Das Berliner Olympiagelände

Das Berliner Olympiagelände entstand auf einem gut über 130 Hektar großen Hochplateau im Westen der Stadt, damals noch unter dem Namen Reichssportfeld, zu den Olympischen Sommerspielen von 1936. Auch um ein internationales Aushängeschild des nationalsozialistischen Staates zu schaffen, fielen die Anlagen funktional hochmodern und stilistisch hochmonumental aus. Zu Geschichte und Zukunft dieses Areals organisieren das Landesdenkmalamt Berlin und der Landessportbund Berlin – gemeinsam mit der TU Berlin – am 8. Juni 2021 zwischen 10.00 und 17.30 Uhr den Online-Workshop “Das Olympiagelände Berlin – Erbe, Nutzung, Vermittlung”. Denn, so die Veranstalter, das Berliner Olympiagelände ist vieles auf einmal: “Denkmal und Zeugnis der Olympischen Idee, Zentrum für Breiten- und Spitzensport, Ort für Kulturveranstaltungen und Grünraum, NS-Erbe und eine der bedeutendsten Sportanlagen des 20. Jahrhunderts”. Im Rahmen des Workshops sprechen, so der Plan, Expert:innen aus Denkmalpflege, Architektur, Forschung, Politik, Sport und Verwaltung über die Entwicklungs- und Nutzungsperspektiven dieses fordernden Erbes.

Das Programm strukturiert sich in drei Schwerpunkte: 1) Bedeutungen: Das Olympiagelände Berlin, 2) Standpunkte: Zur Vermittlung eines schwierigen Erbes, 3) Diskussion: Den Bestand nutzen und Aufklärung bewältigen. Neben diesen Grundsatzfragen – was ist hier das Denkmal und wie gehen wir damit verantwortungsvoll um – soll der Blick über die Grenzen Berlins, auf andere Sportstätten oder Großanlagen der NS-Zeit, den Horizont weiten. Die Teilnahme am virtuellen Workshop ist möglich über den Youtube-Kanal des Landesdenkmalamtes Berlin (www.youtube.com/landesdenkmalamtberlin) – ohne Anmeldung, ohne Teilnahmegebühr. Fragen können gestellt werden unter www.sli.do unter dem dem Hashtag #Olympiagelaende. (kb, 12.5.21)

Berlin, Olympiagelände, private Reisefotografie, 1938 (Bild: Foto:Fortepan, Judit Hegedus, CC BY SA 3.0, 1938)

München: 5 × Olympia bitte

Gute Nachrichten aus der bayerischen Landeshauptstadt: Entlang der Olympia-Linie U 3 wurden fünf U-Bahnhöfe unter Denkmalschutz gestellt. Wie die Süddeutsche Zeitung berichtet, handelt es sich dabei um die Stationen Olympiazentrum, Petuelring, Scheidplatz, Bonner Platz und Münchner Freiheit, Letztere inklusive Zugangsbauwerk. Hintergrund der Prüfung ist der mit Olympia ’72 verknüpfte Antrag Münchens als UNESCO-Weltkulturerbe für den Olympiapark.

Der besondere Wert liege, so die Denkmalpflege, im Historischen wie im Künstlerischen – hier wird vor allem die farbenfrohe, heitere Ausgestaltung der Bahnhöfe hervorgehoben, die pünktlich zur Olympiade einen neuen Geist verkörpern sollten. Die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) zeigt sich, so die Süddeutsche, wenig begeistert von dieser Entscheidung. Man fürchtet zu starke Konflikte mit notwendigen Sicherheits- und Brandschutzmaßnahmen. (kb, 31.3.20)

München, U-Bahnhof “Bonner Platz” (Bild: Florian Schütz, CC BY SA 3.0 oder GFDL, 2006)

Olympic Follies

Friede, Freude, Sport – die olympische Idee hat einmal mit großen Träumen angefangen. Das passte hervorragend zu den utopischen Blütenträumen der Architekturmoderne. Gemeinsam entstanden bemerkenswerte Sport- und Wohnbauten, die heute ein erhaltenswertes kulturelles Erbe bilden – auch und besonders 1972 in München. Doch was wurde aus den Monumenten einer großen Idee, als der Sportrummel vorbei war?

Vor diesem Hintergrund gibt es für den Zeitraum vom 6 bis zum 9. November – im Rahmen der ohnehin schon äußerst sehens- und besuchenswerten ICOMOS-Olympia-Tagung – ein weiteres Highlight anzukündigen: die „Poster Session“ und Ausstellung “Olympic Follies”. Ort ist das Vorhoelzer Forum der TU München (Arcisstraße 21, Institutsgebäude, Raum 5170, Vorhoelzer Forum, 5. Stock). Begleitend zur Ausstellung gibt es im öffentlichen Teil der ICOMOS-Generalversammlung am 9. November 2019 von 13 bis 17 Uhr allerlei thematisch passende Vorträge und einen Sit-In auf Original Sitzgelegenheiten von Olympia 1972. (kb, 4.11.19)

“Olympic Follies” – Plakatmotiv der Ausstellung in der TU München