St. Peter Ording: Moderne Pfahlbauten fallen

Das waren noch Zeiten, als Hardy Krüger und Co. in den 1990ern den Strand überwachten. Schon zur Erstausstrahlung der beliebten Vorabendserie „Gegen den Wind“ galten die hölzernen Pfahlbauten als Wahrzeichen von St. Peter Ording. Sie dienten dem Aufenthalt (und den sanitären Bedürfnissen) der nicht-filmischen, der ganz realen Stranfwächtern. Zu diesem Zweck hatte man sie in den 1960er und 1970er Jahren auf Pfählen ins Meerwasser vorgerückt.

Nun haben die hölzernen Strandwachen ausgedient: Seit der vergangenen Woche laufen die Abrissarbeiten. Der Zahn der Zeit, genauer gesagt das Salzwasser, habe den Pfählen zu stark zugesetzt, um die Konstruktionen retten zu können. Die Ersatzbauten werden weiter zum Strand hin vorgezogen, da der Wasserspiegel in den kommenden Jahren um rund sechs Meter ansteigen soll. (kb, 23.4.19)

St. Peter Ording, Pfahlbau (Bild: pixabay)

Moderne am Meer

Auf der Deutschlandkarte der Moderne steht Darmstadt für den Jugendstil, Berlin für das Neue Bauen, Weimar und Dessau für das Bauhaus. Aber wie sieht es mit Schleswig-Holstein aus? Wo sind die Orte, an denen Initiativen, Arbeitsgemeinschaften oder Ausbildungsstätten ideell am Projekt der Moderne arbeiteten und was war ihr Beitrag zur „Moderne am Meer“? Wie verhielt sich die Moderne Schleswig-Holsteins zu den Entwicklungen im Deutschen Reich, in der Bundesrepublik oder in der DDR? Gibt es Besonderheiten in der Moderne zwischen Nord- und Ostsee, zwischen Mittel-und Nordeuropa?

Nicht weniger als die Beantwortung dieser Fragen steht auf dem Programm der Tagung „Moderne am Meer. Bau|Kunst und Design 1900-1970 in Schleswig-Holstein. Eine Standortbestimmung“ (eine Kooperation zwischen dem Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte der Stiftung Schleswig-Holsteinische Landesmuseen Schloss Gottorf und dem Kunsthistorischen Institut der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel), die vom 24. bis 25. Mai 2019 (!)  in Schleswig stattfinden soll. Gesucht werden noch Beiträge aus Architektur und Städtebau, Gartengestaltung, Malerei und Grafik, Skulptur und Plastik, Kunsthandwerk und Design, Interieur- und Raumgestaltung. Themenvorschläge (max. 500 Zeichen) für einen 20-minütigen Vortrag können bis zum 1. April 2018 mit einem kurzen Curriculum Vitae per Mail mit der Betreffzeile „Moderne am Meer“ an folgende Adresse gesendet werden an: ulrich.schneider@schloss-gottorf.de. (kb, 9.2.18)

Kiel, Sportforum II (Bild: Jan Petersen, CC BY-SA 3.0)