Mit Bus und Bahn zum Neuen Frankfurt

Gestern präsentierten Kulturdezernentin Dr. Ina Hartwig und Thomas Wissgott, Geschäftsführer der Verkehrsgesellschaft Frankfurt am Main (VGF) mit historischen Motiven bedruckte Fahrzeuge des ÖPNV: Bus, Bahn und Straßenbahn. Zu sehen sind Fotografien von Siedlungselementen der 1920er und frühen 1930er Jahre, als unter Stadtbaurat Ernst May und Architekturgrößen wie Martin Elsaesser am Main wegweisende soziale und gestalterische Projekte verwirklicht wurden. Unter dem Slogan „Zum Neuen Frankfurt auf Schienen“ sollen nun die bedruckten Busse und Bahnen auf den lokalen Schwerpunkt im Bauhausjahr hinweisen.

Passend dazu ist aktuell ein Faltplan erschienen, der interessierte Modernisten mit dem ÖPNV zu sehenswerten Punkten des Neuen Frankfurt im Stadtgebiet leitet. Dabei orientiert sich die Gestaltung (Design: Profi Aesthetics) an einer Stadtkarte aus der Ära May. Der neue Faltplan ist analog im Ernst-May-Haus, im Forum Neues Frankfurt und im Deutschen Architekturmuseum erhältlich. Online steht er als Download zur Verfügung. Und wer virtuell vorglühen möchte, dem sei ein Blick in das mR-Frühjahrsheft „Moderne Mobil“ empfohlen, das die Bauten des Neuen Frankfurt mit zeitlich dazu passenden Fortbewegungsmitteln (und alterslosen Fachleuten) zusammenbringt. (kb, 30.6.19)

Frankfurt, S-Bahn mit Motiven des Neuen Frankfurt (Bild: Copyright: Kulturdezernat der Stadt Frankfurt, Foto: Salome Roessler)

Die vielen Gesichter des Hannes Meyer


Beim Stichwort „Bauhausdirektor“ denken die meisten Architekturfreunde wohl zunächst an Walter Gropius oder Mies van der Rohe. Hannes Meyer, der das Amt von 1928 bis 1930 inne hatte, wird ihnen dagegen nicht sofort einfallen – und das liegt sicher nicht nur an seinem Allerweltsnamen. Das soll sich spätestens im Bauhaus-Jubeljahr ändern. Mit dem Buch „Hannes Meyer und das Bauhaus“ wird anhand von programmatischer Schriften dokumentiert, wie der Architekt und Sozialist seine Idee des Bauhauses unters Volk brachte.

Darüber hinaus analysieren internationale Experten in Essays, wie Meyers Positionen sich veränderten und in unterschiedlichen gesellschaftlichen und politischen Kontexten aufgenommen wurden. Vorgestellt wird die Publikation morgen, am 25. April 2019, ab 19 Uhr im Forum Neues Frankfurt (Hadrianstraße 5, Frankfurt am Main). Anwesend ist der Herausgeber des Buchs, der Publizist Thomas Flierl. Der Eintritt ist frei, es gibt Apfelwein und Brezeln. (kb, 24.4.19)

Flierl, Thomas/Oswalt, Philipp (Hg.), Hannes Meyer und das Bauhaus. Im Streit der Deutungen, 640 Seiten, fadengehefteter Festeinband, 29,7 x 21 cm, Spectator Books, Leipzig 2019, ISBN 9783959051507.

Titelmotiv: Detail des Buchcovers (Bild: Spectator Books)

Das Neue Frankfurt hat einen sitzen

Heute ist die letzte Gelegenheit, die Ausstellung „Moderne am Main. 1919-1933“ im mak in Frankfurt zu besuchen. Um die gestalterischen Qualitäten dieser Epoche auch darüber hinaus erlebbar zu machen, wurden am Donnerstag zwei Frankfurter Bänke für den öffentlichen Raum eingeweiht: Reproduktionen nach dem Entwurf des Architekten Ferdinand Kramer aus den 1920er Jahren. Sie waren früher in Frankfurter Parks und Grünflächen anzuteffen. An zwei Stellen in der Stadt Frankfurt am Main – im Metzlerpark und am Mainufer – wurden sie im Tausch mit bestehenden Parkbänken permanent installiert.

Die Akteure des Neuen Frankfurt revolutionierten nicht nur den Wohnungsbau an, sondern auch die Gestaltung des öffentlichen Raums. Die Stadt sollte durch wiederkehrende, durchdacht entworfene Elemente gegliedert und zu einer Einheit zusammengefasst. Einer der damaligen Bankeentwürfe von 1927, der leider aus dem Stadtbild verschwunden war, wurde nun in Kooperation mit der tatcraft GmbH, einem Frankfurter Startup, in witterungsbeständigem Douglasienholz reproduziert. Durch einen Patenaufruf, u. a. in Kooperation mit dem Stadtmagazin Journal Frankfurt, konnten Stifter gefunden werden, die die Installation der neuen Bänke im öffentlichen Raum ermöglichten. Die Parkbank im Metzlerpark wurde gestiftet von der Dieter und Ingeborg Rams Stiftung. Eine weitere Parkbank wurde von Konstantin Sold gestiftet. Bei der Installation der Bänke im öffentlichen Raum wurde das Museum Angewandte Kunst durch das Grünflächenamt der Stadt Frankfurt am Main unterstützt. (kb, 14.4.19)

Parkbank, Exponat der Ausstellung „Moderne am Main 1919-1933“ im Museum Angewandte Kunst (Bild: © Museum Angewandte Kunst, Foto: Wolfgang Günzel)