Bald auch in der Märklin-Stadt!

Die mR-Wanderausstellung „märklinMODERNE“ zeigt zum ersten Mal, wie modern die vermeintlich spießigen Modelleisenbahner wirklich waren: Im Hobbykeller des Wirtschaftswunders gehörten Flugdach, Glaskuppel und Rasterfassade wie selbstverständlich zum Miniatur-Stadtbild. Jetzt, endlich, kommt die Ausstellung auch in die Märklin-Stadt, nach Göppingen. Die Vernissage wird am 10. Juli 2019 um 19.30 Uhr im Museum im Storchen (Wühlestraße 36) begangen. Anschließend ist märklinMODERNE hier bis zum 27. Oktober 2019 zu sehen.

Geboten wird ein umfangreiches Begleitprogramm: Am 31. Juli können 8- bis 12-Jährige im Ferienprogramm unter dem Motto „Klein aber fein: Mein Haus im Schuhkarton“ in die Modellbauwelt eintauchen (10.00 bis 12.00 Uhr, Ferienveranstaltung, max. 10 Kinder. Materialkosten 3,– Euro, Anmeldung erforderlich unter 07161/650-9911, museen@goeppingen.de). Ebenso findet am 9. Oktober ein Kurs für 8- bis 12-Jährige statt unter dem Titel „Modellgeschichte(n): Von Bauten und Bausätzen“ (15.00 bis 16.30 Uhr, max. 10 Kinder, Materialkosten 3,– Euro, Anmeldung erforderlich unter 07161/650-9911, museen@goeppingen.de). Öffentliche Führungen durch die Ausstellungen werden angeoboten am 15. und 25. August, am 15. September, am 13. und 27. September jeweils um 15 .00 Uhr. Und als besonderes Bonbon wird am 4. August 2019 zum Schloss-Straßen-Fest eine Märklin-Gartenbahn im Museumsgarten aufgebaut (11.00 bis 18.00 Uhr, ganztägig freier Eintritt, Märklin-Gartenbahn im Museumsgarten, Ausstellungsführungen um 13.00 und 15.00 Uhr). (kb, 1.7.19)

märklinMODERNE, Mega-City von Gerald Fuchs (Bild: Moritz Bernoully, 2018)

Moderne Größe

Dass wir bei moderneREGIONAL ein großes Herz für die kleinen Architekturen haben, ist bekannt. Daher haben wir uns voller Freude durch den neuen kleinen Online-Auftritt von Christoph Liepach geklickt, den er den Puppenhäusern des ostdeutschen Herstellers „Vero“ gewidmet hat. Vero bildet sich aus der Abkürzung für „VEB Vereinigte Erzgebirgische Spielwarenwerke Olbernhau“, die von 1966 bis 1972 zerlegbaren System-Puppenhäuser für den nationalen und internationalen Markt produzierten.

Die kleinen Konstruktionen spiegeln die Eleganz der Wohnbauten der 1960er und 1970er Jahre, gemischt mit einem Hauch kapitalistischer Bungalows von Neutra bis Wright. Der Spielwarenhersteller Vero – ebenso bekannt für seine Modellbahn-Häuschen – konzipierte Module, die in verschiedenen Puppenhaustypen eingesetzt wurden. Deren Aussehen wird geprägt von der Grundplatte mit Gehwegpflaster, vom Holzfurnier, von den roten und blauen Flachdächern. Die volle Schönheit der modernen Systembauten können Interessierte nun bei Christoph Liepach online bestauenen und bei Interesse auch gegen eine Gebühr analog entleihen. (kb, 14.1.19)

Vero-Puppenhaus, 1968 (Bild: Christoph Liepach)

märklinMODERNE startet in München

Die mR-Wanderausstellung „märklinMODERNE“ zeigt zum ersten Mal, wie modern die vermeintlich spießigen Modelleisenbahner wirklich waren: Im Hobbykeller des Wirtschaftswunders gehörten Flugdach, Glaskuppel und Rasterfassade wie selbstverständlich zum Miniatur-Stadtbild. Vom 14. Dezember 2018 bis 4. Februar 2019 macht märklinMODERNE Station im ArchitekturSalon (ait) München (Hotterstraße 12, 80331 München). Präsentiert werden ausgewählte Modellbausätze, die in großformatigen Fotografien von Hagen Stier ihren architektonischen Vorbildern gegenübergestellt werden. Modellbahnanlagen bringen Bewegung in moderne Stadtlandschaften – und ein eigens für die Ausstellung produzierter Film von Otto Schweitzer und C. Julius Reinsberg ist auch zu sehen.

Zur Eröffnung am 13. Dezember 2018 sprechen um 19.30 Uhr die Kuratoren Dr. Karin Berkemann und Daniel Bartetzko. Im Rahmen des Ausstellungsaufbaus ruft ait Münchener Architekten, Modellbahn-Sammler und Liebhaber dazu auf, vom 10. bis 12. Dezember 2018 eine zusätzliche Modelleisenbahn fertigzustellen, die vom Rosenheimer Eisenbahnclub zur Verfügung gestellt wird. Jeder, der einen oder mehrere Bausätze mitbringt, erhält eine kleine Überraschung. Selbstverständlich werden alle Bausätze nach Ausstellungsende  zurückgegeben. märklinMODERNE ist Teil der Langen Nacht der Architektur am 18. Januar 2019 (Sonderöffnungszeiten bis Mitternacht). Anmeldungen zu den Veranstaltungen werden erbeten unter: muenchen@ait-architektursalon.de. (kb, 7.12.18)

Dame mit Falzarego-Kapelle (Bild: Faller-Modellbaukatalog 1961)

Die Ausstellung von moderneREGIONAL wurde gefördert von der Wüstenrot Stiftung. Sie wurde erstmals gezeigt in Frankfurt und Stuttgart mit den Ausstellungspartner Deutsches Architekturmuseum und Architekturgalerie am Weißenhof.

