Herkuleskeule noch 2021 weg

Die alte “Herkuleskeule” am Sternplatz in Dresden wird noch bis zum Ende diesen Jahres abgerissen. Das teilte das städtische Hochbauamt vor wenigen Tagen mit. Die Entkernungsarbeiten haben bereits am 18. Oktober begonnen (einige Ausstattungsteile wurden wohl gerettet). Ab dem 22. November soll dann die Gebäudehülle Stück für Stück fallen, der Abriss bis Jahresende vollendet sein. Der Gebäudekomplex am Sternplatz war 1963-65 unter der städtebaulichen Leitung der Architekten Herbert Schneider (1903-1970) und Kurt Röthig (1910-1990) erbaut worden. Im Obergeschoss der Wohngebietsgaststätte fand das Kabarett Herkuleskeule sein Domizil.

Im Jahr 2017 zog die Herkuleskeule in den denkmalgerecht sanierten Kulturpalast um, seither herrschte Unklarheit, was genau aus dem Bau am Sternplatz werden soll. Die FDP im Stadtrat setzte sich für den Erhalt ein, 2020 wurde jedoch der Abriss zugunsten neuer Wohnhäuser beschlossen. Das finale (Totschlag-) Argument: es könnte eine Asbestbelastung vorliegen. Auf dem freiwerdenden Grundstück soll nun ein Neubau der städtischen Wohnungsbaugesellschaft WiD mit 40 Wohnungen entstehen. Der Stadtrat hat dabei festgelegt, dass für das WiD-Gebäude ein Architekturwettbewerb durchgeführt werden soll. In den Entwürfen soll die Formsprache der Ursprungsbebauung gewürdigt werden. An die Bedeutung der alten Herkuleskeule wolle man “in geeigneter Weise analog und digital” erinnern. (db, 11.11.21) 

Dresden, Herkuleskeule 2014 (Bild: Xaver X. Dreißig, CC BY-SA 4.0)

Hauptbahnhof Paderborn fällt

Wir geben es zu: Auch wenn der Hauptbahnhof Paderborn aus den 1950er Jahren stammt, gehört er nicht wirklich zu den Inkunabeln der Nierentisch-Ära. Nun sind seine Tage gezählt, denn was die Bahn bereits fast 10 Jahre geplant hat, wird nun in Angriff genommen: Das 1953 eingeweihte Gebäude wird durch einen Neubau ersetzt. Anfang August wird es endgültig geschlossen, und dann können die Abrissarbeiten beginnen. Während der Arbeiten müssen die Fahrgäste mit einem Container-Provisorium vorlieb nehmen. Bis Anfang 2022 soll vom Altbau nichts mehr zu sehen sein, der Neubau des Bahnhofsgebäudes inklusive Hotel mit rund 380 Betten soll nach Hoffnung der Planer im September 2023 abgeschlossen sein.

Der erste Entwurf des Neubaus durch einen örtlichen Investor stieß dabei auf deutliche Kritik: Unter anderem der BDA Ostwestfalen-Lippe forderte, einen Wettbewerb zu starten. “Die jetzt veröffentlichte Entwurfsplanung klärt zwar die Situation für die Reisenden und Abholenden, zerstört aber mit seinem massiven, in unharmonische Proportionen und Formen gesetzten Fassadenbild sowie der Masse jegliche Leichtigkeit, die der Situation angemessen wäre. Ja, sie negiert zudem auch noch die städtebaulich wichtige Situation eines großzügigen Bahnhofvorplatzes”, hieß es 2018 in einer Presseerklärung. Über Gespräche mit dem Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) wurde schließlich ein überarbeiteter Entwurf abgesegnet, der vom Büro archwerk stammt. (db, 12.7.21)

Paderborn, Hauptbahnhof 2007 (Bild: Stefan Flöper, CC BY-SA 4.0)