Neues zur NRW-Denkmalschutz-Novellierung

Die Kritik war laut, als der Entwurf für ein neues Denkmalschutzgesetz in NRW vorgelegt wurde. Darin würden fachfremde Belange gestärkt (energetische Sanierung, Barrierefreiheit, …) und Fachvertreter geschwächt (aus der jetzigen formellen Benehmensherstellung der unteren Denkmalbehörden mit den Landschaftsverbänden (LVR/LWL) würde eine schlichte Anhörung). Zudem wollte man den Landesdenkmalbeirat (wenn auch nie umgesetzt, aber zumindest als Option vorgesehen) und den besonderen Schutz von Bodendenkmälern in Abbaugebieten aus dem Gesetz streichen.

Führende Verbände und Institutionen taten sich zum „Denkmal-Schutzbündnis“ zusammen: die Deutsche Stiftung Denkmalschutz, die Interessengemeinschaft Bauernhaus, der Verband Deutscher Kunsthistoriker, der Arbeitskreis Theorie und Lehre der Denkmalpflege e. V., der Verband der Restauratoren e. V., der Rheinische Verein e. V., der Westfälische Heimatbund e. V. und die Deutsche Burgenvereinigung e. V. Wenn denn eine Novellierung, so die Denkmalexperten im Bundesland, dann nur mit einem Mehr an Schutz für das (bau-)kulturelle Erbe. Nun zeigt sich das „Denkmal-Schutzbündnis“ in seiner aktuellen Presseerklärung hoffnungsvoll. „Dass die nordrheinwestfälische Landesregierung die in die Kritik geratene Neufassung des Denkmalschutzgesetzes noch einmal überarbeiten will“, wird freudig begrüßt. Derzeit werden die eingegangenen Stellungahmen vom Ministerium gesichtet. Vor dem finalen Beschluss über den Gesetzesentwurf sollen die Verbände erneut angehört werden. (kb, 5.10.20)

Landschaftspark Duisburg Nord (Bild: Carschten, CC BY SA 3.0, 2010)

Frau Architekt wandert

Frauen sind seit über 100 Jahren aktiver Teil des Architekturberufs, doch waren sie dabei lange (fast) unsichtbar. Das möchte die Ausstellung „Frau Architekt“ ändern, indem sie prägende Büropartnerinnen, Baudezernentinnen und Hochschullehrerinnen der Moderne ins Rampenlicht rückt. Eine – wenn auch späte – Ehrenrettung, aber zugleich ein bleibender Ansporn. Denn nur 31 Prozent dieses Berufsstandes (so die Zahlen der Ausstellungsmacher) sind heute Frauen.

Die Schau war 2017 zum ersten Mal erfolgreich zu sehen im Deutschen Architekturmuseum (DAM) in Frankfurt am Main. Nun bringen Baukultur Nordrhein-Westfalen und die Architektenkammer Nordrhein-Westfalen „Frau Architekt“ in Kooperation mit dem DAM vom 12. August bis zum 2. Oktober 2020 nach Düsseldorf (Haus der Architekten). Dafür werden Elemente der Frankfurter Ausstellung ergänzt um einen neuen, vom Museum für Baukultur kuratierten NRW-Schwerpunkt: Architektinnen aus der Zeit vom späten Kaiserreich bis in die 1970er Jahre. (kb, 28.7.20)

Lea Grundig: Porträt der Architektin Iris Dullin-Grund, 1969 (Foto: © Privatbesitz)

Denkmalschutzgesetz NRW: Die Kritik wird lauter

Nordrhein-Westfalen soll ein neues Denkmalschutzgesetz bekommen: Darin würden fachfremde Belange gestärkt (energetische Sanierung, Barrierefreiheit, …) und Fachvertreter geschwächt (aus der jetzigen formellen Benehmensherstellung der unteren Denkmalbehörden mit den Landschaftsverbänden (LVR/LWL) würde eine schlichte Anhörung). Zudem will man den Landesdenkmalbeirat (wenn auch nie umgesetzt, aber zumindest als Option vorgesehen) und den besonderen Schutz von Bodendenkmälern in Abbaugebieten aus dem Gesetz streichen. Nun wird die Kritik lauter, die Fachverbände bis Anfang Juli als Stellungnahme beim Landtag vorgelegen konnten.

Das Urteil lautet in den meisten Fällen: Eine Änderung ist unnötig. Die Arbeitsgemeinschaft der kommunalen Spitzenverbände Nordrhein-Westfalen etwa sieht „kein Erfordernis für eine Ergänzung des Denkmalschutzgesetzes um weitere Vorgaben“. Auch die Leiter der Bodendenkmalpflege der Landschaftsverbände (LWL, LWR) betonen, man solle lieber auf Grundlage des jetzigen Gesetzes „das Ziel des Erhalts des gemeinsamen archäologischen Kulturguts im Blick behalten und sichern“. Der Westfälischer Heimatbund vermisst ein deutliches Bekenntnis zum Ziel des neuen Gesetzes: „Oberste Priorität sollte die Erhaltung und Bewahrung von denkmalwerten Bauten haben.“ Und der Verband Deutscher Kunsthistoriker fürchtet grundsätzlich um die Attraktiviät des Denkmalpfleger-Berufs in NRW. (kb, 10.7.20)

Landschaftspark Duisburg Nord (Bild: Carschten, CC BY SA 3.0, 2010)