Schlagwort: Moderne

Hamburg, Großmarkt (Bild: LoboStudio Hamburg, CC0 1.0, PD, 2016)

Stipendium für Moderne-Promotion ausgelobt

Gute Nachrichten für alle Hamburger Modernisten: Das Kunstgeschichtliche Seminar der Uni Hamburg schreibt gemeinsam mit der Sutor-Stiftung zum 1. März 2019 ein Promotionsstipendium im Bereich Architekturgeschichte und -theorie der Moderne aus: 1.365 Euro monatlich (zzgl. max. 103 Euro monatliche Sach- und Reisekosten) für zwei Jahre, die nach Evaluation um ein weiteres Jahr verlängert werden können. Auch Projekte mit einer geringeren Arbeitsdauer können berücksichtigt werden. Der/die Geförderte, der/die seine Promotion an der Uni Hamburg durchführen soll, kann auf Antrag in die Graduiertenschule des Fachbereichs Geisteswissenschaften an der Uni Hamburg aufgenommen werden.

Die Organisatoren wünschen sich ein Thema im Bereich Architekturgeschichte und -theorie der Moderne, wenn möglich mit Hamburg-Bezug – ggf. unter Nutzung einschlägiger Archive wie dem Hamburgischen Architekturarchiv oder dem Hamburger Staatsarchiv. Voraussetzungen sind ein abgeschlossenes Hochschulstudium (Magister/Master/Dipl.-Ing.) der Kunstgeschichte oder eines verwandten Fachs. Zudem müssen die Zulassungsvoraussetzungen zur Promotion laut Promotionsordnung der Fakultät für Geisteswissenschaften der Uni Hamburg erfüllt sein. Bewerbungen mit einem Exposé des Promotionsvorhabens (max. 6 Seiten), Lebenslauf, Kopien der Abschlusszeugnisse, Angabe der Kontaktdaten zweier Referenzpersonen sowie Leseproben (max. 10 Seiten) sind elektronisch in einer einzigen PDF-Datei bis zum 30. Januar 2019 zu richten an Dr. Frank Schmitz: frank.schmitz@uni-hamburg.de. (kb, 5.12.18)

Hamburg, Großmarkt (Bild: LoboStudio Hamburg, CC0 1.0, PD, 2016)

Braunschweig, Hauptbahnhof (Foto: Heinrich Heidersberger, #4005_3, 1960, Bild: Institut Heidersberger, www.heidersberger.de)

Brutal modern

Der Brutalismus ist tot. Es lebe der Brutalismus. Braunschweig jedenfalls entdeckt sich gerade neu von seiner Beton-Seite – immerhin stand hier die Wiege der legendären „Braunschweiger Schule“. Mit der Ausstellung „Brutal modern – Bauen und Leben in den 60ern und 70ern“ präsentiert das Braunschweigische Landesmuseum bis zum 31. März 2019 das „Bauen und Leben in den 60ern und 70ern“. Vorgestellt werden 20 Braunschweiger Bauten dieser Zeit, sieben davon stehen aktuell unter Denkmalschutz.

Die Ausstellung fußt auf dem 2013/14 von der Braunschweigischen Landschaft e. V. angestoßenen Projekt „Achtung modern! Architektur zwischen 1960 und 1980“. Dieses soll während der Ausstellung fortgeführt werden, es geht z. B. am 13. November 2018 zum Rathaus Salzgitter-Lebenstedt, am 29. Januar 2019 zur Pianofortemanufaktur Grotrian-Steinweg in Brauschweig und am 12. Februar 2019 zum Scharoun Theater Wolfsburg. Auch das weitere Begleitprogramm ist prall gefüllt: Am 23. Oktober 2018 z. B. führt der Denkmalpfleger Ulrich Knufinke unter dem schönen Titel „Gesegneter Beton“ durch Kirchenbauten dieser Jahrzehnte. Kinder können mit einem Detektivkoffer die Ausstellung erkunden, selbst in Lego modern bauen oder ihren Geburtstag in brutalistischer Umgebung feiern. (kb, 20.10.18)

Braunschweig, Hauptbahnhof (Foto: Heinrich Heidersberger, #4005_3, 1960, Bild: Institut Heidersberger, www.heidersberger.de)

Coburg, Rosengarten (Bild: Mike Beyerwald CC BY-SA 3.0)

