Halle: 100 Jahre Kunst-Burg

„Sachsen-Anhalt ist stolz auf seine Burg!“. Mit diesen Grußworten zum offiziellen Festakt eröffnete Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Rainer Haseloff (CDU) das Jubiläumsjahr der Kunsthochschule Burg Giebichenstein in Halle an der Saale. Der Geburtstag wird das ganze Jahr über zelebriert und mit verschiedenen Veranstaltungen gefeiert werden. Den Auftakt bildet die Ausstellung „Die 100 besten Plakaten der BURG“, die eine von einer Jury prämierte Auswahl aus dem umfangreichen Plakatarchiv der Kunsthochschule zeigt. Sie ist noch bis zum 22. Februar 2015 in der Burg Galerie im Volkspark (Schleifweg 8a, 06114 Halle) zu sehen.

Der bauliche Namenspatron, die mittelalterliche Burg Giebichenstein, beherbergt die Kunsthochschule erst seit 1922. Bereits 1915 aber hatte sich die Hallenser Gewerbeschule unter Leitung des Architekten Paul Thiersch neu konstituiert und setzte in der Folgezeit mit Werkbund und Bauhaus bedeutende Akzente auf dem Gebiet Design. Einige ehemalige Bauhäusler wie Gerhard Marcks entschieden sich nach der Schließung des Weimarer Bauhauses 1925 für eine Lehrtätigkeit an der Burg. Nach dem Krieg ersann man in der Burg einige Klassiker des DDR-Designs, zum Beispiel die charakteristischen gelben Helme, die die Großbaustellen des Landes prägten. (jr, 11.2.15)

Die Ausstellung „Die 100 besten Plakate der Burg“ eröffnet das Jubiläumsjahr (Bild: Burg Galerie im Volkspark)

Rudolf Horn zum 85. Geburtstag

„Er ist für Ostdeutschland der Repräsentant für das Systemdesign.“ Zu diesem Urteil kommt Sabine Epple, Kuratorin für Moderne im Leipziger Grassi Museum für Angewandte Kunst gegenüber rp-online. Die Rede ist vom Designer Rudolf Horn (* 1929) Denkt man an moderne Möbel der DDR, führt kein Weg an der MDW-Anbauwand vorbei. Sie wurde 1967 von Rudolf Horn entworfen und steht bis heute in vielen Wohnzimmern. Mit flexiblen Wohn-Systemen wollte er, so Horn rückblickend, „die Menschen vielmehr in die Lage versetzen, dass sie selbst entscheiden können, wie sie leben und wohnen wollen.“

Noch bis zum Jahresende widmet das Leipziger Grassi-Museum für Angewandte Kunst Horn nun zum 85. Geburtstag eine kleine Präsentation. Bis Ende Dezember 2014 sind in der Dauerausstellung so nicht allein Stücke des MDW-Programms und Kunststoff-Garderobenteile zu bewundern. Zusätzlich werden zwei von Horn gestaltete Clubsessel aus den 1960er Jahren gezeigt. Viele seiner Entwürfe hat man auch digital aufbereitet: Mit einem kleinen Film kann der Besucher auf gut 50 Jahre DDR-Design zurückblicken. (tw, 14.8.16)

Rudolf Horn entwarf die legendäre MDW-Anbauwand, hier als Arbeitszimmereinrichtung im DDR-Museum Radebeul  (Bild: Stefan Kühn)