Das MoMA steht in Bielefeld

Das MoMA steht in Bielefeld

MoMa New York (Bild: Bild hibino)
Das MoMA in Bielefeld: Das glauben Sie nicht? Waren Sie etwa schon mal dort? (Bild: Bild hibino, CC BY SA 3.0)

Zwischen dem New Yorker Museum of Modern Art und dem Dessauer Bauhaus bestanden viele Verbindungen. Mit der Ausstellung und Begleitpublikation „The International Style“ stellte das Museum 1932 einen Gestaltungskanon auf, der für die Klassische Moderne konstitutiv sein sollte. Er orientierte sich besonders an der „weißen“ Moderne Walter Gropius‘ und seiner Dessauer Kollegen – und ignorierte andere Modernisten, die nicht in dieses Raster passten. Dies begründete später den Erfolg des ehemaligen Bauhausdirektors in der US-amerikanischen Emigration. Die Ausstellung „Partners in Design. Bauhaus-Pioniere in Amerika“ in der Kunsthalle Bielefeld beleuchtet mit Alfred H. Barr Jr. und Philip Johnson zwei Gründungsväter des MoMA.

1929 öffnete das Museum in New York seine Pforten. Barr fungierte als erster Direktor der Institution, Johnson leitete die Abteilung für Architektur. Die Bielefelder Ausstellung fokussiert die kuratorischen Ansätze der beiden amerikanischen Bauhausverehrer und zeigt Exponate, die durch die historischen Ausstellungen des MoMAs heute als Designklassiker gelten. Die Bielefelder Kunsthalle weist eine besondere Verbindung zu Johnson auf: Dieser zeichnete als Architekt für den Bau verantwortlich, der 2018 seinen 50. Geburtstag feiert. Die Ausstellung ist bis zum 23. Juli 2017 zu sehen. (jr, 29.3.17)

How Should We Live?

How Should We Live?

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Die Frankfurter Küche in New York (Bild: Julius Reinsberg)

Diese Frage stellten sich Designer, Planer und Architekten besonders im Europa der Zwischenkriegszeit vermehrt. Eine gleichnamige Ausstellung im New Yorker MoMA widmet sich den mannigfaltigen Wohnutopien aus den Jahren 1920 bis 1950. Zu sehen sind über 200 Exponate aus der Designsammlung des Museums, die damals als neuzeitliche Einrichtungsgegenstände das Leben ihrer Nutzer sowohl bereichern als auch konstitutiv prägen sollten. Einige sind heute als Designklassiker bekannt, andere nie über den Modellstatus hinausgekommen.

Neben einzelnen Gegenständen rekonstruiert die Ausstellung auch ganze Designensembles. So können die Besucher ein 1:1-Modell der Frankfurter Küche bestaunen, jener „Mutter aller Einbauküchen“, die Mitte der 1920er Jahre von der Architektin Margarete Schütte-Lihotzky entworfen wurde. Auch Alvar Aalto, Ray und Charles Eames und Lilly Reich sind mit prominenten Entwürfen präsent, Le Corbusier ist mit einem voll eingerichteten Musterzimmer des Maison du Brésil vertreten. Die Schau ist noch bis zum 23. April 2017 zu sehen. (jr, 17.10.16)

Latin America in Construction

Latin America in Construction

Brasilia under construction, 1957 (Bild: Geofoto. Arquivo Publico do Distrito Federal)
Brasilia under construction, 1957 (Bild: Geofoto, Arquivo Publico do Distrito Federal)

Die Ausstellung „Latin America in Construction: Architecture 1955–1980“ wird vom 29. März bis zum 19. Juli 2015 im Museum of Modern Art (MOMA) New York gezeigt. Bereits 1955 hatte das MOMA mit der Ausstellung „Latin American Architecture since 1945“ einen epochemachenden Überblick zum Thema geboten. Nun, 60 Jahre später, widmet sich das MOMA der Entwicklung Latein-Amerikas zwischen 1955 und den frühen 1980er Jahren.

Es waren für Latein-Amerika die Jahre der Selbst-Befragung und -Erforschung, der politischen Verwirrungen und Herausforderungen. Während die Ausstellung von 1955 die Ergebnisse einer Fotoreise zeigte, werden nun aussagekräftige Exponate aus der Bauzeit zusammengebracht, die in dieser Form noch nie zu sehen waren: Architekturzeichnungen- und Modelle, bauzeitliche Fotografien und Filme. Beispielhaft für die gesamte Entwicklung werden Leitbauten – wie der Uni-Campus in Mexico City oder die neue brasilianische Hauptstadt Brasilia – herausgestellt. Begleitend zur Ausstellung erscheinen ein Katalog und eine Anthologie zum Thema. (kb, 28.3.15)