Schlagwort: Mies van der Rohe

Berlin, Bau der Neuen Nationalgalerie, August 1967 (Bild: Manfred Niermann, CC BY SA 4.0, OTRS ticket 2018020410004068)

Happy Birthday Neue Nationalgalerie

In diesem Jahr wird die Neue Nationalgalerie 50 Jahre alt: Ludwig Mies van der Rohe eröffnete den Bau, der die Kunst der Klassischen Moderne aus der Sammlung der Nationalgalerie der Staatlichen Museen zu Berlin aufnimmt, am 15. September 1968. Seit 2015 ist diese Ikone der Architekturmoderne geschlossen und wird „grundsaniert. Aktuell finden die Rohbaumaßnahmen ihren Abschluss und die letzte Sanierungsphase beginnt. Die Wiedereröffnung ist für 2020 geplant.

Bereits am 13. September veranstaltet die Neue Nationalgalerie in Zusammenarbeit mit der Ernst Wilhelm Nay Stiftung das Symposium: „Ernst Wilhelm Nay und die Moderne“. Das eigentliche „Jubiläumsfest: 50 Jahre Neue Nationalgalerie“ findet am 15. und 16. September 2018 statt. Auf dem Programm stehen u. a. Baustellenführungen (Anmeldung erforderlich!) am 15. und 16. September 2018 sowie eine Filmvorführung und eine öffentliche Plakat-Ausstellung am Bauzaun. Zudem erscheint eine Publikation zur Ausstellungsgeschichte. Nicht zuletzt beteiligt sich die Stiftung St. Matthäus am Kulturforum am 16. September um 18 Uhr mit einem „Gottesdienst für Mies van der Rohe“: In einem Kanzeldialog sprechen dann Pastor Dr. Johann Hinrich Claussen, Kulturbeauftragter der EKD, und der Architekt und Mies-Experte Fritz Neumeyer über die „Insel der Ordnung in der Stadtlandschaft“ (Neumeyer). Ab 20 Uhr wird dann in der Kirche der Film „Die Neue Nationalgalerie“ von Ina Weisse (2017) gezeigt. (kb, 13.9.18)

Berlin, Neue Nationalgalerie (Bild: Manfred Brückels, CC BY SA 3.0, 2010)

Sofa aus dem „Damenzimmer“ von Haus Lemke, Entwurf: Lily Reich, 1932, Ausführung: Berliner Schreinerei und Polsterei, 1933 (Foto: René Müller, Stuttgart)

MIES sitzen

Ein Sofa für das Damenzimmer, welch ein altertümliche Beschreibung für dieses moderne Sitzmöbel. Im Kunstgewerbemuseum am Berliner Kulturforum (Matthäikirchplatz, 10785 Berlin) dreht sich vom 13. April bis zum 30. November 2018 alles um Ludwig Mies van der Rohe und das Sitzen. Unter dem Titel „Von Haus zu Haus – Möbel, Mobilien und Möglichkeiten“ zeigt man hier als Sonderpräsentation die 1932 von Mies van der Rohe entworfenen Sitz- und Liegemöbel des Berliner Landhauses Lemke. Am Entwurfsprozess waren Friedrich Hirz und seiner langjährigen Mitarbeiterin Lilly Reich beteiligt.

Bedingt durch die geschichtlichen Ereignisse in der Nachkriegszeit – das Ehepaar Lemke wohnte nur bis 1945 dort – wurden Haus und Möbel schließlich voneinander getrennt. Nun werden die Möbel aus dem Nachlass Martha Lemkes in der Designsammlung des Kunstgewerbemuseums besonders in Szene gesetzt. Dafür wurden sie mit einer eigens entstandenen Serie des Berliner Fotokünstlers Michael Wesely (*1963) aufgenommen. Für „Doubleday. Mies van der Rohe Haus (1933-2018)“ hat Wesely historische Schwarzweiß-Fotografien der Innenausstattung des Hauses Lemke mit aktuellen Aufnahmen des Gebäudes zu einem Bild verschmolzen. Die Eröffnung wird am 12. April um 18 Uhr gefeiert. (kb, 11.4.18)

Sofa aus dem „Damenzimmer“ von Haus Lemke, Entwurf: Lily Reich, 1932, Ausführung: Berliner Schreinerei und Polsterei, 1933 (Foto: René Müller, Stuttgart)

Krefeld, Häuser Lange und Esthers von Mies van der Rohe (Bild: Hans Peter Schaefer, CC-BY-SA 3.0)

Mies meets De Stijl

De Stijl hat derzeit Konjunktur. Zum 100-jährigen Jubiläum  widmen sich diverse Ausstellungen und Veranstaltungen der 1917 in den Niederlanden begründeten Künstlervereinigung. Und das nicht nur in Utrecht und Amersfoort: auch in Krefeld huldigt man demnächst den De Stijl-Pionieren wie Piet Mondrian, Theo van Doesburg oder J.J.P. Oud. Die 15. Krefelder Architekturtage stehen dieses Jahr unter dem Motto „MIES VAN DER ROHE UND DE STIJL“.

