A-Z Architekten: Bruno Lambart (1924-2014)

Der Architekt Bruno Lambart und sein Werk stehen beispielhaft für das Öffentliche Bauen im Wandel der Bonner Republik. Seit Beginn der fünfziger Jahre plante und realisierte Lambart rund 540 Projekte im öffentlichen Bauen – darunter zahlreiche Rathäuser, Bürgerzentren, Verwaltungsgebäude, Bauten für Kultur und Freizeit sowie vor allem Schul- und Hochschulbauten. Schon während seiner beruflichen Anfänge nahm er rege an Wettbewerben teil, worauf sich nahezu sein gesamtes Auftragsvolumen gründen sollte. Seine gestalterischen Mittel blieben meist zurückhaltend, dennoch wurde jeder seiner Bauten auf einmalige Weise mit der Landschaft und der gebauten Umgebung verbunden.

Am 19. Juni 2017 finden um 19 Uhr in Münster (Aula am Aasee, Scharnhorststraße 100-116) eine BDA-Abendveranstaltung statt. Auf dem Programm stehen ein Vortrag von Alexandra Apfelbaum „Nur kein Spektakel – Öffentliches Bauen als Kulturbeitrag“ und ein anschließendes Podiumsgespräch mit Wegbegleitern und Freunden Lambarts. Der Abend dient zugleich als Buchvorstellung für die Publikation „Bruno Lambart. Architektur im Wandel der Bonner Republik“. Der Veranstaltungsort, heute Teil der Universität, wurde 1955-58 von Bruno Lambart und Günter Behnisch gebaut. Der Eintritt zur Veranstaltung ist frei. (kb, 29.5.17)

Apfelbaum, Alexandra (Hg.), Bruno Lambart. Architektur im Wandel der Bonner Republik, Verlag Kettler, Dortmund 2017, 480 Seiten, ISBN 978-3-86206-661-2.

Münster, Pädagogische Akademie (Bruno Lambart, 1958) (Bild: Ausstellung „Nur kein Spektakel. Die Bauten von Bruno Lambart“)

Münster: OFD wird niedergelegt

Münster: OFD wird niedergelegt

Münster/Westfalen, Oberfinanzdirektion (Bild: Elektroschreiber, GFDL oder CC BY SA 3.0)
Münster/Westfalen, Oberfinanzdirektion (Bild: Elektroschreiber, GFDL oder CC BY SA 3.0)

Der Abriss läuft bereits: Seit Juli diesen Jahres wird im westfälischen Münster die Oberfinanzdirektion (OFD) Stück für Stück von innen nach außen „rückgebaut“. An der Planung des 1966 eingeweihten Verwaltungsbaus waren die Architekten Helmut Hentrich, J. Rüping, F. Rafeiner, Fritz Eller, Erich Moser, Robert Walter, Hans Köllges, Hans Joachim Stutz und Hubert Petschnigg. beteiligt.

Das Büro von Hentrich (1905-2001) und Petschnigg (1913-97) hatte sich zuvor z. B. durch das legendäre Dreischeibenhaus in Düsseldorf hervorgetan. In Münster gestalteten sie mit ihren Kollegen einen vielgeschossigen langgestreckten Riegel, der sich über 150 Meter Länge blitzförmig auf einer großzügig bemessenen Grünfläche ausbreitet. Zur Straße ist der OFD die typische Kantine als „Schaustück“ als wabenförmige Pavillons vorgelagert. Mit der Begründung, der Bau sei durch PCB-Belastung nicht mehr nutzbar, zog die Finanzverwaltung im April 2016 in einen Neubau im Gewerbepark Münster-Loddenheide um. Seit diesem Sommer läuft der Rückbau, bei dem der Abtransport der Schadstoffe ein besonderes Augenmerk erhält. Möglicherweise wird in der zweiten Phase des Abrisses auch eine Sprengung genutzt. Auf dem dann beräumten Gelände soll eine neue Gesamtschule entstehen. (kb, 6.9.16)

Erinnerung, Ehrung, Politik

„Erinnerung, Ehrung, Politik“, mit diesem Tagungstitel beschreibt das LWL-Institut für Regionalgeschichte Münster einen Spannungsbogen, der seit 1945 viele Auseinandersetzungen um Gedenkstätten, Denkmäler, Erinnerungsplätze und Namensgeber von Preisen, Gebäuden oder Straßen kennzeichnet. Diese „Erinnerungsmedien“ verweisen auf die Zeit ihrer Einrichtung und auf die Erinnerungsziele der Gruppen und Institutionen, die eine solche Gedenkstätte, ein Denkmal oder eine Benennung durchsetzen. Zugleich dominieren sie das offizielle Gedächtnis einer Stadt oder einer Organisation. Sowohl an der bisherigen Ausgestaltung von Erinnerung als auch an der Neuausrichtung entzünden sich häufig vehemente Konflikte innerhalb der Stadtgesellschaft oder zwischen beteiligten Gruppen.

Die Tagung beschäftigt sich vom 21. bis 22. April 2016 im LWL-Landeshaus (Freiherr-vom-Stein-Platz 1, 48147 Münster in Westfalen) in drei Sektionen mit Beispielen in Westfalen und im Vergleich mit anderen Städten und Regionen seit 1945. Im Zentrum stehen zunächst Diskussionen um die Gestaltung von Denkmälern und Gedenkorten. Anschließend werden Auseinandersetzungen um Personen untersucht, die mit Ehrenbürgerschaften, Skulpturen, Erinnerungstafeln, Stolpersteinen und Preisen geehrt wurden. Schließlich werden die Konflikte um die beabsichtigten und durchgeführten Straßenumbenennungen der jüngsten Zeit am Beispiel von drei Städten behandelt. Anmeldeschluss ist am 4. April 2016, Ansprechpartner für die Veranstaltung ist: Matthias Frese, Karlstraße 33, 48147 Münster, 0251/591-5692, matthias.frese@lwl.org. (kb, 8.3.16)

Wer verwaltet die Erinnerung? „Stolpersteine“ in Münster (Bild: Rüdiger Wölk, CC BY SA 2.5)