Coburg: Uneinigkeit übers Kongresshaus

Politische Uneinigkeit in Coburg: Die „Jungen Coburger“ im Stadtrat sprechen sich streng gegen den Abriss des Kongresshauses im Rosengarten aus und reagieren damit auf die Ideen, die SPD-Fraktionsvorsitzende Petra Schneider und CSB-Stadtrat Gerhard Amend in einem Gespräch mit der Neuen Presse vorgetragen hatten. Beide hatten für einen Neubau einer Stadthalle am Güterbahnhof-Gelände plädiert. Dagegen stellt Politiker Kurt Knoch fest, dass ein Abriss des Kongresshauses für die JC nicht in Frage komme. Das heutige Gebäude sei erst rund 30 Jahre alt, und selbstverständlich gebe es inzwischen Sanierungs- und Anpassungsbedarf – ein Abriss des einst 22 Millionen teuren Baus stelle eine Vermögensvernichtung und ein Hohn gegenüber allen Steuerzahlern dar. Würde man heute mit dem hohen Anspruch bauen, mit dem das Kongresshaus errichtet wurde, wäre dies schlicht unbezahlbar.

Der Coburger Rosengarten ist eine Grünanlage in der Ketschenvorstadt, 1929 fand auf dem im Lauf der Jahre parkähnlich erweiterten Areal die namensprägende „Deutsche Rosenschau“ statt. 1962 wurde hier das Kongresshaus errichtet, 1987 nach Plänen von Hans-Busso von Busse (1930-2009) postmodern umgebaut und erweitert. Neben polit-Veranstaltungen finden auch Konzerte und – logisch – Kongresse  statt. Franz-Josef Strauss, Günter Grass und die Krautrock-Band Birth Contol waren ebenso zu Gast wie Hans-Dietrich Genscher, Herbert Wehner und Costa Cordalis: geballte westdeutsche Geschichte. (db, 14.4.18)

Coburg, Rosengarten (Bild: Mike Beyerwald CC BY-SA 3.0)

Wien, Postsparkasse (Bild: Thomas Ledl, CC BY-SA 4.0)

Nach Wien zu Otto Wagner

Zugegeben, eigentlich sind die Bauten von Otto Wagner (1841-1918) ja etwas zu alt für unser Format. Doch der Österreicher gehört nicht nur zu zu den bedeutendsten Architekten an der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert: Er zählt auch zu den Wegbereitern jener Moderne, mit der wir uns bevorzugt beschäftigen. Als einer der Ersten trat Wagner für eine neue Baukunst ein, die auf Funktion, Konstruktion und Material basierte und sich konsequent das „moderne Leben“ zum Vorbild nahm – was folgerichtig die Abkehr vom Historismus bedeutete.  Von den Traditionalisten angefeindet, blieben viele seiner Projekte unausgeführt, so etwa der Entwurf für ein Stadtmuseum am Karlsplatz. Die imposante Wiener Postsparkasse (1904-1912) hingegen zählt heute zu den Ikonen des in Richtung Moderne orientierten Jugendstils.

Anlässlich des 100. Todestags Otto Wagners präsentiert das Wien Museum ab 15. März nun das Gesamtwerk des „Weltstadtarchitekten“ in einer umfassenden Großausstellung, der ersten seit mehr als fünfzig Jahren. Der Schwerpunkt liegt auf Wagners Leben und Werk, in dem sich eine ganze Epoche der Wiener Kultur und Geschichte spiegelt: von der Ringstraße über das fin de siècle bis zum Ersten Weltkrieg. Etliche teils noch nie präsentierte Objekte, darunter Zeichnungen, Möbel, Modelle und persönliche Gegenstände veranschaulichen die internationale Strahlkraft des Architekten. (db, 22.1.18)

Wien, Postsparkasse (Bild Thomas Ledl, CC BY SA 4.0)

"Architektur in Niedersachsen. 1960 bis 1980" (Bild: Jovis Verlag)

Die Moderne in Niedersachsen

Was blieb vom Aufbruch der 1960er und 1970er? Gesellschaftliche und politische Veränderungen, Fortschrittsglauben und Ideale, aber auch Angst und Unsicherheit prägen die Zeit „zwischen Nierentisch und Postmoderne“, wie der Architekturkritiker Wolfgang Kil die 1960er und 70er Jahre einmal charakterisierte. Insbesondere in der Architektur zeigte sich die schier explosionsartige Entwicklung: Bauboom und technischer Fortschritt bewirkten innerhalb weniger Jahre eine wahre Zukunftseuphorie und stetig wachsende Experimentierfreudigkeit. Wie sich dieser gebaute Fortschritt in Niedersachsen manifestierte, zeigt ein neuer, von der Lavesstiftung herausgegebener Band aus dem Jovis-Verlag: Aufbruch. Architektur in Niedersachsen 1960 bis 1980.