Am Wochenende vom 8. bis zum 10. September fragen verschiedene Akteure in Führungen, Vorträgen und Lesungen rund um die von Mies gestalteten Häuser Lange und Esters in Krefeld nach Gemeinsamkeiten und Berührungspunkten zwischen dem ehemaligen Bauhausdirektor und der niederländischen Avantgarde. Die Besucher erwartet ein vielfältiges Programm: Unter anderem zieht ein Vortrag von Lutz Robbers  einen medienphilosophischen Vergleich, ein Modellbau-Workshop lädt Kinder und Familien zum Eintauchen in die „Blaurotgelbe Schachtelwelt“ ein und Theresia Enzensberger liest aus ihrem jüngst erschienenen Roman „Blaupause“. Also: Auf nach Krefeld! (jr, 13.8.17)

Krefeld, Häuser Lange und Esters, Mies van der Rohe (Bild: Hans Peter Schaefer, CC BY SA 3.0)

Mies und das Erbe

Heerlen, Theater (Bild: MichielverbeekNL, CC BY SA 4.0)
Die niederländische Stadt Heerlen – hier das Theater – wird von Bauten der Moderne geprägt (Bild: MichielverbeekNL, CC BY SA 4.0)

Die junge niederländische Stadt Heerlen gehörte in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts zur architektonischen Avantgarde. Mies van der Rohe stammte aus Aachen, das 20 Kilometer von Heerlen entfernt liegt. Das Ludwig Forum in Aachen präsentiert im weiteren Jahresverlauf eine „Schwester“-Ausstellung mit den MoMA-Kollagen von Mies van der Rohe. So ist es nur konsequent, dass der Altmeister der Moderne, der Architekt Mies van der Rohe, auch in Heerlen im Mittelpunkt einer Ausstellung steht.

Im SCHUNCK* Glaspaleis in Heerlen ist die Präsentation „Mies und das Erbe der Klassischen Moderne“ noch bis zum 7. August zu sehen. Das Gebäude, das Frits Peutz im Jahr 1933 als Kaufhaus Schunck entwarf, wurde zwei Mal fast abgerissen. Heute ist es ein Musterbeispiel für eine gelungene Renovierung (durch Jo Coenen und Wiel Arets) und Neunutzung (kulturelles Zentrum mit Bibliothek, Musikschule, Museum für moderne und zeitgenössische Kunst, Architektur, Tanzschule, Filmhaus, Espressobar und Brasserie). Gut vierzig moderne Gebäude der Stadt dienen als Spiegel für ausgewählte Mies-Meisterwerke. Fünf Symposien, Exkursionen, Vorträge, Filme und Stadtrundgänge ergänzen die Ausstellung. Leider ist das Programm nicht in deutscher Sprache verfügbar. (kb, 27.7.16)

Mies wird 130

Fünf Assistenten von Peter Behrens am Arbeitsplatz: (von li.) Mies van der Rohe, Meyer, Hertwig, Weyrather (dahinter), Krämer, Gropius (mit Plan) (Bildquelle: Croyle, C. Arthur: Hertwig: The Zelig of Design, 2011, S. 102)
Mies van der Rohe, hier links im Bild, 1908 als einer der fünf Assistenten (mit Meyer, Hertwig, Weyrather, Krämer und Gropius) von Peter Behrens (Bildquelle: Croyle, C. Arthur: Hertwig: The Zelig of Design, 2011, S. 102)

Maria Ludwig Michael Mies (1886-1969) wurde in Aachen geboren, als fünftes und jüngstes Kind des Maurer- und Steinmetzmeisters Michael Mies und dessen Frau Amalie Rohe, deren Nachnamen er nach 1921 mit dem Zusatz „van der“ seinem Geburtsnamen anhängte. Am 27. März 2016 wäre er 130 Jahre alt geworden. Grund genug für das Ludwig Forum Aachen, für ihn eine Ausstellung vorzubereiten.

Zu den bekanntesten Werken von Mies van der Rohe zählen der Deutsche Pavillon auf der Weltausstellung 1928/29 in Barcelona und der extra für diesen Bau entworfene „Barcelona-Chair“, ein heutiger Design-Klassiker. Bis 1965 schuf der Ausnahmearchitekt aber auch Collagen und Fotomontagen, welche Gestaltungsprinzipien seiner Baukunst verdeutlichen und darüber hinaus ein eigenständiges künstlerisches Werk darstellen. Vom 28. Oktober 2016 bis zum 12. Februar 2017 wird das Ludwig Forum Aachen nun erstmals in Deutschland aufbewahrte Mies-Collagen und Fotocollagen  mit Leihgaben aus dem New Yorker Museum of Modern Art (MoMA) präsentieren. Die Eröffnung wird am 27. Oktober 2016 um 19 Uhr begangen. (kb, 28.3.16)