Mit den Riesen auf Augenhöhe

Das Projekt “Mit den Riesen auf Augenhöhe” porträtiert zehn Großbauten der 1960er und 1970er Jahre in Nordrhein-Westfalen. Gemeinsam ist den “Riesen”, dass sie in den vergangenen Jahren in der öffentlichen Diskussion standen und teilweise sogar vom Abriss bedroht waren. Heute verkörpern sie eine euphorische Epoche und zeigen oftmals architektonische Qualitäten. Im ersten Schritt des Projekts haben Alexandra Apfelbaum, Gudrun Escher und Yasemin Utku die aktuellen öffentlichen Debatten und historisches Material ausgewertet. Die Ergebnisse können als Studie gratis heruntergeladen werden.

Daran knüpft im Herbst 2017 die Reihe “Mit den Riesen auf Augenhöhe” an. An den einzelnen Veranstaltungsorten werden die Besonderheiten des jeweiligen Bauwerks in Besichtigung und Diskussion erfahrbar. (Die Teilnahme ist jeweils kostenlos, genauere Informationen zu Zeit und Ort sowie die Anmeldung erfolgen über die örtlichen Volkshochschulen). Als Termine sind angesetzt: am 18. September in Duisburg, am 27. September in Dortmund, am 4. Oktober in Bochum, am 11. Oktober in Bonn, am 18. Oktober in Aachen, am 25. Oktober in Dortmund, am 1. November in Paderborn, am 8. November in Essen, am 15. November in Marl, am 22. November in Köln und am 29. November in Gronau. (kb, 17.8.17)

Köln, Hochhäuser Deutschlandfunk und Deutsche Welle (Bild: Copyright Raimond Spekking, CC BY SA 3.0, via Wikimedia Commons)

Paderborn: Stellwerk soll fallen

Noch wacht der “Kleine Hermann” in Paderborn über das Stellwerk. Im Schatten eines Gründerzeit-Eckhauses, den eine “Kopie” des Hermannschlacht-Denkmals bekrönt, schiebt sich das markante Stellwerk in die Detmolder Straße. Es regulierte einen Bahnübergang der Sennestrecke zwischen Bielefeld und Paderborn, die aktuell modernisiert wird. Und mit der neuen Technik soll auch das “alte” Bauwerk aus der Nachkriegszeit fallen. “Für das alte Stellwerk gibt es nach dem Rückbau der Innenanlagen keine weitere Verwendung, sodass anschließend ein Abriss erfolgen wird“, erklärte ein Vertreter der Bahn gegenüber der “Paderborn am Sonntag”.

Einer möglichen privaten Nutzung des funktionslos gewordenen Stellwerks erteilt der Bahnsprecher eine klare Absage: Dafür bräuchte es einen eigenen Zugang zum Gebäude – und der sei “wegen der Zuwegung von der Gleisseite aus” nicht zugelassen. Vor Ort formiert sich Widerstand gegen den angekündigten Abriss: Der Verein “Historisches Paderborn” sieht mit dem Stellwerk – nach dem Lokschuppen an der Abtsbrede – ein weiteres “Stück Baukultur, das sang und klanglos aus dem Stadtbild” zu verschwinden droht. Eine private Zuwegung zum Stellwerk sei sehr wohl möglich, man will noch einmal das Gespräch mit der Bahn suchen. (kb, 29.4.15)

Mehr neue Technik, weniger alte (Bahn-)Bauten: Entlang der Senne-Bahn wird modernisiert (Bild: ludger1961, GFDL oder CC BY SA 3.0) – und das Paderborner Stellwerk, das deshalb bald abgerissen werden soll, sehen Sie HIER

Modernisierung und Wiederaufbau

"Berliner helfen beim Aufbau" (Bild: Bundesarchiv Bild-Nr. 183-S93492, Foto: Rudolph, 1948)
“Berliner helfen beim Aufbau” (Bild: Bundesarchiv Bild-Nr. 183-S93492, Foto: Rudolph, 1950)

Wiederaufbau – ein Begriff, der für den Städtebau der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts nicht greift. Vielmehr ging es um “einen langfristigen Prozeß der Modernisierung von Stätten”, so zumindest die These des Experten-Workshops “Zweifache Transformation: Städtebau zwischen Modernisierung und Wiederaufbau (1880–1960)” vom 21. bis zum 22. November 2014. Veranstalter ist die Universität Paderborn (Warburger Str. 100, 33098 Paderborn, Raum: B3.231), hier die Fakultät für Kulturwissenschaften, dem Historischen Institut.

Der Blick geht von der “Entdeckung der Altstadt” um 1900 über die Konzepte des Neuen Bauens in den 1920er Jahren bis zu den ideologischen Umgestaltungen der 1930er Jahre. Nach 1945 knüpften viele Akteure an die alten Planungen an – ein bislang häufig wenig beachteter Tatbestand. Daher geht es der Konferenz weniger um die Brüche, als vielmehr um die Kontinuitäten in dieser Entwicklung. In den Vorträgen werden, neben Überblicksthemen, die Städte Braunschweig, Warschau, Frankfurt/Main und Stuttgart behandelt (kb, 12.11.14)