Mit einem umfassenden Katalogteil und fundierten Beiträgen zu wichtigen Themen dieser gesellschaftlich und politisch veränderungsfreudigen Ära möchte die zur Architektenkammer Niedersachsen gehörige Lavesstiftung die Vorzüge der kreativen wie wagemutigen Architektur jener Tage in Erinnerung bringen. Zu den Autoren zählen unter anderem Karin Wilhelm, Nicole Froberg, Olaf Gisbertz, Rocco Curti und Ulrich Knufinke. Das Grundlagenwerk soll zur öffentlichen Diskussion anregen und damit zu Wertschätzung und Erhalt der 1960er- und-70er-Jahre-Architektur in Niedersachsen beitragen. (db, 29.6.17)

Aufbruch. Architektur in Niedersachsen 1960 bis 1980, hg. von der Lavesstiftung, Jovis Verlag, Berlin 2017, Hardcover, 21 x 28 cm, 200 Seite, ca. 300 Farb- und Schwarzweißabbildungen, ISBN 978-3-86859-471-3.

Titelmotiv: Buchcover (Jovis Verlag)

Druckfrisch: „ACHTUNG modern!“

Braunschweig, Achtung Modern! (Bild: Michael-Imhof-Verlag)
Braunschweig, Achtung Modern! (Bild: Michael-Imhof-Verlag)

Der spätmodernen Architektur im Braunschweiger Land widmete sich ACHTUNG modern!  – eine Initiative der Arbeitsgruppe Denkmalpflege in der Braunschweigischen Landschaft,  des Netzwerks Braunschweiger Schule e.V. und des Forums Architektur der Stadt Wolfsburg. In den Jahren 2013 und 2014 fand eine Veranstaltungsreihe statt zu den Bauten jener Ära; unter ihnen der Braunschweiger Hauptbahnhof (1960, Erwin Dürkop) oder die Wolfsburger Stephanuskirche (1967/68, Alvar Aalto). Referenten und Architekten informierten, überwiegend vor Ort, über die Baudenkmäler und ihre einstige und aktuelle Rezeption.

Nun erscheint die Dokumentation der zweijährigen Veranstaltung mit zeitgenössischen und aktuellen Statements, Essays, Interviews und Reflexionen zur Architektur zwischen 1960 und 1980. Der Band erkundet alle 14 in ACHTUNG modern! behandelten Bauwerke in Braunschweig, Wolfsburg, Wolfenbüttel, Salzgitter und Helmstedt als Marksteine der Architektur der späten Moderne. Darunter sind solche von weltbekannten Baumeistern, aber auch einige Gebäude weniger bekannter Architekten von ebenso hoher Qualität. Die Braunschweigische Landschaft e. V. lädt am 6. April um 18 Uhr zur Buchpräsentation ins Haus der Braunschweigischen Stiftungen, Löwenwall 16, 38100 Braunschweig.  Zur Einführung sprechen unter anderem Karin Wilhelm sowie die Herausgeber Ulrich Knufinke und Norbert H. Funke. (db, 26.3.17)

Das Haltbarkeitsdatum der Moderne

Bremen-Neue_Vahr (Bild: Pilot71, CC-BY-SA 3.0)
Die Siedlung Neue Vahr in Bremen galt Ende der 1950er Jahre als hochmodernes Bauprojekt (Bild: Pilot71, CC BY SA 3.0)

In der Nachkriegszeit galten Trabantenstädte und New Towns als der Stadtplanung letzter Schluss. Die Großsiedlungen sollten nicht nur die Wohnraumproblematik im kriegszerstörten Europa lösen, sondern auch den Anforderungen der gegliederten und aufgelockerten Stadt Rechnung tragen. Die neuen Quartiere wurden zu symbolisch aufgeladenen Orten der Moderne – doch wie lange konnte sich ihr Anspruch, als Planung zeitgenössisch bis zukunftsweisend zu sein, halten? Dieser Frage geht ein Workshop des Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam unter dem Titel „How Long are New Towns New?“ nach.

