Stadt – Bild – Pflege

„Stadtbild“ ist ein mehrdeutiger und weitgespannter Begriff: Er umfasst das materielle und das ideelle Bild einer Stadt, das einem beständigen Wandel unterliegt. Diesem Phänomen widmet sich vom 8. bis 10. Oktober 2015 in Nürnberg die Tagung „Stadt – Bild – Pflege. Stadtbilder und Stadterzählungen im Wandel“. Untersucht wird, mit welchen Methoden, beispielsweise des Erzählens, sich diese Prozesse nachvollziehen und verdeutlichen lassen – und ob sich das Erzählen auch zum Planen solcher Prozesse und damit zum Planen der Stadt eignet. Die Themen der Vorträge von „Asyl im Stadtbild Augsburgs“ bis zu „Die Wahrnehmung Potsdams zwischen Barock und Nachkriegsmoderne“ – und natürlich kommen die konkreten Stadtrundgänge nicht zu kurz.

Der Begriff „Heimat“ erweist sich das als Schlüssel zu einem umfassenden Verständnis: Welches Bild – oder Bilder – haben wir im Sinn, wenn wir die Stadt „Heimat“ nennen? Wie viel Veränderung verträgt diese Heimat? Denn Städte sind nicht nur Bilder, sie sind auch Erzählungen. Dem Begriff „Heimat“ ist auch die ARD-Themenwoche „Heimat“ gewidmet. Die Tagung, zugleich Jahrestagung Denkmalnetz Bayern, findet im Pellerhaus (Spielesaal) Nürnberg statt. Der Veranstalter, der Bund Heimat und Umwelt in Deutschland, bittet für die kostenpflichtige Veranstaltung um rechtzeitige Anmeldung. (kb, 14.9.15)

„Stadtbilder und Stadterzählungen im Wandel“ (Bild: BHU/Stephan Gebert)

Aus für Nürnberger Hauptpost

In Nürnberg wurden jüngst die Siegerenwürfe eines Wettbewerbs zur Neubebauung des Areals der Hauptpost gekürt. Der direkt am Hauptbahnhof gelegene Komplex steht seit 20 Jahren leer und war 2014 an einen Münchner Investor verkauft worden. Eins scheint nach dem Ende des Wettbewerbs klar: Ein Erhalt des gesamten Ensembles ist vom Tisch. Lediglich der denkmalgeschützte Rundbau wird integriert. Die „Stadtbild-Initiative Nürnberg“ hatte den Abriss noch mittels Online-Petition verhindern wollen, jedoch zu wenige Unterstützer gefunden.

Die direkt am Nürnberger Hauptbahnhof gelegene Hauptpost besitzt schon wegen ihrer langen und bewegten Baugeschichte historischen Wert. Der „Rundbau“, der seinen Namen wegen der charakteristischen Form der Straßenfassade erhielt, wurde 1914 begonnen, wegen des Kriegs aber erst 1924 fertig gestellt. Als Erweiterung wurde 1931 der „Kopfbau“ – nun vom Abriss bedroht – im Stil der Neuen Sachlichkeit geplant. Nach der Machtergreifung stoppten die Nationalsozialisten die Arbeiten. Unter Einbeziehung des bereits fertigen Stahlskeletts errichteten sie eine abgewandelte Version mit spitzem Walmdach und Rundbogenarkaden im Erdgeschoss. Im Krieg wurde die Hauptpost massiv beschädigt, beim Wiederaufbau griff man teilweise auf die ursprünglichen Pläne von 1931 zurück. Mit dem Kopfbau verliert Nürnberg ein Bauwerk, das fast ein halbes Jahrhundert Architekturgeschichte in sich vereint. (jr, 31.7.15)

Der Kopfbau der Nürnberger Hauptpost wird wohl bald fallen (Bild: Dalibri, CC_BY_SA 3.0)

Wege in die Moderne

Im 19. Jahrhundert nahm vieles seinen Anfang, was wir heute modern nennen. Die „Wege in die Moderne“ verfolgt eine Ausstellung des Germanischen Nationalmuseums Nürnberg bis zum 21. September 2014. Besucher können drei Themenschwerpunkte erkunden: Die Weltausstellungen informierten seit 1851 ein Millionenpublikum über technische, wissenschaftliche und künstlerische Neuheiten. In den Medien ermöglichten Telegraph, Telephon und Schreibmaschine den schnellen globalen Informationsaustausch. Und nicht zuletzt wurde die Musik durch Phonograph und Grammophon zum jederzeit verfügbaren Erlebnis. (10.4.14)

Eiffel und Salles 1889 am Eiffelturm (Bild: GNM Nürnberg)