon seit Jahren unermüdlich Kunst am Bau der DDR. Denn es ist nicht neu, hat aber leider noch nicht ganz den Weg gefunden aus den Herzen der Ostmodernisten in die Köpfe der Entscheider: Kunstobjekte der DDR-Zeit verschwinden im großen Stil aus dem öffentlichen Raum und landen im besten Fall im städtischen Depot. Grund genug, jetzt 40 ausgewählte Fotografien in Arnstadt (Terrassenwohnanlage Lohmühlenweg 31, 99310 Arnstadt) zu zeigen. Die Eröffnung wird am 5. Juni 2018 um 18 Uhr gefeiert, die Schau ist im Anschluss bis zum Herbst zu sehen und soll dan weiter wandern. Wenn Sie aber nicht mehr länger warten können oder wollen: Auf nach Arnstadt! (kb, 28.5.18)

Willi Neubert, Wandgestaltung in Halle-Neustadt (Bild: Martin Maleschka)