Während sich Kunstgeschichte und Architekturhistorie schon vermehrt mit den Großsiedlungen der Nachkriegszeit befasst hat, ist der Themenkomplex in der historische Forschung noch unterrepräsentiert. Die Veranstaltung will eine historische Perspektive auf die New Towns entwickeln und bezieht west- und osteuropäische Fallbeispiele sowie die globale Entwicklung in ihre Betrachtungen ein. Der Workshop findet am 23. und 24. Februar im großen Seminarraum des ZZF (Am Neuen Markt 9d, 14467 Potsdam) statt. Eine Tagungsgebühr ist nicht zu entrichten, um Anmeldung an kladnik@zzf-potsdam wird bis zum 17. Februar gebeten. (jr, 14.2.17)

The Canonisation of Modernism

Berlin, Corbusierhaus (Bild: Jean-Pierre Dalbéra, CC BY 2.0)
Gehört unumstritten zum „Kanon der Moderne“: das Berliner Corbusierhaus (Bild: Jean-Pierre Dalbéra, CC BY 2.0)

Für Kunsthistoriker und themenverwandte Wissenschaftler ist selbstverständlich, was zum „Kanon“ der Moderne gehört. Aber wie ist dieser entstanden? Welche Entwicklungen und Pfade hat dieser Prozess bis zum heutigen Tag genommen? Dieser Frage will, unter dem Titel „The Canonisation of Modernism“, ein Panel der „Modernist Studies Association 2017 Conference“ in Amsterdam nachgehen. Hierfür werden noch Themenvorschläge gesucht.

Von Interesse sind für die Veranstalter die Bauten und Stilvarianten vom Fin de siècle bis zu den 1960er Jahren, die in den „Kanon der Moderne“ einbezogen wurden ebenso wie jene, die es nicht in den engeren Kreis schafften. Wer waren die prägenden Gestalten und Kreise in diesem Diskurs? Welchen Einfluss nahmen politische Kräfte, Nationalismen und globale Entwicklungen? Bis zum 20. Dezember 2016 können noch Vorschläge eingereicht werden. Ansprechpartner für das Panel sind Dr. Gregor Langfeld, University of Amsterdam (g.m.langfeld@uva.nl) und Dr. Tessel M. Bauduin, University of Amsterdam ( t.m.bauduin@uva.nl), gebeten wird um einen Vorschlag von max. 300 Worten (umfassend: Abstract mit Titel, Name, Zugehörigkeit, Mailadresse, kurzer CV, kurze Bibliographie, u. a.). Nachwuchswissenschaftler sind herzlich willkommen. (kb, 29.10.16)

Moderne zum Anschmiegen

Tom Korn, Budapest, Copyright Tom Korn
Postmoderne in Budapest, flauschig an die Wand gebannt (Bild: Tom Korn)

Attribute, die selbst erklärte Fans der spätmodernen Architektur nicht zusprechen, sind „schmusig“, „sanft“ oder „flauschig“. Manchmal muss man jedoch Ausnahmen machen: Ein moderner Pavillon aus Plastik in Warschau, Berliner Plattenbauten oder der Penny-Markt in Telgte. In der Realität trifft hier das menschliche Auge auf harte Flächen – in Tom Korns Abbildungen werden diese Fassaden aber zum Streicheln schön – sie bestehen aus Teppich! Die Rasterfassaden werden hier als textiles Muster verewigt, und ganz gezielt verarbeitet der in Potsdam lebende Künstler so auch Formsteinmuster der Ostmoderne in seine Wandbehänge.

Tom Korn, Jahrgang 1968, ist gelernter Schriftsetzer und stammt eigentlich aus Köln. Später studierte an der HGB Leipzig Malerei/Grafik. Doch der Zeichenstift begeisterte ihn nicht, und so suchte er sich ein neues Material. Beim Konkurs eines großen Möbelunternehmens in Flensburg fand er Teppichmusterkataloge. Seitdem setzt er aus tausenden bis zu zwei mal zwei Millimeter kleinen Puzzleteilen seine anschmiegsame Moderne zusammen. Mittlerweile hat Korn auch den Beton für sich entdeckt, und dies ist ein guter Grund für moderneREGIONAL, sein Werk weiter zu beobachten und auf die nächste Ausstellung ganz bestimmt hinzuweisen! (db, 13.5.16)

Gemeinschaftsformen der Moderne

Wartesaal, Bild: Bundesarchiv, CC-BY-SA 3.0)
Die Wartegemeinschaft war ein Phänomen, das besonders im Realsozialismus anzutreffen war (Bild: Leipzig, Roger und Renate Rössing, Deutsche Fotothek, CC BY SA 3.0)

Die Idee der Gemeinschaft hatte in der Moderne Konjunktur. Egal, ob es um Nationalstaaten, Hilfsorganisationen, religiöse Sekten oder politische Parteien ging: Immer wieder beschworen die historischen Akteure des 20. Jahrhunderts die Gemeinschaft als Verbund von Individuen, die Interessen, Sprache, politische Ideale oder andere Gemeinsamkeiten teilten. Die Harmonieversprechen der Gemeinschaft standen häufig im Gegensatz zur als chaotisch und unsozial empfundenen Gesellschaft. Ein Workshop der Universität Tübingen will verschiedene Vergemeinschaftungsprozesse untersuchen und spezifische Mechanismen herausarbeiten.