Katalog und Film zur Ausstellung sind erhältlich im mR-Onlineshop.

Das neue mR-Heft ist online!

Wie war das damals an Weihnachten? Stand da auch die Modellbahn neben dem Baum oder haben Sie lieber nach der Bescherung im stillen Kämmerlein an Ihrer Miniaturwelt gebastelt? Vielleicht gehören Sie ja sogar zu den Glücklichen, deren Anlage das ganze Jahr aufgebaut in Keller oder Kinderzimmer stand! Wir haben Sie nach Ihren Modellbau-Erinnerungen gefragt: Kindheits- und Jugendbilder mit der Miniatur-Eisenbahn und den dazugehörigen Bausätzen.

Die schönsten Einsendungen zeigen wir in unserem neuen mR-Heft „Modell Moderne – Wir haben alle mal klein angefangen“ (Redaktion: D. Bartetzko/K. Berkemann) online – und noch bis zum 7. September 2018 analog im Rahmen unserer Ausstellung „märklinMODERNE“ im Deutschen Architekturmuseum (DAM) in Frankfurt. Zum vertiefenden Weiterblättern empfehlen wir den dazugehörigen Katalog, erschienen im Jovis Verlag. (db/kb, 14.5.18)

Zum Heft geht es hier!

Titelmotiv: Bernd Bartetzko mit Modellbahn (Bild: privat, 1958)

Gesucht: Heimliche Häuschenbauer

Wie war das damals an Weihnachten? Stand da auch die Modellbahn neben dem Baum oder haben Sie lieber nach der Bescherung  im stillen Kämmerlein an Ihrer Miniaturwelt gebastelt? Vielleicht gehören Sie ja sogar zu den Glücklichen, deren Anlage das ganze Jahr aufgebaut in Keller oder Kinderzimmer stand! Wir sind neugierig – und vielleicht kehren bei Ihnen ja einige schöne Erinnerungen zurück …

Für unser kommendes Themenheft und für unsere Ausstellung  „märklinMODERNE“ sind wir auf der Suche nach Ihren Kindheits- und Jugendbildern mit der Spielzeug-Eisenbahn und den dazugehörigen Modellbausätzen. Keine Sorge, auch andere Marken wie Fleischmann, Trix oder Rokal (falls die noch jemand kennt!) bzw. Faller, Vollmer, Kibri oder Vero sind willkommen. Die schönsten Einsendungen (digitalisiert oder per Post; bis 3. Mai 2018) werden nicht nur online bei mR gezeigt, sondern auch in der Ausstellung, die am 19. Mai in Frankfurt im Deutschen Architekturmuseum startet. Ihr Bild drei Monate lang direkt neben dem späteren Architekturkritiker Falk Jaeger und seiner Jugend-Modellbahnanlage – das wäre doch was! Einlieferungen per Post bitte an: moderneREGIONAL c/o Karin Berkemann, Frankenallee 134, 60326 Frankfurt. Digitale und eingescannte Fotos an: k.berkemann@moderne-regional.de (db, 16.4.18)

 Die brandneue Villa im Tessin im Bau (Foto: um 1962, privat)

Eine „kleine“ Hoffnung für das Deutschlandhaus?

Es wäre ein Lichtblick für Hamburgs gebeutelte Baukultur: Seit dem letzten Jahr verdichten sich die Nachrichten, dass das 1928/29 nach Plänen von Block und Hochfeld errichtete Deutschlandhaus am Gänsemarkt dem Abriss geweiht ist. Die ABG-Holdinggruppe, die das Gebäude 2014 kaufte, kündigte an, „es in wenigen Jahren durch einen attraktiven Neubau zu ersetzen“. Auf dem Filetgrundstück könnte ein Gebäudekomplex mit 39.000 Qua­dratmetern Bruttogeschossfläche entstehen – für Wohnungen, Büros und den Einzelhandel. Das Deutschlandhaus erfuhr durch Heinz Schudnagies Ende der 1970er eine vielfach kritisierte Überformung, die letzte große Sanierung fand 2006 statt.

Dieser Baubestand käme, so ist jüngst in Modellbahnerkreisen zu hören, dem wachsenden Hamburger Miniatur Wunderland zu pass. Bei jährlich über einer Millionen Besucher, davon rund ein Viertel ausländische Gäste, benötigt man drängend neue Fläche für die detailgetreue Modellbahnlandschaft. Es stehen zwei Konzepte für das Deutschlandhaus im Raum. Zum einen scheinen die technikbegeisterten Betreiber von einem Transfer ausgewählter Modellfahrzeuge via Drohne zwischen Gänsemarkt und Hafencity zu träumen. Zum anderen wird eine Translozierung des gesamten Gebäudes in die Nachbarschaft des bestehenden Miniatur Wunderlands erwogen. Ob sich einer dieser futuristischen Pläne umsetzen lässt, steht noch in den Sternen, doch könnte das Deutschlandhaus von beiden publikumsträchtigen Varianten mehr als profitieren. (db, 1.4.18)

Hamburg, Deutschlandhaus (Bild: Wolfgang Meinhart, CC BY SA 3.0)