Raster : Beton

Raster : Beton

Festival "Raster : Beton" (Bild: Zukunftsgeräusche)
Es geht um den künstlerischen Blick auf die Ostmoderne: Festival „Raster : Beton“ (Bild: Zukunftsgeräusche)

40 Jahre nach der Grundsteinlegung für den Neubaustadtteil Leipzig-Grünau  neben Berlin-Marzahn und Halle-Neustadt eine der größten der DDR – ist es Zeit, sich hier wieder intensiv der „Platte“ zu widmen. Das Festival „RASTER : BETON“ betrachtet Großwohnsiedlungen aus dem Blickwinkel zeitgenössischer Kunst und bietet damit eine Plattform für künstlerisch-forschende, fachlich fundierte kritische Positionen von Experten des Themas.

„RASTER : BETON“ besteht aus vier Elementen: Eine Ausstellung zeitgenössischer Kunst im D21 Kunstraum Leipzig zeigt künstlerische Positionen aus Deutschland und Frankreich zu Großwohnsiedlungen und Plattenbauten. Künstler entwickeln während zweimonatiger Arbeitsaufenthalte in Leipzig-Grünau orts- und kontextspezifische, partizipative Arbeiten. Ein interdisziplinäres Symposium ist Plattform für Positionen renommierter Referenten, Bewohnern, lokaler Initiativen und Künstlern. Das Rahmenprogramm – eine Filmreihe, von Grünauern geleiteten Stadtspaziergängen, sowie kunstvermittelnden Angeboten mit und für Jugendliche und Senioren – rundet das Festival ab. Für die zweimonatigen Arbeitsaufenthalte (1. Mai bis 3. Juli 2016) in Grünau zur Realisierung urbaner Interventionen werden noch bis zum 31. Dezember 2015 Projektideen gesucht. Alle Informationen dazu gibt es online., Nachfragen sind möglich unter opencall@d21-leipzig.de. (kb, 14.12.15)

Drei Tage Heimat in Eisenhüttenstadt

Drei Tage Heimat in Eisenhüttenstadt

#HEIMATLOS (Bild: M. Maleschka)
#HEIMATLOS – Sie können der Veranstaltung auch über die sozialen Medien folgen (Bild: M. Maleschka)

Heimat kann man anschauen, zumindest zwischen den Jahren. Zum 25. Jahrestag des Mauerfalls zeigt der Architekt und Fotograf Martin Maleschka eine Ausstellung zum Thema „Schrumpfende Städte“. Maleschka machte sich in den letzten Monaten einen Namen durch Projekte zur Architektur und architekturbezogenen Kunst der Ostmoderne in Weimar, Erfurt und London. Mit seiner neuen Ausstellung rückt er nun die Plattenbaugebiete Eisenhüttenstadts in den Mittelpunkt.

Schon während, aber nicht nur wegen seines Architekturstudiums war Maleschka nach Eisenhüttenstadt gezogen. Er begann, die seine „baulich immer schneller verschwindende Heimat“ fotografisch zu dokumentieren. Der Beschluss, am traditionsreichen Industriestandort die erste deutsche – „sozialistische Stadt“ zu errichteten, war 1950 gefallen. In der Folge entstanden markante Plattenbausiedlungen, die man nach dem Mauerfall veränderte und teils wieder „rückbaute“. Maleschkas Blick auf diese Umbrüche sind nun an drei Tagen, vom 25. bis zum 28. Dezember 2014 in einem leerstehenden Geschäft (Straße der Republik 37) in Eisenhüttenstadt jeweils von 10 bis 12 und von 14 bis 18 Uhr zu sehen. Die Vernissage findet am 25. Dezember 2014 um 17 Uhr statt. (kb, 16.12.14)

Platte für die Modelleisenbahn

Platte für die Modelleisenbahn

Die Platte hat es in Hobbykeller und Kinderzimmer geschafft - im Maßstab 1:90 für die Modelleisenbahn (Bild: Gebr. Faller GmbH)
Die Platte hat es in Hobbykeller und Kinderzimmer geschafft – als Plastikmodell im Maßstab 1:90 (Bild: Gebr. Faller GmbH)

Die große Welt im Kleinen darzustellen – darin liegt ein Faszinosum der guten, alten Modellbahn. Der Häuschen-Produzent Faller hat jetzt die gesamtdeutsche Architekturgeschichte in Miniatur konstruiert: Die DDR-Plattenbauten des Typs P2 kann man sich – nun, da sie in der Realität großteils abgerissen oder umgestaltet sind – in voller Pracht in Hobbyraum und Kinderzimmer holen. Es gibt eine ganze Produktreihe: von der „Basispackung“, mit der man Häuser in verschiedenen Geschosszahlen errichten kann über die kleineren Gebäudetypen P2/5, bis zur knallbunten limitierten Sonderserie des P2/5 in Fassadengestaltung des Pop-Art-inspirierten Künstlers Carsten Kruse.

Die Wohnbauten des Typs P2 entstanden nach Entwurf eines Architektenkollektivs  dem unter anderem Achim Felz, Herbert Kuschy und Wilfried Stallknecht angehörten. Das erste Gebäude wurde 1961 in Berlin-Lichtenberg errichtet und steht heute unter Denkmalschutz. In Variationen wurden die „Platten“ bis Anfang der 1990er gebaut. Das „P“ im Namen steht für „parallel“ (die tragenden Wände sind parallel zu den Fassadenflächen angeordnet), die Ziffer 2 verweist auf zwei Aufgänge in einem Gebäude, die Zahl hinter dem Schrägstrich gibt die Anzahl der Etagen an. (db, 25.11.14)