München: 5 × Olympia bitte

Gute Nachrichten aus der bayerischen Landeshauptstadt: Entlang der Olympia-Linie U 3 wurden fünf U-Bahnhöfe unter Denkmalschutz gestellt. Wie die Süddeutsche Zeitung berichtet, handelt es sich dabei um die Stationen Olympiazentrum, Petuelring, Scheidplatz, Bonner Platz und Münchner Freiheit, Letztere inklusive Zugangsbauwerk. Hintergrund der Prüfung ist der mit Olympia ’72 verknüpfte Antrag Münchens als UNESCO-Weltkulturerbe für den Olympiapark.

Der besondere Wert liege, so die Denkmalpflege, im Historischen wie im Künstlerischen – hier wird vor allem die farbenfrohe, heitere Ausgestaltung der Bahnhöfe hervorgehoben, die pünktlich zur Olympiade einen neuen Geist verkörpern sollten. Die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) zeigt sich, so die Süddeutsche, wenig begeistert von dieser Entscheidung. Man fürchtet zu starke Konflikte mit notwendigen Sicherheits- und Brandschutzmaßnahmen. (kb, 31.3.20)

München, U-Bahnhof „Bonner Platz“ (Bild: Florian Schütz, CC BY SA 3.0 oder GFDL, 2006)

Olympic Follies

Friede, Freude, Sport – die olympische Idee hat einmal mit großen Träumen angefangen. Das passte hervorragend zu den utopischen Blütenträumen der Architekturmoderne. Gemeinsam entstanden bemerkenswerte Sport- und Wohnbauten, die heute ein erhaltenswertes kulturelles Erbe bilden – auch und besonders 1972 in München. Doch was wurde aus den Monumenten einer großen Idee, als der Sportrummel vorbei war?

Vor diesem Hintergrund gibt es für den Zeitraum vom 6 bis zum 9. November – im Rahmen der ohnehin schon äußerst sehens- und besuchenswerten ICOMOS-Olympia-Tagung – ein weiteres Highlight anzukündigen: die „Poster Session“ und Ausstellung „Olympic Follies“. Ort ist das Vorhoelzer Forum der TU München (Arcisstraße 21, Institutsgebäude, Raum 5170, Vorhoelzer Forum, 5. Stock). Begleitend zur Ausstellung gibt es im öffentlichen Teil der ICOMOS-Generalversammlung am 9. November 2019 von 13 bis 17 Uhr allerlei thematisch passende Vorträge und einen Sit-In auf Original Sitzgelegenheiten von Olympia 1972. (kb, 4.11.19)

„Olympic Follies“ – Plakatmotiv der Ausstellung in der TU München

Eine Regatta für den Denkmalschutz

Ein rechteckiger See bei München steht frisch unter Denkmalschutz: Immerhin handelt es sich um die Regattaanlage, die in Oberschleißheim 1972 für die Olympiade errichtet wurde. Für den Standort sprachen damals die gute Verkehrsanbindung, das ebene Gelände und der hohe Grundwasserspiegel. Ab 1969 gestaltete die Münchner Architekten- und Ingenieurgemeinschaft Eberl und Partner (Michael Eberl, Helmut Weippert, Erich Heym, Otto Leitner) das Gelände zur Sportanlage um. Damit sich die Neubauten möglichst harmonisch in die Umgebung einfügten, setzte das Büro viel Holz ein – u. a. für die Verkleidung des Pultdachs und der 18 Stahlspannseile der Haupttribüne.

Bis heute wird die Regattaanlage im Besitz der Stadt München aktiv genutzt. Daher kommt die Unterschutzstellung kommt gerade zur rechten Zeit, denn die Strecke soll „neu geordnet“ werden, um für die Ruderer und Kanuten künftig internationale Wettkämpfe gewährleisten zu können. Dafür sollten Teile der historischen Tribüne niedergelegt werden, vielleicht in der Tribüne ein Hotel entstehen. Unter Schutz stehen nun das künstlich angelegte Wasserbecken, die Tribüne, die Bootshallen, die Unterkunftsbauten, die Sporthalle, die Start-, Ziel- und Messtürme und der künstliche Bachlauf mit der Betonskulptur von Michael Eberl. (kb, 5.11.18)

Oberschleißheim, Haupttribüne der Olympia-Regattaanlage (Bild: Richard Huber, CC BY SA 3.0, 2012)