Beitragsvorschläge (max. 500 Wörter und kurzer Lebenslauf) können bis zum 21. März an gemeinschaftsideologie@gmail.de gesandt werden. Die Veranstaltung ist interdisziplinär ausgerichtet, Vorschläge aus dem historischen, politischen, anthropologischen und soziologischen Bereich sind besonders willkommen. Mögliche Untersuchungsfelder sind z. B. die Entstehung von Nationalstaaten, Werte- oder Religionsgemeinschaften, Gendergemeinschaften oder auch die Familiengemeinschaft. Arbeitssprachen sind Deutsch, Französisch und Englisch. Die Vorträge sollten nicht länger als 20 Minuten dauern. Reise- und Übernachtungskosten sowie die Verpflegung vor Ort werden für die Teilnehmer übernommen. (jr, 18.2.16)

Die Zukunft von gestern

Verner Panton: phantasy landscape (Bild: Wilhelm-Hack-Museum Ludwigshafen)
Psychedelische Zukunftsvision: die „Phantasy Landscape“ von Verner Panton (Bild: Wilhelm-Hack-Museum Ludwigshafen)

Die Frage nach der Gestalt der Welt von morgen ist wohl so alt wie die Menschheit selbst. Immer wieder regte sie besonders Architekten und Designer zum Entwurf utopischer Modelle von Welt und Wirklichkeit an, die sich von sämtlichen Hindernissen ihrer Gegenwart gelöst hatte. Die Ausstellung „Wie leben? Zukunftsbilder von Malewitsch bis Fujimoto“ versammelt solche Entwürfe. Im Fokus stehen Zukunftsvisionen des 20. Jahrhunderts aus den Bereichen Architektur, Design und Kunst.

Die Schau widmet sich drei Leitfragen: „Wie arbeiten?“, „Wie wohnen?“ und „Wie leben?“. Dabei treffen nie realisierte Avantgardeprojekte auf Zukunftsvisionen, die Eingang in den Formenkanon der Moderne gefunden haben. So blieben viele Entwürfe der russischen Konstruktivisten zwar beachtete, aber realitätsferne Kopfgeburten, während die Gestaltung der niederländischen Künstlervereinigung De Stijl nachhaltig auf konkrete Bauprojekte einwirkte. Während sich die Hoffnung manches Nachkriegsarchitekten auf eine baldige Besiedlung des Mondes (bisher?) nicht erfüllte, ist der einst als gestalterischer Heilsbringer gefeierte Kunststoff tatsächlich bis heute omnipräsent. Die Ausstellung ist bis zum 28. Februar 2016 im Wilhelm-Hack-Museum in Ludwigshafen zu sehen. (jr, 24.1.16)

Loved, hated or ignored?

"MODERNITY. Loved, hated or ignored? (Bild: Bohumil Kostohryz)
„MODERNITY. Loved, hated or ignored?“ (Bild: Bohumil Kostohryz)

Wie wurde die Moderne zu unserer alltäglichen Erfahrung? Wie sehen wir die Bauten, in denen wir unsere Tage verbringen? Diese Fragen stellte die Ausstellung „MODERNITY. Loved, hated and ignored?“ schon vor einem Jahr auf der Biennale in Venedig. Nun ist die Schau im bis zum 19. Dezember 2015 in Luxemburg, im LUCA Luxembourg Center for Architecture (1, rue de l’Aciérie, Luxembourg L-1112) zu sehen.

Umarmen wir die Moderne oder stoßen wir sie von uns? Oder behandeln wir sie gar gleichgültig? Die Luxemburger Ausstellung baut um diese Fragen eine eigene Erzählung, genauer gesagt, eine Detektivgeschichte: Wie der Special Agent Dale Cooper in der berühmten Fernsehserie von David Lynch die Kleinstadt Kleinstadt Twin Peaks erkundete, trifft Jane Doe in Luxemburg auf fünf Rechercheaufträge. Durch Raum und Zeit folgte sie den Spuren, wie Menschen mit der sie umgebenden Moderne umgehen. Damit wollen die  Ausstellungsmacher heutigen Vergessen entgegentreten und die Ereignisse wieder zum Leben erwecken, die unser Erleben der Moderne formten. Hierfür kommen Presseberichte, persönlichen Erzählungen und Archivmaterial zum Einsatz, die als „Beweisstücke“ zu einem großen Puzzle gefügt werden. (kb, 26.9.15)