Dantestadion unter Schutz

Denkmalzuwachs in München: Das “Städtische Stadion an der Dantestraße”, kurz Dantestadion, im Stadtteil Gern steht nun unter Schutz. Das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege hat den Tribünenbau, das Eingangsbauwerk sowie eine Toranlage mit fünf Durchgängen und seitlich niedrigeren Flügeln zum Baudenkmal erklärt. Diese Bauteile stammen aus den Jahren 1926-28 und entstanden nach Plänen der Architekten Fritz Beblo und Karl Meitinger. Das Dantestadion, im Stadtbezirk Neuhausen-Nymphenburg in unmittelbarer Nähe zum Westfriedhof und zum Dantebad gelegen, ist nach Allianz Arena, Olympiastadion und dem Stadion an der Grünwalder Straße das viertgrößte Stadion der Stadt – und derzeit Heimat der Münchner American-Football-Mannschaften “Cowboys” und “Rangers”.

Die Planungen zum Bau des “Bezirksstadions am Dantebad” , so der ursprüngliche Name, begannen bereits 1914. Ursprünglich sollte es so groß werden wie die Stadien in Frankfurt am Main und Köln. Nach Unstimmigkeiten im Stadtrat einigte man sich auf ein Fassungsvermögen von 32.000 Zuschauern, heute bietet es noch 12.000 Menschen Platz. In der NS-Zeit diente es HJ-Aufmärschen, nach dem Krieg nutzte es die US-Army bis 1953 für Baseball-Spiele, ab 1954 war es wieder unter städtischer Regie. Seither wurde unsd wird es für diverse Sportveranstaltungen und Fußballspiele genutzt. Das Ereignis von größter gesellschaftlicher Bedeutung war wohl das am 16. März 1957 ausgetragene Frauen-Länderspiel zwischen der Bundesrepublik Deutschland und den Niederlanden: Es war das erste Frauenfußball-Spiel in München, nachdem der DFB Frauenfußball im Jahr 1955 verboten (!) hatte … (db, 22.5.22)

Experimente für den Kopfbau

Es tut sich etwas in München-Riem: Neben den Neubauten des Messeareals etnstand von 1937 bis 1939 als Teil des Flughafens der sogenannte Kopfbau, errichtet nach Plänen von Ernst Sagebiel. Als ‘Besuchertribüne’ für Flugschauen gedacht, übernahm der Architekt der ‘Luftwaffenmoderne’ hier ein Konzept, das er auch in Berlin-Tempelhof plante. 1983 konnte man von der Tribüne in Riem zum letzten Mal die Concorde beobachten, dann schloss sich die Unterschutzstellung an. München bekam einen neuen Airport und zur Bundesgartenschau 2005 wurden am Kopfbau noch einmal Gäste empfangen – zum Kaffee. Danach passierte bis lange nicht mehr viel. Vor diesem Hintergrund galt der Bau als Problemfall – verzweifelt wurde nach einem Investor gesucht. Es fehlten Heizung und Fußboden, zudem verseuchten Schimmelsporen die Kassenhalle.

Doch nun hat man den Kopfbau für frische Nutzungsexperimente hergerichtet. Es wurden neue Dielen verlegt, und schon im Mai soll es losgehen mit einer Experiments- und Entwicklungsphase, die bis 2024 dauern darf. Gedacht wird an kreative Spielarten der Kulturarbeit von Workshop bis Ausstellung. Nach 2024 könnten sich verschiedene dieser Formen dann verstetigen, aber noch ist das Feld weit offen. Eine Miete fällt nicht an, nur ein Anteil an den Betriebskosten. Dafür stellt das Kulturreferat den Rahmen, gestattet Veranstaltungen bis zu 160 Personen und eine Cafébetrieb für bis zu 40 Menschen. Auch das Außengelände kann mit hinzugenommen werden. Und die Ziele der Veranstalter:innen sollten zum Ort passen, “bürgerschaftlich und sozio-kulturell” ist das erklärte Wunschziel. Für das Experiment wurden alle notwendigen Informationen online zusammengestellt, Interessierte können sich bis zum 30. April 2022 bewerben. (kb, 15.4.22)

München-Riem, Kopfbau der Zuschauer:innentribüne des Flughafens (Bild: Renardo la vulpo, CC BY SA 4.0, 2017)

Münchener Nachbarschaften

Die Sammlung des Architekturmuseums der TUM wächst beständig durch die Übernahme von Planungsmaterial zu einzelnen Projekten, aber auch durch komplette Vor- und Nachlässe von Architekten und Ingenieuren. Zahlreiche bedeutende Neuzugänge des Archivs aus den letzten Jahren werden nun bis 5. Juni in der Münchener Pinakothek der Moderne präsentiert. Die Ausstellung „Neue Nachbar*innen“ kombiniert die Frischlinge im Dialog mit ausgewählten Objekten des Altbestandes.

Dabei wird die große Vielseitigkeit der Sammlung sichtbar: Neben den klassischen, oft virtuos ausgeführten Handskizzen und Zeichnungen finden sich mittlerweile auch CAD-generierte Plansätze, unterschiedliche Positionen der Architekturfotografien aber auch Wettbewerbs-, Konstruktions- und Arbeitsmodelle sowie realitätsnahe 3D-Renderings. Ziel der Ausstellung ist es, die Sammlung als ein dynamisches Reservoir des Wissens zu präsentieren, aus dem wertvolle Erkenntnisse zu unserer gebauten Umwelt gewonnen werden können. (db, 26.3.22)

München, Wohn- und Geschäftshaus (1994-99); Modell von Otto Steidle (Bild: Architekturmuseum der TUM)